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Redaktion: Kathrin Klinkusch, Britta Hennigs, Linda Baumann
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P R E S S E D I E N S T  ----  NR. 100/10 ---- 27.8.2010 
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Umwelt/Energie/Klima
NABU fordert bei Kohlendioxid-Speicherung Schutz von Mensch und Natur 
Miller: CCS-Technologie muss Klimaschutz dienen und absolut sicher
sein

Berlin - Anlässlich der heutigen Anhörung zum Gesetzentwurf über die
Abtrennung und unterirdische Speicherung von Kohlendioxid (Carbon
Dioxide Capture and Storage = CCS) hat der NABU die Bundesregierung
aufgefordert, den Schutz von Mensch und Natur in den Mittelpunkt zu
stellen. „Wenn Kohlendioxid zunächst durch kilometerlange Pipelines
befördert und dann tief in die Erde gepumpt wird, müssen die
Sicherheit der Bevölkerung und der Schutz der Natur an erster Stelle
stehen“, forderte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die
Langzeitsicherheit der unterirdischen Kohlendioxid-Deponien sei der
Knackpunkt der Technologie. Nur wenn gewährleistet sei, dass das in den
Untergrund gepresste Treibhausgas das Trinkwasser nicht gefährdet und
keinesfalls zurück an die Oberfläche gelangt, dürfe die potenzielle
Klimaschutztechnologie vorsichtig erprobt werden.

Dabei warnte der NABU die Bundesregierung davor, die Risiken von den
Verursachern auf die Gesellschaft abzuwälzen. „Die Koalition ermöglicht
es den Energiekonzernen, weiter Kohle zu verbrennen, das dabei
entstehende Kohlendioxid unter die Erde zu pumpen, aber ohne langfristig
für mögliche Risiken zu haften“, bemängelte Miller. Es dürfe nicht
sein, dass die finanzielle Verantwortung für alle potenziellen
Folgeschäden der CCS-Technologie schon nach maximal 30 Jahren auf die
Steuerzahler übergehe. 

Der NABU begrüßte, dass der Gesetzentwurf den Einsatz von CCS auf
wenige Demonstrationsprojekte beschränkt. „Möglicherweise werden wir
diese Technik eines Tages brauchen, damit die beispielsweise bei der
Produktion von Zement oder Stahl unvermeidbaren Treibhausgasemissionen
das Klima nicht weiter aufheizen. Für einen solchen Zweck ist die
behutsame Erforschung der Technologie sinnvoll“, erklärte
NABU-Energieexperte Elmar Große Ruse. Die Energieversorgung in
Deutschland lasse sich dagegen auch ohne CCS klimafreundlich umbauen.
Daher sollte die Technik vor allem in Industrieanlagen statt in
Kohlekraftwerken erprobt werden.

Für Rückfragen:
Elmar Große Ruse, NABU-Energieexperte, 030-284984-1611, 0173-3522872

Die Stellungnahme des NABU zum Gesetzentwurf im Internet zu finden
unter 
http://www.nabu.de/themen/klimaschutz/nationalerklimaschutz/10833.html







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