.ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung

Obrigheim, 11. Januar 2016
Sperrfrist: 12.30 Uhr


Protest bei Besuch der Atom-Finanz-Kommission in Obrigheim

Atomkraftgegner: Billig-Abriss darf nicht sein. Kostenrechnungen müssen
von optimalem Strahlenschutz ausgehen. Geld der Betreiber muss in Fonds
mit Nachschusspflicht


Heute besucht die Kommission, die sich mit einer Regelung für die
Folgekosten der Atomkraft beschäftigt, das Atomkraftwerk Obrigheim am
Neckar. Das AKW wurde 2005 abgeschaltet und wird derzeit abgerissen.
Anlässlich dieses Besuchs der Kommission demonstrieren Atomkraftgegner
vor dem Tor.

Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation
.ausgestrahlt, vor Ort:

„Obrigheim ist ein Beispiel dafür, was passiert, wenn Kostenreduktion
vor Sicherheit geht. Mit dem Abriss wurde bereits begonnen, obwohl noch
hochradioaktive Brennelemente in einem Wasserbecken im Kraftwerk lagern
und ständig gekühlt werden müssen. Zudem wird bei der sogenannten
‚Freimessung‘, beispielsweise von radioaktivem Bauschutt, in Obrigheim
an der Zahl der Messpunkte gespart, obwohl die Strahlenschutzverordnung
anderes vorschreibt. Das Erhöht das Risiko von unkontrollierten
Freisetzungen, verringert aber die Kosten für die Betreiber Energie
Baden-Württemberg (EnBW).

Wir fordern maximale Sicherheit auch beim Abriss von Atomkraftwerken.
Die Kostenberechnungen der Atom-Finanz-Kommission müssen vom optimalen
Strahlenschutz ausgehen, auch wenn es dann für die AKW-Betreiber
deutlich teurer wird. Die bisherigen Schätzungen sind Sparvarianten, bei
denen in Sachen Sicherheit Billiglösungen Vorrang haben.

Um dies zu finanzieren, gibt es nur eine Möglichkeit: Die Stromkonzerne
müssen das Geld für die Folgekosten der Atomkraft jetzt in einen
öffentlich-rechtlichen Fonds abgeben, über eine Nachschusspflicht aber
für Kostensteigerungen in der Zukunft haften."


Rückfragen an
Jochen Stay (vor Ort in Obrigheim), Tel.: 0170-9358759
http://www.ausgestrahlt.de

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die
AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen
Protest zu machen.
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