Gemeinsamme Pressemitteilung

.ausgestrahlt, gemeinsam gegen Atomenergie
Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
Aktionsbündnis "Stop Westcastor"
AntiAtomBonn
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband
Nordrhein-Westfalen (BUND)
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
Bündnis gegen Braunkohle
Bürgerinitiative LoB - Leben ohne Braunkohle Pulheim-Stommeln
Initiative Buirer für Buir
Internationale Ärzte zur Verhütung eines Atomkriegs/Ärzte in sozialer
Verantwortung (IPPNW)
Stop Tihange


Aachen/Buir/Düsseldorf/Hamburg, 19.12.2017


Super-GAU verhindern – aber ohne Klimakiller!

Anti-Atomkraft- und Anti-Kohle-Initiativen sowie Umweltverbände wenden
sich gemeinsam gegen den Entwurf des NRW Ministerpräsidenten Laschet,
den im AKW Tihange produzierten Atomstrom durch Braunkohlestrom aus NRW
zu ersetzen. Wie Studien belegten ist die sofortige Abschaltung von
Tihange 2 und Doel 3 problemlos möglich - dazu bedürfe es keiner neuen
Stromtrasse. Es gebe darüber hinaus viel bessere, kurzfristigere und
dezentrale Möglichkeiten, in Zukunft auch den übrigen Atomstrom in
Belgien zu ersetzen.

Braunkohle ist der klimaschädlichste aller Energieträger. In
Nordrhein-Westfalen werden jährlich etwa 285 Millionen Tonnen
Kohlendioxid ausgestoßen. Etwa ein Drittel davon geht auf das Konto der
rheinischen Braunkohle, die rechnerisch ohnehin nur Strom für den Export
produziert, da der Strommarkt im Inland übersättigt ist.

Die Anti-Atom- und Anti-Kohle-Initiativen werfen Laschet vor, sich mit
seinem Vorschlag zum Sprachrohr und Lobbyisten des Energiekonzerns RWE
zu machen.

„Herr Laschet sucht offensichtlich verzweifelt nach Absatzmärkten für
den überflüssigen Braunkohlestrom,“  kommentiert  Andreas Büttgen von
der „Initiative Buirer für Buir“. “Das untergräbt auch strukturell das
Ziel einer europäischen Energiewende. Wir dürfen und werden eine solche
rückwärtsgewandte Klientelpolitik nicht zulassen. Wir müssen sofort mit
der Braunkohleverstromung aufhören!“ .

"Armin Laschet will den Teufel Atom mit dem Beelzebub Braunkohle
austreiben", sagt der Landesvorsitzende des BUND NRW Holger Sticht. "Es
ist jedoch eine Fehlleistung, aus der Situation Profit für den
Großkonzern RWE schlagen zu wollen, anstatt endlich die Weichen in
Richtung einer zukunftsfähigen Energiegewinnung zu stellen."

„Atomausstieg und Kohleausstieg gehören zusammen“, so Dr. med. Angelika
Claußen Europa-Vorsitzende der IPPNW (Internationale Ärzte zur Verhütung
des Atomkriegs). „ Beides sind Energiequellen der Vergangenheit und sie
gefährden auf unterschiedliche Weise die Gesundheit der Bevölkerung. In
Deutschland, in Belgien und weltweit leiden die Menschen unter den
Folgen von Radioaktivität sowie den giftigen Schadstoffen Feinstaub,
Stickoxid, Quecksilber, Blei, Arsen, Chrom, Nickel und Cadmium, die
durch Braunkohlekraftwerke und -tagebaue freigesetzt werden. Deshalb
fordern wir den sofortigen Ausstieg aus der Urananreicherungsanlage in
Gronau und den schnellstmöglichen Kohleausstieg.“

Auch die Aachener Anti-Atominitiativen sind über Laschet verärgert, „Der
Vorschlag bringt uns der Abschaltung von Tihange kein Jota näher.  Sie
muss politisch durchgesetzt werden. Technisch ist sie längst möglich.
Vor etwa drei Jahren waren die Riss-Reaktoren 21 Monate lang außer
Betrieb, ohne dass es auch nur annähernd zu Versorgungsengpässen
gekommen wäre.,“ so Jörg Schellenberg vom Aachener Aktionsbündnis gegen
Atomenergie.

Eine Koppelung der Stromnetze zwischen Belgien und NRW wurde schon von
der vorherigen Landesregierung vorgeschlagen und ist daher nicht neu.
Die geplante, aber noch nicht genehmigte ALEGrO-Trasse könnte jedoch
frühestens 2020 fertig gestellt werden. Dem steigenden Risiko eines
Super-GAUs in Tihange und Doel muss aber jetzt begegnet werden – durch
die sofortige Stilllegung der Riss-Reaktoren.

„Armin Laschet tut so, als ginge es ihm um den Schutz der Bevölkerung.
Das Gegenteil ist der Fall. Wenn er sich wirklich für die Abschaltung
von Tihange 2 und Doel 3 einsetzen will, darf er das nicht von
Stromtrassen abhängig machen,“ äußert Jochen Stay von der
Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt.


Pressekontakte:

Jörg Schellenberg (Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie), Tel:
0157-74938099
Andreas Büttgen (Initiative Buirer für Buir), Tel:  0173-5146141
Dirk Jansen (BUND NRW), Tel:  0211 / 30200 5-22
Angelika Claußen (IPPNW), Tel: 0172-5882786
Jochen Stay (.ausgestrahlt): 0170-9358759


Weitere Informationen unter:

https://www.anti-akw-ac.de/
http://www.stop-tihange.org/de/
www.bund-nrw.de
https://www.ausgestrahlt.de/
http://www.antiatombonn.de/index.php/sofortausstieg
http://bündnis-gegen-braunkohle.de/

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oder im Internet unter:
https://www.ausgestrahlt.de

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