.ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung

Hamburg, 9. April 2014


.ausgestrahlt steht für Atommüll-Kommission nicht zur Verfügung

Nur eine von 13 Voraussetzungen erfüllt / Bundestag wird Kommission ohne
Vertreter von Umweltverbänden einsetze


Die Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt steht für eine Mitarbeit in der
Atommüll-Kommission nicht zur Verfügung. Dazu erklärt
.ausgestrahlt-Sprecher Jochen Stay:

„Wir haben uns die Abwägung nicht leicht gemacht, denn wir sind bereit
dazu, Verantwortung zu übernehmen für den hochgefährlichen Müll, den wir
zwar nicht produziert haben, dessen möglichst sichere Lagerung aber
schon immer ein zentrales Anliegen unserer Arbeit ist.

Derzeit, so das Ergebnis unserer Abwägung, können wir diese
Verantwortung deutlich besser außerhalb der Kommission wahrnehmen.

Im Gegensatz zu anderen Umweltverbänden und Bürgerinitiativen, die schon
frühzeitig abgesagt hatten, haben wir uns eine Mitarbeit in der
Kommission bis zuletzt offen gehalten. Zwar sprach auch aus unserer
Sicht vieles dagegen, dass das im Endlagersuchgesetz festgelegte
Verfahren zum Ziel führt, nämlich ein möglichst gutes Konzept zum Umgang
mit den strahlenden Abfällen der Atomwirtschaft zu finden und den
gesellschaftlichen Konflikt um den Atommüll zu überwinden.

Aber statt einfach ‚Nein Danke‘ zu sagen, haben wir konstruktiv
versucht, Rahmenbedingungen zu definieren, unter denen eine Mitarbeit
möglich wäre. Wir haben dabei trotz unserer massiven Kritik am Gesetz
ganz bewusst akzeptiert, dass Bundestag und Bundesrat zum jetzigen
Zeitpunkt nicht bereit sind, das Gesetz zu ändern. Alle unsere
Verfahrensvorschläge wären deshalb ohne eine Gesetzesänderung umsetzbar
gewesen.

Wir haben 13 konkrete Voraussetzungen formuliert, die für uns erfüllt
sein müssen, damit die Mitarbeit in der Kommission Sinn macht. Sie waren
geprägt davon, ein faires, auf Interessenausgleich und Konsens zielendes
Verfahren zu ermöglichen.

Diese Voraussetzungen waren bei gutem Willen durchaus erfüllbar. Es
waren ganz bewusst keine Verhinderungs-Voraussetzungen. Doch
Bundesregierung, Bundestag und Bundesländer haben gerade einmal eine von
13 Voraussetzungen erfüllt.

Damit fehlt leider die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Und zwar – so stellt es sich mir dar – in beide Richtungen. Auch wir
genießen nicht das Vertrauen der politischen Parteien, dass wir es ernst
meinen mit unserer Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Und es war
leider zu wenig Zeit für Gespräche, um das gegenseitige Misstrauen
abzubauen.

Unterm Strich werden also die beiden für Umweltverbände vorgesehenen
Plätze leer bleiben, wenn der Bundestag morgen die Kommission einsetzt.
Das wäre anders möglich gewesen.

Nun werden wir und andere uns von außerhalb der Kommission intensiv in
die Debatte einbringen. Und wir werden darüber nachdenken, ob und wie
wir gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren einen eigenen
gesellschaftlichen Verständigungsprozess in Sachen Atommüll auf den Weg
bringen können, gerade weil wir davon ausgehen, dass der durch das
Endlagersuchgesetz beschriebene Weg scheitern wird.“


Analyse: „Sind die Voraussetzungen für die Mitarbeit in der
Atommüll-Kommission erfüllt?“
https://www.ausgestrahlt.de/fileadmin/user_upload/endlager/suchgesetz2013/Atommuell-Kommission_Stand-Umsetzung-.ausgestrahlt-Voraussetzungen.pdf


Rückfragen an
Jochen Stay, Tel.: 0170-9358759
http://www.ausgestrahlt.de

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die
AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen
Protest zu machen.

-- 
Pressedienst von ausgestrahlt.de
Für Rückfragen mailto:[email protected]
oder im Internet unter:
http://www.ausgestrahlt.de

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