.ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung

Hamburg, 14. Juni 2013


Castor-Einigung: Stromkonzerne fordern Sicherheitsrabatt

AKW-Betreiber verlangen politisches Wohlverhalten bei Castor-Lagerung
und drohen mit Klage gegen Einlagerungsverbot in Gorleben


Die Betreiber der Atomkraftwerke in Deutschland sind nur dann dazu
bereit, Castor-Behälter in anderen Zwischenlagern als in Gorleben
unterzubringen, wenn die Politik ihre weitreichenden Bedingungen
erfüllt. Das geht aus dem Bericht von Bundesumweltminister Altmaier über
seine Verhandlungen mit den Stromkonzernen hervor, den er den
Ministerpräsidenten der Bundesländer bei den Verhandlungen am gestrigen
Donnerstag vorlegte.

So verlangen die Eon, RWE und Co einen „zügigen Genehmigungsprozesses“
und „uneingeschränkte politische Unterstützung, besonders auch auf Ebene
der betroffenen Bundesländer und sämtlicher die Thematik betreffenden
Behörden“. Übersetzt bedeutet dies: Die Aufsichtsbehörden sollen in
puncto Sicherheit beide Augen zudrücken und keine Nachrüstungs-Auflagen
machen, die die Genehmigung verzögern.

Darüber hinaus verlangen die AKW-Betreiber, dass die Steuerzahler die
Kosten im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich übernehmen, die für
die Umrüstung der Lagerhallen anfallen: „die Übernahme aller sich aus
der alternativen Zwischenlagerung ergebenden Mehrkosten durch die
öffentliche Hand“.

Um ihre Forderungen zu unterstreichen, droht die Atomwirtschaft mit
einer Klage gegen das geplante Einlagerungsverbot in Gorleben. Dazu
heißt es in Altmaiers Bericht: „Die Betreiber erwarten hierzu eine
rechtsverbindliche Regelung bis Anfang 2014. Zumindest bis dahin
behalten sich die Betreiber die Möglichkeit vor, rechtliche Schritte
gegen die den Zwischenlagerkomplex betreffenden Gesetzesteile
anzustrengen.“ Die Chancen für eine solche Klage stehen nicht schlecht,
denn die Konzerne haben rechtsgültige Genehmigungen für die Einlagerung
in Gorleben, die ihnen der Gesetzgeber nicht einfach wegnehmen darf.

Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation
.ausgestrahlt:

„Der Kompromiss zwischen Bund und Ländern ist vom Goodwill der
Atomwirtschaft abhängig. Nur wenn die Behörden bereit sind, Abstriche
bei der Sicherheit der Zwischenlager zu machen, werden die AKW-Betreiber
auf Transporte nach Gorleben verzichten. Nur wenn die Steuerzahler die
Kosten für den Atommüll übernehmen, dessen Produktion den Stromkonzernen
Milliarden in die Kassen spülte, ist die Branche bereit, den Vorgaben
der Politik nachzukommen.

Peter Altmaier sagte neulich, noch nie seien die Bürger so intensiv bei
der Erarbeitung eines Gesetzes beteiligt worden, wie beim
Endlagersuchgesetz. Jetzt wissen wir, welche Bürger er meinte: Die in
den Vorstandsetagen der Stromkonzerne.“


Rückfragen an
Jochen Stay, Tel.: 0170-9358759
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.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die
AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen
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