Gemeinsame Pressemitteilung von .ausgestrahlt, BI Lüchow-Dannenberg, BUND,
Campact, Naturfreunde Deutschlands und „Anti-Atom Berlin“

Atomkraftgegner bilden Menschenkette vor Umweltministerium

Protest gegen Gorleben als möglichen Endlagerstandort

Bündnis kritisiert Verfahren zur Endlagersuche als undemokratisch

Berlin, 1.3.2012. Zum heutigen Treffen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur
Endlagersuche haben Atomkraftgegner das Bundesumweltministerium mit einer
Menschenkette „umzingelt“. Lautstark forderten sie, der Salzstock in
Gorleben solle als Endlagerstandort ausgeschlossen werden, da er als
Atommüllendlager geologisch völlig ungeeignet ist. Nötig sei außerdem ein
echter gesellschaftlicher Dialog über die Endlagerfrage. Zu der
Menschenkette unter dem Motto „Gorleben soll leben“ hatten verschiedene
Umweltorganisationen und Anti-Atom-Initiativen aufgerufen. Anschließend
wurde der parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium,
Ursula Heinen-Esser, ein Appell gegen Gorleben als Endlager übergeben, den
im Internet bereits über 60.000 Menschen unterzeichnet
haben(http://www.campact.de/atom2/sn15/signer).

Die Atomkraftgegner hatten außerdem Vertreter/innen der Bundesländer
eingeladen, eine gestern veröffentlichte gemeinsame Erklärung von
Umweltverbänden und Anti-Atom-Initiativen entgegen zu nehmen. Sie fordern
darin neben demAusschluss von Gorleben aus der Endlagersuche eine
umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit, bevor der Gesetzesentwurf
weiter beraten wird. In der Erklärung heißt es:„Nicht nur das Verfahren
und der Zeitplan der Gesetzesfindung, auch wesentliche Inhalte des
Entwurfs sind mit dem Prinzip einer umfassenden und demokratischen
Teilhabe sowie demZiel einer ergebnisoffenen Standortsuche nicht
vereinbar."

"Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Endlagersuche tagt seit Wochen hinter
verschlossenen Türen und will ihre Arbeit schon in Kürze abschließen. Ohne
Bürgerbeteiligung und in hohem Maße intransparent soll das Gesetz zur
Suche nach einem Atomendlager festgezurrt werden. Das Wie und Wo einer
Endlagersuche muss aber öffentlich diskutiert werden. Es geht schließlich
darum, eine geeignete Methode und einen geeigneten Ort zu finden, wo der
viele Jahrtausende strahlende Atommüll einigermaßen sicher gelagert werden
kann", sagte Thorben Becker, Atomexperte des BUND. „Wir fordern einen
breiten gesellschaftlichen Dialog, bevor ein Gesetzentwurf in das formelle
Gesetzgebungsverfahren geht.

„Der Konflikt um die Atommüll-Endlagerung lässt sich nicht lösen, indem
Parteienvertreter im stillen Kämmerlein Formelkompromisse schließen“,
erklärte Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt
während der Aktion in Berlin. „Wenn die rot-grün regierten Länder wider
besseres Wissen zustimmen, den völlig ungeeigneten Standort Gorleben mit
im Topf zu lassen, dann zeigt dies, dass es auch zukünftig nicht um
geologische Erkenntnisse und die Sicherheit der Menschen geht, sondern um
politische Taschenspielertricks. Das kennen wir aus Gorleben seit 35
Jahren.“

„Heute muss endlich das Aus für Gorleben als Endlagerstandort eingeläutet
werden – mit einem sofortigen Stopp aller Erkundungsarbeiten und einem
Abbruch der Vorläufigen Sicherheitsanalyse Gorleben, die den Standort
juristisch weiter zementiert“, forderte Christoph Bautz von Campact. „Dann
braucht es erst einmal einen grundlegenden gesellschaftlichen Dialog, der
die Fehler der Vergangenheit aufarbeitet und transparent klärt, wie die
sicherst mögliche Lagerung von Atommüll aussehen kann und die Bürger
umfassend an einer Endlagersuche beteiligt werden.“

Die gemeinsame Erklärung finden Sie unter
http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/gorleben/erklaerung

Pressekontakte:
Jochen Stay, Sprecher von .ausgestrahlt (vor Ort in Berlin): 0170-9358759
Thorben Becker, Atomexperte des BUND (vor Ort in Berlin): 0173-6071603
Christoph Bautz, Geschäftsführer von Campact (vor Ort in Berlin):
0163-5957593

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    Stefan Diefenbach-Trommer
    Telefon 040/2531 79 73, Fax 040/2531 89 44

    .ausgestrahlt
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