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N A B U - P R E S S E D I E N S T  ----  NR. 13/12 ---- 31.1.2012 
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Internationaler Naturschutz
NABU: Kaukasischer Rothirsch vom Aussterben bedroht
Russische Naturschützer besichtigen Schutzprojekte in Deutschland
 
Berlin – Um den Maral, die westasiatische Unterart des Rothirsches, vor
der Ausrottung zu bewahren, besuchten Vertreter des kaukasischen
Naturschutzes die NABU-Bundesgeschäftsstelle in Berlin und informierten
sich über den Aufbau von Gehegen, Zuchtprogramme sowie Auswilderungen
von vom Aussterben bedrohten Tierarten. Im Westkaukasus droht dem Maral
derzeit das gleiche Schicksal wie dem Bergwisenten, der einst einen
Großteil des europäischen Kontinents besiedelte und in den 20er
Jahren des vorigen Jahrhunderts ausgerottet wurde. Nach jahrzehntelangen
Rückzüchtungen aus weltweit nur 48 verbliebenen Wisenten, die fast
ausschließlich in deutschen Gehegen überlebten, gelang es, die Tierart
vor dem Aussterben zu bewahren. 
Der NABU hat bereits jahrzehntelange Erfahrung in der Artenschutzarbeit
im Kaukasus und betreibt eine Antiwilderereinheit und Monitoring zum
Schutz der Wisente. Zuletzt konnte ein Bestandzuwachs der Tiere von rund
zehn Prozent auf 540 vermeldet werden. In der Döberitzer Heide in
Brandenburg gibt es erfolgreiche Vorzeigeprojekte der Heinz Sielmann
Stiftung zur Aufzucht und zum Schutz von Wisenten, Przewalski-Pferden
und Rothirschen, nach dessen Vorbild die kaukasischen Rothirsche
ebenfalls vor dem Aussterben bewahrt werden sollen. Die Direktoren des
Schutzgebietes „Zapovednik Kavkasky“, das fast 90 Prozent des
Weltnaturerbes Westkaukasus ausmacht, und der Naturschutzorganisation
„NABU Kavkaz“ besuchten neben der Döberitzer Heide auch das Landesamt
für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz in Brandenburg und den
Nationalpark Berchtesgaden, der besondere Erfahrung bei der Ausweisung
alpiner Schutzgebiete hat.
Neben dem Erhalt des Marals geht es bei der Deutsch-Kaukasischen
Zusammenarbeit vor allem um den Fortgang eines gemeinsamen
Klimaschutzprojektes zum Aufbau einer Pufferzone für das Weltnaturerbe
Westkaukasus, der Heimat der Marale und Bergwisente. Der NABU hat durch
seine Mitarbeit maßgeblich dazu beitragen, dass die UNESCO die größten
zusammenhängenden Bergwälder Europas und Westasiens zum Weltnaturerbe
ernannt hat. Das Projekt „Weltnaturerbe Westkaukasus – Klimaschutz durch
nachhaltige Waldbewirtschaftung und dezentrale Nutzung erneuerbarer
Energien in der neu zu schaffenden Pufferzone“ wird seit Dezember 2010
vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Internationalen
Klimaschutzinitiative (IKI) gefördert. Der nächste wichtige Schritt
innerhalb des Projektes wird die Unterzeichnung einer Absichtserklärung
durch die Regierungsvertreter der kaukasischen Republik Adygea und der
Krasnodarer Region sein, in der diese ihre Unterstützung bei der
Schaffung einer Pufferzone sowie weiteren Schutzmaßnahmen für das
Weltnaturerbegebiet Westkaukausus bekräftigen. Die dafür erforderlichen
ersten Entwürfe zur Lage der Pufferzone sowie ein Leitbild und
Managementvorschläge stellten die Direktoren der Schutzgebietsverwaltung
anlässlich des Besuches in Berlin vor.
 
Für Rückfragen:
Anja Wünsch, NABU-Kaukasusprogramm, Tel. 030-284984-1172
Britta Hennigs, NABU-Pressestelle, Tel. 030-284984-1722
 
Im Internet zu finden unter www.NABU.de 
 
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NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722, 
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: [email protected]
Redaktion: Karin Deckenbach, Britta Hennigs, Jasmin Singgih
 
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