.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie
Campact
Umweltinstitut München

Gemeinsame Pressemitteilung


Aus für die Brennelementesteuer: Fiskus verschenkt Milliarden

Campact, Umweltinstitut und .ausgestrahlt kritisieren Steuerbefreiung
für AKW-Betreiber

Berlin, 15.12.2016. Zum Jahresende wird die Steuer auf Brennelemente für
Atomkraftwerke auslaufen. Mit der Mehrheit der Regierungsfraktionen von
SPD und CDU/CSU hat der Bundestag heute einen Antrag von Bündnis 90/Die
Grünen zur Verlängerung dieser Steuer abgelehnt. Campact, die
Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt und das Umweltinstitut München
beklagen, dass die Bundesregierung den Betreiberfirmen damit ein
Steuergeschenk in Milliardenhöhe macht. Die Bundesregierung verpasst so
erneut die Chance, Eon, RWE und EnBW angemessen an den Folgekosten der
Atomkraft zu beteiligen.

Die Steuer wird seit 2011 beim Austausch von Brennelementen erhoben.
Weil die Steuer 2016 auslaufen soll, haben die Atomkonzerne dieses Jahr
sogar nur ein Minimum ihrer Brennelemente erneuert und den regulären
Austausch außerplanmäßig ins neue Jahr geschoben. Dem Bundeshaushalt
entgehen dadurch allein für 2016 Steuern in Höhe von rund 750 Millionen
Euro.

“Die CDU hat sich in der Koalition mit der Befristung der Steuer
durchgesetzt und damit den Atomkonzernen den roten Teppich zur
Steuervermeidung ausgerollt,” kommentiert Katrin Beushausen von Campact.
“Der lange und steinige Weg aus der Atomkraft bleibt so Sache der
Steuerzahler.” Um das zu vermeiden, hatten sich auch rund 300.000
Bürgerinnen und Bürger für den Bestand der Steuer ausgesprochen. Kurz
vor der Abstimmung nahm Lothar Binding, finanzpolitischer Sprecher der
SPD-Bundestagsfraktion, die Unterschriften entgegen. Die SPD hatte
zuletzt die Bereitschaft geäußert, die Brennelementesteuer zu
verlängern. Schlussendlich beugte sie sich aber der Koalitionsdisziplin.

“Bis 2022 werden die Energiekonzerne durch den Wegfall der
Brennelementesteuer knapp sechs Milliarden Euro sparen”, erklärt
Franziska Buch, Energiereferentin am Umweltinstitut München. “Das
entspricht in etwa dem sogenannten Risikoaufschlag, durch dessen Zahlung
sie sich aus der Verantwortung für die Kostenrisiken der
Atommüll-Lagerung freikaufen können. Letztlich nimmt der Staat den
AKW-Betreibern die Haftung für ihren Müll also ohne jegliche finanzielle
Gegenleistung ab.”

“Die Milliarden-Geschenke, die der Bundestag den AKW-Betreibern heute
macht, haben nicht nur finanzpolitische Auswirkungen”, so Jochen Stay,
Sprecher von .ausgestrahlt. “Niemand muss sich bei solchen
Entscheidungen wundern, wenn die Politikverdrossenheit und das
Unverständnis für staatliches Handeln in der Bevölkerung weiter wächst.”

.ausgestrahlt-Dossier zum Steuerschlupfloch bei der Brennelementesteuer:
http://www.ausgestrahlt.de/brennelemente-steuer/dossier


Pressekontakt:
.ausgestrahlt: Jochen Stay, Tel.mob.: 0170 9358759, [email protected];
Umweltinstitut München: Franziska Buch, Tel.mob.: 0157 34724899,
[email protected];
Campact: Svenja Koch, 04231 957 590 (auch mobil), [email protected]

-- 
Pressedienst von ausgestrahlt.de
Für Rückfragen mailto:[email protected]
oder im Internet unter:
https://www.ausgestrahlt.de

Antwort per Email an