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N A B U - P R E S S E D I E N S T  ----  NR. 110/13 ---- 29.8.2013 
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Umwelt/Verkehr
NABU-Kampagne zeigt Wirkung: AIDA will umweltfreundlicher werden
Miller: Überfälliger Schritt – Jetzt müssen Worten Taten folgen 
 
Berlin/Hamburg – Der NABU hat die heutige Ankündigung von AIDA Cruises,
alle Kreuzfahrtschiffe mit moderner Abgastechnik ausrüsten zu wollen,
begrüßt. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Unsere Kampagne für
sauberere Kreuzfahrtschiffe zeigt Wirkung, endlich auch bei AIDA. Dieser
Schritt war überfällig. Selbstverständlich werden wir uns die
angekündigte Technik sehr genau ansehen müssen, um Wirksamkeit und
Umweltverträglichkeit zu prüfen.“
Seit Jahren fordert der NABU mit seiner Kampagne „Mir stinkts –
Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“ den Verzicht auf Schweröl sowie den
konsequenten Einsatz wirksamer Filtersysteme bei Kreuzfahrtschiffen.
„Dass AIDA sich jetzt seiner Verantwortung für die Umwelt stellen
will, zeigt, wie groß der öffentliche Druck auf die Branche geworden
ist. Jetzt sind die Mitbewerber gefragt, es AIDA gleich zu tun und
ebenfalls den Ausstoß hochgiftiger und umweltschädlicher Luftschadstoffe
zu reduzieren“, so Miller weiter. Allerdings bleiben Zweifel: Auf die
Frage, ob AIDA bei seinen neuen Schiffen ab 2015 auf Schweröl verzichten
werde, so wie es Ex-Chef Michael Thamm im vergangenen Jahr zugesagt
hatte, blieb das Unternehmen eine konkrete Antwort schuldig. Auch ist
unklar, bis wann das Umrüstprogramm abgeschlossen sein soll.
„Wir begrüßen das angekündigte Umweltengagement von AIDA und den damit
eingeleiteten Wettbewerb zwischen den Reedereien um den besten
Umweltschutz“, so Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg.
„Wir werden das Engagement von AIDA aber erst vollständig bewerten
können, wenn AIDA den Ankündigungen auch Taten folgen lässt. Hier
sind wir ja gebrannte Kinder.“ Den Menschen, die in Häfen und entlang
den Schifffahrtsrouten durch erhebliche Luftschadstoffe wie Rußpartikel,
Stickoxide oder Schwefeldioxid aus Kreuzfahrtschiffschornsteinen
nachweislich gesundheitlich geschädigt würden, nutzten alle gebrochenen
Zusagen zur Verbesserung der Luftqualität nichts. „Nach so vielen leeren
Versprechen steht AIDA ihren Kunden, Mitarbeitern und den Bürgern der
Hansestadt gegenüber in der Pflicht, endlich saubere Luft zu liefern“,
fordert Porschke. 
 
Für Rückfragen:
Dietmar Oeliger, NABU-Verkehrsexperte, 030-284984-1613, mobil
0172-9201823
Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg, Tel. 0172-4037167
 
Ein einziges modernes Kreuzfahrtschiff stößt täglich rund 450 Kilogramm
Rußpartikel, 5.250 Kilogramm Stickoxide und 7.500 Kilogramm
Schwefeldioxide aus. Die Luftschadstoffbelastung, die von den
untersuchten 20 Kreuzfahrtschiffen ausgeht, entspricht damit insgesamt
derjenigen von rund 120 Millionen modernen Pkw. 
 
Das NABU-Kreuzfahrt-Ranking als Grafik sowie Pressefotos von
Kreuzfahrtschiffen finden Sie zur kostenfreien Nutzung unter:
www.NABU.de/presse/fotos/#kreuzfahrtschiffe (weitere Formate und
Auflösungen des Rankings auf Anfrage)
Hintergrundpapier zu den Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen von
Kreuzfahrtschiffen:
www.NABU.de/downloads/mir_stinkts/NABU%20Hintergrund_Kreuzschifffahrt-Kampagne_final.pdf
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NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722, -1952
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: [email protected]
Redaktion: Kathrin Klinkusch, Annika Natus, Iris Barthel, Nicole Flöper

 
 
 
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