.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung
Hamburg, 12.12.2016
Strafanzeigen wegen Strahlenbelastung durch zusätzliche
Brennelement-Wechsel
Steuertrick der AKW-Betreiber erhöht radioaktive Belastung der
Bevölkerung
Die Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt hat heute Strafanzeige gegen
EnBW, Eon und RWE erstattet. Grund sind die erhöhten radioaktiven
Emissionen durch die Steuerspartricks der AKW-Betreiber zur Umgehung der
Brennelemente-Steuer. Dazu erklärt Armin Simon, Sprecher von
.ausgestrahlt:
„Um die Brennelemente-Steuer zu umgehen, nehmen die AKW-Betreiber eine
technisch absolut vermeidbare, völlig unnötige zusätzliche
Strahlenbelastung der Bevölkerung und ihrer Beschäftigten in Kauf. Das
widerspricht dem beim Strahlenschutz geltenden Minimierungsgebot in
eklatanter Weise. Die AKW-Betreiber setzen Wirtschaftlichkeit vor
Gesundheitsschutz. Die Aufsichtsbehörden decken diese Prioritätensetzung
auch noch. Das ist nicht hinnehmbar. Deswegen haben wir heute bei den
Staatsanwaltschaften Karlsruhe, Hannover und Essen Strafanzeige wegen
des Verstoßes unter anderem gegen die Strahlenschutzverordnung
erstattet.
Weil die Brennelemente-Steuer nach derzeitigem Stand Ende 2016 ausläuft,
haben EnBW, Eon und RWE ihre Reaktoren bei der diesjähnrigen Revision
nicht wie sonst üblich vollgetankt, sondern nur wenige neue
Brennelemente eingesetzt. Stattdessen wollen sie alle Reaktoren um den
Jahreswechsel 2016/2017 erneut öffnen, um – dann steuerfrei – weitere
Brennstäbe nachzuladen. Bei jedem Öffnen des Reaktordeckels steigen die
radioaktiven Emissionen des AKW auf ein Vielhundertfaches des sonst
üblichen Wertes an. Diese Emissionsspitzen stehen im Verdacht, für die
erhöhten Kinderkrebsraten in der Umgebung von Atomkraftwerken
verantwortlich zu sein.
Für die zusätzlichen ‚Tankstopps‘ sind ganz offensichtlich allein
wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend. RWE hat das im Falle des AKW
Gundremmingen C sogar ganz offen eingeräumt. Ein solches Verhalten darf
der Gesetzgeber nicht auch noch finanziell belohnen. Der Bundestag, der
diese Woche erneut über die Brennelemente-Steuer debattiert, muss diese
daher über 2016 hinaus verlängern und so das Steuerschlupfloch stopfen.“
HINWEIS
Ein Hintergrund-Papier zum Steuerspartrick der AKW-Betreiber sowie
Fragen und Antworten zur Brennelemente-Steuer finden Sie unter:
- http://www.ausgestrahlt.de/brennelemente-steuer/dossier/
-
https://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/kampagnen/kampagne-keine-steuerbefreiung-fuer-akw/faq/
Rückfragen an
Armin Simon, Tel.: 0163-8832446
http://www.ausgestrahlt.de
.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die
Atomkraftgegner*innen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen
Protest zu machen.
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Pressedienst von ausgestrahlt.de
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