.ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung

Hamburg, 10. Januar 2019


Atommüll-Bundesamt informiert einseitig

Bundesweite Veranstaltungen für Kommunen unter Ausschluss der
Öffentlichkeit. Es fehlt an Transparenz, an Mitbestimmung und an
Wissenschaftlichkeit im Suchverfahren für ein Atommüll-Lager


Welche Gemeinde bekommt den strahlenden Abfall aus den Atomkraftwerken?
In dieser und der nächsten Woche organisiert das Bundesamt für
kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) in Leipzig, Hamburg,
Frankfurt/M und Ulm vier Informationsveranstaltungen für Vertreterinnen
und Vertreter von Kommunen aus dem ganzen Bundesgebiet. Thema ist das
Standortsuchverfahren für ein tiefengeologisches Lager für
hochradioaktiven Atommüll.

Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation
.ausgestrahlt:

„Das Atommüll-Bundesamt gaukelt mit den Veranstaltungen etwas vor, was
es nicht gibt: Es verspricht umfassende Information, obwohl es keine
Transparenz über die geologische Datengrundlage von zukünftigen
Standort-Entscheidungen gibt. Es spricht von Dialog, obwohl die
betroffenen Kommunen laut Standortauswahlgesetz zwar viel sagen können,
aber nicht gehört werden müssen. Zudem steht das ganze Verfahren unter
immensem Zeitdruck, der wenig Raum lässt für die Infragestellung einmal
getroffener Annahmen und so zu eklatanten Fehlentscheidungen führen kann.

Und schließlich wird den potenziell betroffenen Gemeinden suggeriert, es
gäbe ein faires Verfahren nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Doch
bei der Festlegung der im Gesetz beschriebenen Kriterien für die
Standortauswahl waren nicht ausschließlich geologische Erwägungen und
Sicherheits-Überlegungen ausschlaggebend. Sie sind stattdessen Ergebnis
eines politischen Aushandlungsprozesses in der Atommüll-Kommission, in
der jede Landesregierung bemüht war, Gesichtspunkte nach vorne zu
stellen, die das eigene Territorium ausschließen. Das führt dazu, dass
einige Kriterien nur sehr vage formuliert sind und damit der politischen
Manipulation im Auswahlprozess Tür und Tor geöffnet ist.

Die Gefahr ist groß, dass am Ende nicht der beste Standort ausgewählt
wird, sondern diejenige Gemeinde das strahlende Erbe aufgezwungen
bekommt, die sich am schlechtesten wehren konnte.

Die Veranstaltungen für die Kommunen informieren einseitig. Sie sind
nicht öffentlich, so dass die dort vertretenen Städte und Landkreise
keine Argumente von kompetenten Kritikerinnen und Kritiker des
Suchverfahrens hören können. .ausgestrahlt hat sich deshalb dazu
entschieden, kritisches Informationsmaterial zur Standortsuche vor den
Toren der jeweiligen Veranstaltung an die Teilnehmenden zu verteilen.
Darin bieten wir den Kommunen auch unsere Beratung an.“

.ausgestrahlt-Sprecher Jochen Stay wird heute vor Beginn der
Veranstaltung in Hamburg vor Ort sein und steht für Presse-Anfragen zur
Verfügung.

Rückfragen an
Jochen Stay
Sprecher von .ausgestrahlt
Tel.: 0170-9358759


.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die
Atomkraftgegner*innen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen
Protest zu machen.
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