.ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung

Hamburg, 16. Mai 2014


Merkel will mit Atomwirtschaft über „Bad Bank“ verhandeln

FAZ-Interview der Kanzlerin suggeriert Ablehnung des Vorschlags der
AKW-Betreiber, sagt in Wirklichkeit aber genau das Gegenteil aus


Zu den Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel über die „Bad
Bank“-Pläne der Atomwirtschaft erklärt Jochen Stay, Sprecher der
Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Wir interpretieren die Äußerungen der Kanzlerin nicht als Ablehnung der
Pläne der AKW-Betreiber. Wenn Merkel sagt, dass es für sie ‚im
Grundsatz‘ dabei bleiben muss, dass die Unternehmen die Verantwortung
für die Entsorgung des Atommülls tragen, dann bedeutet dies eben nicht,
dass sie die Stromkonzerne in der alleinigen Verantwortung sieht. Die
politische Floskel ‚im Grundsatz‘ bedeutet ja gerade das Gegenteil
dessen, was sie in der Umgangssprache bedeutet: nämlich, dass es
Ausnahmen geben kann – und nicht, dass etwas vollkommen ausgeschlossen ist.

Wenn Merkel sagt: ‚Wir werden über das Thema der Kernkraftwerke und
ihrer Altlasten sicher noch viele Gespräche führen‘, dann kündigt sie
Verhandlungen mit den AKW-Betreibern über deren Vorschlag an.

Schließlich erklärt die Kanzlerin der FAZ, sie werde eine einseitige
Verlagerung der Risiken nicht mitmachen. Auch dies ist politische
Rhetorik, denn eine einseitige, also vollständige, finanzielle Haftung
des Staates hat ja überhaupt niemand vorgeschlagen. Die bisher
zurückgestellten Millionen will die Atomwirtschaft ja durchaus in die
‚Bad Bank‘ einbringen.

Unsere Kritik am Vorschlag der Stromkonzerne ist, dass das Geld, das sie
in eine Stiftung geben wollen, bei Weitem nicht ausreicht und am Ende zu
viele Kosten am Staat hängen bleiben. Diese Bedenken sind durch Merkels
Äußerungen nicht ausgeräumt. Ganz im Gegenteil steht zu befürchten, dass
die Kanzlerin im stillen Kämmerlein einen Deal mit den AKW-Betreibern
aushandeln wird, bei dem diese am Ende weniger zahlen, als es eigentlich
notwendig und auch machbar wäre.“


Rückfragen an
Jochen Stay, Tel.: 0170-9358759
http://www.ausgestrahlt.de

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die
AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen
Protest zu machen.

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