Deutscher Naturschutzring (DNR)
Deutscher Kulturrat

Gemeinsame Presseerklärung


10 Jahre Abschlussbericht der Bundestags-Enquetekommission "Zukunft des 
Bürgerschaftlichen Engagements":

Deutscher Naturschutzring und Deutscher Kulturrat fordern Durchsetzung der 
Bürgergesellschaft

Berlin, 01.06.2012 - Am 3. Juni vor 10 Jahren wurde der Abschlussbericht der 
Bundestags-Enquetekommission "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements" dem 
Präsidenten des Deutschen Bundestages übergeben. Im Nachgang zum 
Abschlussbericht der Enquetekommission wurde einiges erreicht. So wurden zum 
Beispiel das Gemeinnützigkeitsrecht im Jahr 2007 reformiert und dabei 
Vorschläge der Enquetekommission aufgenommen.

Deutscher Naturschutzring und Deutscher Kulturrat bemängelten aber dennoch, 
dass der von der Enquetekommission vorgeschlagene Abbau bürokratischer 
Hemmnisse trotz nachdrücklicher Unterstützung durch den beim Bundeskanzleramt 
angesiedelten Normenkontrollrat von der Bundesregierung torpediert werde. Durch 
eine vermehrte Festbetrags- und Anteilsfinanzierung und die Anerkennung des 
Bürgerschaftlichen Engagements als Eigenanteil könne die Arbeit wesentlich 
vereinfacht werden.

"Die Bundesregierung versucht im Gegenteil durch den Entwurf des 
Jahressteuergesetzes 2013 unbotmäßigen Organisationen die Gemeinnützigkeit und 
damit häufig deren Existenzrecht zu entziehen. Zukünftig soll die bloße 
Erwähnung eines Verbandes im Verfassungsschutzbericht dazu führen, dass diese 
Organisation nicht mehr gemeinnützig sein kann. Von den im Abschlussbericht der 
Enquetekommission geforderten bundesweiten direktdemokratischen Verfahren wie 
Volksbegehren und Volksentscheid ist bisher ebenfalls nichts zu sehen. Wie 
dringend notwendig ein Ausbau der Teilhabe- und Mitgestaltungsmöglichkeiten 
ist, zeigen die skandalösen Vorgänge um Stuttgart 21," sagte der 
Generalsekretär des DNR, Dr. Helmut Röscheisen.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates und ehemaliges Mitglied der 
Enquetekommission "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements", Olaf 
Zimmermann, sagte: "Das Verständnis des Staates von der Zivilgesellschaft ist 
auch zehn Jahre nach der Vorlage des Abschlussberichtes der Enquetekommission 
immer noch durch ein tiefsitzendes Misstrauen geprägt. Statt wie von der 
Enquetekommission gefordert ein partnerschaftliches Verhältnis von Staat und 
Zivilgesellschaft zu erreichen, gehen viele öffentliche Stellen weiterhin davon 
aus, dass sie der Zivilgesellschaft die Richtung vorgeben dürften. Dies 
widerspricht eklatant den Empfehlungen der Enquetekommission."

Weitere Informationen:

Dr. Helmut Röscheisen, DNR-Generalsekretär, Tel. 030/678177570, 
mobil: 0160/97209108

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer Deutscher Kulturrat, Tel. 030/24728014, 
mobil: 0174/9373494

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