Gemeinsame Presseerklärung

.ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie
BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg
BUND
Greenpeace
Robin Wood

Berlin, 19. August 2013


Umweltverbände fordern mehr Bedenkzeit im Endlager-Suchprozess

Greenpeace, BUND und Robin Wood nehmen an Kommission nicht teil


Berlin, 19. 8. 2013  – Die Umweltverbände brauchen eine längere
Bedenkzeit für die Entscheidung, an der „Kommission Lagerung
hochradioaktiver Abfallstoffe“ teilzunehmen oder nicht. Dies meldete der
Deutsche Naturschutzring (DNR) am Freitag an den Bundestag zurück. In
der schriftlichen Begründung heißt es, dass die Verbände ihren Beschluss
erst mit möglichst vielen Betroffenen wie den Anti-Atom-Initiativen an
den Atommüll-Standorten besprechen wollen.

„Nachdem einige Verbände für sich entschieden haben, nicht in die
Atommüll-Kommission zu gehen, stellt sich die Frage, was dies für uns
bedeutet“, erklärt der Sprecher der bundesweiten Anti-Atom-Organisation
.ausgestrahlt Jochen Stay. „Wir wollen das nicht alleine entscheiden,
sondern werden die örtlichen Anti-Atom-Initiativen befragen, was aus
ihrer Sicht sinnvoll ist. Die Parteien reden von Transparenz und
Partizipation in der Atommüll-Frage und praktizieren das Gegenteil. Wir
wollen zeigen, dass dies keine hohlen Begriffe sind.“

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Robin Wood und Greenpeace
werden an der Kommission nicht teilnehmen. „Nach diesem Start haben wir
kein Vertrauen in die Kommission“, begründet der Leiter des
Greenpeace-Energiebereiches Thomas Breuer den schwierigen Schritt. „Das
Vorgehen der Bundesregierung widerspricht unserem Verständnis einer
ernst gemeinten ergebnisoffenen und transparenten Suche nach einem
Endlager“, sagt auch BUND-Geschäftsführer Olaf Bandt. Bürger und
Verbände seien viel zu spät und in viel zu geringem Umfang in den
bisherigen Prozess eingebunden worden. Greenpeace, BUND und Robin Wood
werden die Arbeit der Kommission von außen aktiv begleiten. „Von einem
Neuanfang bei der Endlagersuche kann keine Rede sein. Noch immer werden
große Mengen Atommüll bei der Endlagersuche einfach ignoriert", beklagt
der Energiereferent von Robin Wood Dirk Seifert. Nach wie vor gibt es
keine Lösung für die verbliebenen Castoren aus England und Frankreich,
über deren Lagerung erst nach der Bundestagswahl entschieden werden
soll. „Wer das Atommüllproblem wirklich angehen will, muss endlich auch
über das ganze Atommülldesaster sprechen“, sagt Seifert.

In der von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) geplanten
Kommission sollen zwei von insgesamt 33 Plätzen mit Vertretern aus
Natur- und Umweltschutzorganisationen besetzt werden. Die übrigen Sitze
gehen an Politiker, Wissenschaftler, Kirchen-, Gewerkschafts- und
Industrievertreter. Bundestag und Bundesländer hatten den Dachverband
Deutscher Naturschutzring (DNR) gebeten, bis zum 16. August zwei
Vertreter der Umweltverbände für die Kommission zu benennen. Diese hat
unter anderem die Aufgabe, Kriterien für ein atomares Endlager in
Deutschland festzulegen. In einer Sondersitzung des Bundestages Anfang
September soll die Kommission eingesetzt werden.

Die Umweltverbände kritisieren, dass die Politik zentrale
Voraussetzungen für einen ehrlichen Neustart einfach ignoriert hat. So
sieht die Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg einen Kardinalfehler
darin, dass der geologisch ungeeignete Standort Gorleben im
Suchverfahren nicht ausgeschlossen wurde. „Gorleben wird durch das neue
Gesetz im Nachhinein sogar legitimiert“, warnt BI-Sprecher Wolfgang
Ehmke. Auch haben Bundestag und Bundesrat keine Mindestanzahl an zu
erkundenden Standorten über den Salzstock Gorleben hinaus in das Gesetz
aufgenommen.


Pressekontakt .ausgestrahlt: Jochen Stay, Sprecher, T: 0170-9358759

Pressekontakt Greenpeace: Thomas Breuer, Leiter des Energiebereichs, M:
0171-878 0820 oder Margret Hucko, Pressesprecherin, T: 0 40 306 18-301,
M: 0179-5241100

Pressekontakt BUND: Thorben Becker, Atomexperte, T: 030-27586-421

Pressekontakt Robin Wood: Dirk Seifert, Energiereferent, T: 040-3808 92– 21

Pressekontakt BI Lüchow Dannenberg: Wolfgang Ehmke, Sprecher, T: 058632
98 30 76.
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