.ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung

Berlin, 3. November 2014


.ausgestrahlt macht Vorschlag für geändertes Atommüll-Gesetz

Neustart durch Reduktion auf neugestaltete Kommission


Zur heutigen Anhörung in der Atommüll-Kommission zur Evaluation des
Endlagersuchgesetzes erklärt Jochen Stay, Sprecher der
Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Warum wir, genau wie Greenpeace, die BI Lüchow-Dannenberg und unzählige
weitere mit dem Thema Atommüll befasste Bürgerinitiativen, der
Kommission nicht als Feigenblatt für ihre Arbeit zur Verfügung stehen,
haben wir in der letzten Woche bereits öffentlich gemacht. Trotzdem sind
wir gerne bereit, Mitverantwortung für ein Problem zu übernehmen, das
wir nicht geschaffen haben.

Wir haben konkrete Vorstellungen, wie das Gesetz geändert werden müsste,
damit eine gesellschaftliche Verständigung in Sachen Atommüll möglich
wird. Die wesentlichen Punkte sind:

- Das Gesetz sollte reduziert werden auf die Einsetzung einer
Kommission, die das Verfahren entwickelt, mit dem die gesellschaftlichen
Konflikte um die Atommüll-Lagerung überwunden werden und mit dem die
größtmögliche Sicherheit bei der langfristigen Lagerung radioaktiver
Stoffe erreicht werden kann.

- Alle weiteren Schritte des Verfahrens aus dem bisherigen Gesetz
sollten gestrichen werden, damit die Kommission die Freiheit hat, dieses
Verfahren völlig neu zu gestalten.

- Die Kommission soll von Anfang an eine breite mitbestimmende
Beteiligung der allgemeinen Öffentlichkeit einerseits und insbesondere
der derzeit und potentiell von der Atommüll-Lagerung Betroffenen
andererseits an ihrer Arbeit organisieren.

- Die Kommission entscheidet alle Fragen im Konsens.

- Die Kommission setzt sich zusammen aus VertreterInnen des Bundestages,
der Bundesregierung, der Landesregierungen, der Atomwirtschaft,
Jugend-VertreterInnen, der Anti-Atom-Bewegung und VertreterInnen  der
Standorte, an denen derzeit Atommüll lagert und der Standorte, an denen
potentiell Atommüll gelagert werden könnte.

- Die Kommission einigt sich einvernehmlich darauf, von welchen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sie sich beraten lassen möchte.

- Die Kommission einigt sich einvernehmlich auf Vorsitzende, die das
Vertrauen aller Mitglieder genießen und die über Erfahrung in der
Moderation von Konsens-Prozessen verfügen.

- Die Kommission bekommt so viel Zeit, wie sie benötigt, um ihre Aufgabe
zu erfüllen.

- Ergebnis der Kommissions-Arbeit ist ein Verfahrens- und damit
Gesetzesvorschlag, der dann vom Bundestag und Bundesrat beschlossen
werden kann.“


Wortlaut der Absage von Greenpeace, BI Lüchow-Dannenberg und
.ausgestrahlt an die Atommüll-Kommission:
https://www.ausgestrahlt.de/fileadmin/user_upload/atommuellkommission/Absage_Kommissionsanhoerung.pdf


Rückfragen an
Jochen Stay, Tel.: 0170-9358759
http://www.ausgestrahlt.de

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die
AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen
Protest zu machen.

-- 
Pressedienst von ausgestrahlt.de
Für Rückfragen mailto:[email protected]
oder im Internet unter:
https://www.ausgestrahlt.de

Antwort per Email an