.ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung

Aachen, 22. Juni 2017


90 km lange Anti-Atom-Menschenkette am Sonntag

„KettenreAktion Tihange“: Aktion der Superlative, grenzüberschreitend
durch Belgien, die Niederlande und Deutschland / Zehntausende
Demonstrantinnen und Demonstranten erwartet / Breites politisches
Bündnis / Auch andere Atomanlagen im Fokus

(Hinweise für ihre Berichterstattung am Ende dieser Pressemitteilung)


Am kommenden Sonntag, den 25. Juni, werden Zehntausende eine 90 km lange
Menschenkette vom belgischen Atomkraftwerk Tihange über Lüttich (B) und
Maastricht (NL) bis Aachen (D) bilden. Sie fordern die sofortige
Abschaltung des AKW Tihange und wenden sich gleichzeitig auch gegen den
Weiterbetrieb weiterer Reaktoren in Frankreich, Belgien, den
Niederlanden und Deutschland. Ziel des Protests ist auch der Stopp von
Brennelement-Lieferungen für belgische Skandalreaktoren aus der
Atomfabrik im emsländischen Lingen. Stattdessen sollte auch diese Anlage
stillgelegt werden.

Bisher gibt es für den grenzüberschreitenden Protest unter dem Motto
„KettenreAktion Tihange“ fast 30.000 Anmeldungen. Alleine in den letzten
drei Tagen sind über 6.000 Anmeldungen dazugekommen. Die Veranstalter,
Anti-Atom-Initiativen aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland,
rechnen mit weiteren Anmeldungen bis Sonntag und zusätzlich mit
zahlreichen unangemeldeten Demonstrantinnen und Demonstranten. Damit
dürfte die Menschenkette zur einer der größten grenzüberschreitenden
Protest-Veranstaltungen werden, die es in der jüngeren europäischen
Geschichte gegeben hat. Gleichzeitig ist es für Deutschland der größte
Anti-Atom-Protest seit den Fukushima-Demonstrationen 2011. Und es wird
definitiv der bisher größte Protest gegen das AKW Tihange.

Aus ganz Belgien, den ganzen Niederlanden und ganz Deutschland werden
Atomkraftgegner zu der Menschenkette anreisen. Doch die meisten werden
aus der Euregio im Dreiländereck kommen, die am schwersten von einem
Unfall in Tihange betroffen wäre. Ganz bewusst werden an den einzelnen
Streckenabschnitten Menschen aus allen beteiligten Ländern gemischt
demonstrieren, Hand in Hand als europäische Bürgerinnen und Bürger gegen
die Bedrohung aus Atomkraftwerken.

Die Schirmherrschaft für die Aktion haben der belgische Schauspieler und
Regisseur Bouli Lanners, der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp
(CDU), der Präsident der Städteregion Aachen Helmut Etschenberg (CDU)
und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos)
übernommen. Auch Gliederungen von SPD, Grünen, Linkspartei und Piraten
unterstützen auf deutscher Seite die Menschenkette. Organisiert wird sie
jedoch maßgeblich von meist ehrenamtlichen Anti-Atom-Initiativen, mit
Unterstützung von Umweltverbänden und weiteren gesellschaftlichen
Organisationen aus allen beteiligten Ländern. So ist insgesamt das wohl
breiteste Bündnis in der Geschichte der Anti-Atom-Bewegung entstanden.

Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, der die
Idee zu dieser Aktion hatte, erklärt dazu:

„Im Dreiländereck zwischen Belgien, den Niederlanden und Deutschland ist
in den letzten Jahren eine kraftvolle grenzüberschreitende
Anti-Atom-Bewegung entstanden. Ausgelöst durch die desolaten Zustände in
den belgischen Atomkraftwerken Tihange und Doel mit tausenden Rissen in
den Reaktordruckbehältern, wehren sich die Menschen gegen die strahlende
Bedrohung.

Wir wissen: der Super-GAU kann jeden Tag in jedem Reaktor passieren. Die
Region um Aachen, Maastricht und Lüttich ist nicht nur durch Tihange
oder Doel bedroht, sondern auch durch die AKW Borssele in den
Niederlanden, Cattenom, Chooz und Gravelines in Frankreich und durch die
Atomkraftwerke Lingen und Grohnde in Deutschland.

Wer das Risiko senken will, muss alle AKW abschalten, in Europa und
weltweit. Deshalb demonstrieren wir am 25. Juni grenzüberschreitend –
gegen Tihange und Doel sowie gegen alle anderen noch laufenden Reaktoren
und Atomfabriken.

Wer wie die Bundesregierung gegenüber den Nachbarländern auf das
Abschalten ihrer Schrottmeiler drängt, muss mit gutem Beispiel
vorangehen. Denn viele vergessen: Deutschland ist hinter Frankreich nach
wie vor der zweitgrößte Atomstromproduzent in der EU. Der Atomausstieg
in Deutschland dauert viel zu lange.

Vom Ausstieg ganz ausgenommen sind bisher die Atomfabriken in Lingen und
Gronau, die unbefristete Betriebsgenehmigungen haben und AKW in
zahlreichen Ländern mit Brennstoff versorgen. Auch Tihange und Doel
werden mit Brennelementen aus Lingen betrieben. Das muss aufhören. Die
Anlagen in Lingen und Gronau müssen sofort geschlossen werden.“


Hinweise für ihre Berichterstattung:

Die Menschenkette bietet fantastische Bilder, eine bunte Mischung von
interessanten Akteurinnen und Akteuren und ist durch ihren
grenzüberschreitenden, trinationalen Charakter und ihre Größe ein
starkes Zeichen der europäischen Zivilgesellschaft  – ein besonderes
Ereignis, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten!

Sie können gerne auch Interviews für Ihre Vorberichterstattung in den
nächsten Tagen oder aber auch am Kettentag mit uns vereinbaren.

Rückfragen an
Jochen Stay
Sprecher von .ausgestrahlt
Tel.: 0170-9358759

Informationen über Tihange, die Situation vor Ort und über
Ansprechpartner während der Aktion bekommen sie von
Jörg Schellenberg
Sprecher des Aachener Aktionsbündnisses gegen Atomenergie
Tel. 0157-74938099
E-Mail: [email protected]

Nähere Informationen über die Menschenkette:
http://www.kettenreaktion-tihange.de/

Aufruf des Aachener Oberbürgermeisters:
https://www.facebook.com/unseraachen/videos/10154913574319811/

Aufruf des belgischen Schauspielers und Regisseurs Bouli Lanners:
https://www.facebook.com/bouli.lanners.off/videos/1857084154619577/


.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die
AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen
Protest zu machen.


-- 
Pressedienst von ausgestrahlt.de
Für Rückfragen mailto:[email protected]
oder im Internet unter:
https://www.ausgestrahlt.de

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