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N A B U - P R E S S E D I E N S T  ----  NR. 9/14 ---- 21.1.2014 
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Energie/Klimaschutz
NABU: Europa droht ein klimapolitischer Salto rückwärts 
Tschimpke: Ohne Merkel keine Energiewende-Ziele für 2030 in der EU
 
Berlin – Anlässlich der für morgen angekündigten Vorschläge der
EU-Kommission für die Energie- und Klimapolitik bis 2030 warnt
NABU-Präsident Olaf Tschimpke vor dem Scheitern einer gemeinsamen
Energie- und Klimapolitik in Europa. „Die EU braucht dringend die
richtigen Weichenstellungen, um ihre Energieversorgung zukunftsfähig
umzubauen. Stattdessen droht nun mit den Kommissions-Vorschlägen ein
Rückschritt zu unverbindlicher und national beliebiger Klimapolitik“,
so Tschimpke. Unter deutscher Führung hatte die EU 2007 ehrgeizige Ziele
beschlossen, die eine Steigerung der Energieeffizienz vorsahen, den
Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die Senkung der
Treibhausgas-Emissionen bis 2020. Für die Zeit danach drohen die Ziele
nun auf ein Minimum zusammengeschrumpft zu werden. 
Ausgerechnet der deutsche EU-Energiekommissar Günther Oettinger setzt
sich dafür ein, dass lediglich die bereits heute absehbare Reduzierung
des Treibhausgas-Ausstoßes als gemeinsames EU-Ziel bis 2030
festgeschrieben wird. Im Hinblick auf Energieeffizienz und den Ausbau
der erneuerbaren Energien sollen die einzelnen Regierungen künftig
freiwillig eigene Ziele umsetzen. Oettinger stellt sich damit gegen den
gemeinsamen Beschluss des Umwelt- und des Industrieausschusses im
Europäischen Parlament von Anfang Januar, die sich vor allem auch für
ehrgeizige und verbindliche Vorgaben für die Energieeinsparung
ausgesprochen hatten. 
Tschimpke fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel daher auf, sich für
gemeinsame Energiewende-Ziele in Europa stark zu machen und diese beim
EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs im März 2014 einzufordern.
„Wenn Deutschland jetzt nicht sein ganzes politisches Gewicht in die
Waagschale wirft, macht die EU einen klimapolitischen Salto rückwärts.
15 Jahre Nichtstun wären ein fatales Signal für den globalen Klimaschutz
und die europäische Wettbewerbsfähigkeit. Schließlich müssen sich die
Staats- und Regierungschefs auf eine gemeinsame Strategie für den
erfolgreichen Abschluss eines weltweiten Klimaschutzabkommens 2015 in
Paris verständigen“, so NABU-Präsident Tschimpke.
Der NABU hält dafür verbindliche EU-Ziele für 2030 zur Reduktion von
Treibhausgas-Emissionen um mindestens 55 Prozent, einen Anteil von 45
Prozent erneuerbaren Energien und eine Steigerung der Energieeffizienz
von mindestens 40 Prozent für erforderlich. Die EU-Kommission
befürwortet derzeit lediglich ein Ziel zur Reduktion der
Treibhausgasemissionen von 35 bis 40 Prozent für den Zeitraum von 1990
bis 2030.

Für Rückfragen: 
Ulf Sieberg, NABU-Energieexperte, mobil 0173-9001782
 
Im Internet zu finden unter www.NABU.de ( http://www.nabu.de/ )   
 
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