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From: DUH Presse [mailto:[email protected]] 
Sent: Tuesday, July 26, 2011 9:45 AM
To: DUH Presse
Subject: Danone führt Verbraucher mit Werbung für Joghurtbecher aus 
Biokunststoff in die Irre

Pressemitteilung


Danone führt Verbraucher mit Werbung für Joghurtbecher aus Biokunststoff in die 
Irre

* Deutsche Umwelthilfe mahnt Danone wegen irreführender Werbung für neue 
Activia-Joghurtbecher aus Bioplastik ab 
* IFEU-Studie belegt: Joghurtbecher aus so genanntem Biokunststoff haben keine 
gesamtökologischen Vorteile gegenüber herkömmlichen Plastikbechern 
* DUH-Bundesgeschäftsführer Resch fordert Stopp der Verbrauchertäuschung und 
kündigt Klage gegen Danone an


Berlin, 26. Juli 2011: Mit der Einführung von Joghurtbechern aus dem so 
genannten Biokunststoff Polymilchsäure (PLA), auf Basis von Maisstärke, will 
sich die Danone GmbH ein vermeintlich grünes Image verschaffen. Eine zentrale 
Rolle in der aktuellen Werbekampagne von Danone für seine Biokunststoffbecher 
spielt eine Ökobilanz, die im Auftrag des Unternehmens vom renommierten 
IFEU-Institut erstellt wurde. Der Umwelt- und klageberechtigte 
Verbraucherschutzverband Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) hat allerdings 
erhebliche Diskrepanzen zwischen den Ergebnissen der Ökobilanz und der von 
Danone kommunizierten vermeintlichen Umweltvorteile des neuen 
Activia-Joghurtbechers festgestellt. 

"Der vermeintlich grüne Schein vom neuen Activia-Becher verblasst beim Lesen 
der Ökobilanz sehr schnell", erklärt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. 
"Statt auf tatsächlich umweltfreundliche Verpackungen umzustellen, täuscht 
Danone seine Kunden und versucht mit sprachlichen Tricks den neuen 
Activia-Becher als besonders umweltfreundlich darzustellen". Die gezielt 
verzerrende Kommunikationsstrategie von Danone sei ein "Musterbeispiel für 
Greenwashing" und eine "ungewöhnlich dreiste Art der Verbrauchertäuschung". Die 
DUH fordert die Danone GmbH zum sofortigen Stopp der irreführenden 
Verbraucherinformation zu den Activia-Bechern aus PLA sowie zur Prüfung des 
Einsatzes von Verpackungsmaterialien mit wirklichen Umweltvorteilen auf.

Die DUH hat die Danone GmbH in drei Punkten wegen irreführender Werbung 
abgemahnt. Abgemahnt wurden Aussagen zur angeblichen Umweltfreundlichkeit und 
Verwertung des PLA-Joghurtbechers sowie zum angeblich nachhaltigen Anbau der 
für die Becher verwendeten Maispflanzen. Nachdem der Lebensmittelkonzern die 
Unterzeichnung einer entsprechenden Unterlassungserklärung verweigerte, wird 
die DUH nunmehr auf dem Klageweg die rechtliche Klärung vor Gericht 
herbeiführen. 

Sowohl auf den Activia-Bechern als auch auf den Internetseiten von Danone wird 
der Biokunststoffbecher als umweltfreundlicher als sein Vorgänger aus 
Polystyrol beworben. Doch solche Aussagen gibt die Ökobilanz nicht her. Das 
IFEU-Institut stellt unter Betrachtung aller zwölf untersuchten 
Wirkungskategorien fest, dass sich "kein ökobilanzieller Vor-oder Nachteil für 
eines der beiden Systeme ableiten" lässt. Ein vermeintlicher Vorteil für den 
Biokunststoffbecher lässt sich nur dann errechnen, wenn einzelne 
Wirkungskategorien aus der Gesamtbetrachtung herausgerissen werden. Danone hat 
sich entsprechend die beiden Kategorien "Klimawandel" und "Fossiler 
Ressourcenverbrauch" ausgesucht. Andere Wirkungskategorien, bei denen der 
Kunststoff PLA deutlich schlechter abschneidet, werden hingegen verschwiegen. 
Dabei weist das IFEU-Institut in der Ökobilanz explizit darauf hin, dass 
derartige Teilbewertungen nicht für gesamtökologische Aussagen herangezogen 
werden können. Ebenso empfiehlt das IFEU-Institut ausdrücklich, bei der 
Gestaltung von Informationen an Endverbraucher neben den Vorteilen von 
Activia-Bechern aus PLA deren Nachteile nicht zu verschweigen. "Eine ehrliche 
Kommunikation der Ökobilanzergebnisse passt offensichtlich nicht in das 
Werbekonzept von Danone: Während einzelne Vorteile des neuen Activia-Bechers 
aus dem Zusammenhang gerissen und aufgeblasen werden, werden die Nachteile 
konsequent verschwiegen", so Resch. 

Danone empfiehlt Verbrauchern, leere Activia-Becher im gelben Sack zu 
entsorgen, damit sie "optimal verwertet bzw. recycelt" werden können. 
Tatsächlich werden Activia-Becher aus PLA nicht recycelt, sondern in der Regel 
verbrannt. Es existiert weder eine Sortiergruppe für PLA-Kunststoff im 
Grünen-Punkt-System noch findet ein stoffliches Recycling statt. Dabei schreibt 
die fünfstufige Abfallhierarchie eindeutig den Vorrang des Recyclings vor. "Die 
Verbrennung von Joghurtbechern aus PLA - sei es in Müllverbrennungsanlagen oder 
als Ersatzbrennstoff in Kraftwerken - stellt weder ein Recycling, noch eine 
optimale Verwertung dar", erklärt Maria Elander, DUH-Bereichsleiterin 
Kreislaufwirtschaft. "Ankündigungen von Danone, zukünftig PLA-Becher recyceln 
zu wollen, macht den Activia-Becher von heute nicht umweltfreundlicher". 

Biokunststoffe sind gemäß Verpackungsverordnung bis Ende 2012 von der 
Lizenzierung bei den dualen Systemen befreit. Eine Nicht-Lizenzierung der 
Activia-Becher würde Danone Millionenbeträge für die Verpackungsentsorgung 
ersparen. Auch die Lizenzierung von Biokunststoffverpackungen als 
Naturmaterialien würde die Entsorgungskosten um ein Vielfaches günstiger 
ausfallen lassen als bei rohölbasierten Kunststoffverpackungen oder 
Verbundverpackungen. "Die Einführung von Bioplastikverpackungen ohne 
Kreislaufführung katapultiert Danone in die Steinzeit der Recyclingwirtschaft. 
Für andere bei Lebensmittelverpackungen eingesetzten Kunststoffen existiert ein 
stoffliches Recycling. Danone suggeriert nun sogar angebliche Umweltvorteile - 
ganz offensichtlich um auf Kosten der Gutgläubigkeit der Verbraucher maximalen 
Profit zu erzielen", so Resch. 

Ebenfalls nicht akzeptabel ist für die DUH, dass der Biokunststoff PLA 
zumindest teilweise aus Genmais besteht. Auch mit dieser Tatsache geht Danone 
in seinen Werbeaussagen kreativ um: So behauptet Danone auf den Activia-Bechern 
und in der Werbung, dass die zur Becherherstellung verwendeten Maispflanzen aus 
"zertifiziert nachhaltigem Anbau" stammen. Dabei wird in der Anlage, die u.a. 
das PLA-Granulat für die Activia-Becher herstellt, sowohl Mais aus 
zertifiziertem als auch aus nicht-zertifiziertem Anbau verwendet. Eine 
sortenreine Herstellung des PLA-Granulats für die Activia-Becher erfolgt nicht. 
Es ist somit nicht sichergestellt, dass das PLA-Granulat, das zur Herstellung 
von Activia-Bechern verwendet wird, nicht aus gentechnisch modifiziertem Mais 
stammt.

Die Danone GmbH ist sehr bemüht, auch Multiplikatoren bei den Umwelt- und 
Verbraucherschutzverbänden von den angeblichen Vorteile ihrer neuen, für sie 
finanziell attraktiven Verpackungsalternative zu überzeugen. So findet am 
heutigen Dienstag den 26.7.2011 in Berlin das zweite Danone 
Verpackungs-Kolloquium zum Thema PLA-Becher von Activia statt. Doch 
offensichtlich werden die Teilnehmer der Veranstaltung handverlesen. Die 
Experten der DUH wurden nach anfänglicher Teilnahmebestätigung kurzfristig 
wieder ausgeladen.

Für Rückfragen:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer, Deutsche Umwelthilfe e.V., Hackescher 
Markt 4, 10178 Berlin, Mobil.: 0171 3649170, E-Mail: [email protected]  

Maria Elander, Leiterin Kreislaufwirtschaft, Deutsche Umwelthilfe e.V., 
Hackescher Markt 4, 10178 Berlin, Tel.: 030 2400867-41, Mobil: 0160 5337376, 
E-Mail: [email protected]

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