NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 28/15 | 18. MÄRZ 2015
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Natur/Jagd
NABU-Umfrage: Deutliche Mehrheit der Deutschen will mehr Naturschutz im
Jagdrecht
Miller: Jagdgesetze müssen ökologischer werden 
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Berlin – Vor dem Hintergrund der Novellierungen der Jagdgesetze in
Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg hat der NABU eine
repräsentative Bevölkerungsumfrage beim Meinungsforschungsinstitut
forsa in Auftrag gegeben. Die klare Mehrheit (84 Prozent) der 1.000
Befragten hält es für sehr wichtig oder wichtig, dass die Aspekte des
Natur- und Tierschutzes durch die Jagdgesetze gestärkt werden. „Wir
fordern die Politik auf, die Jagdgesetze konsequent zu ökologisieren –
auch wenn viele Jagdverbände mit Gesetzen aus dem letzten Jahrhundert
lieber weiter in der Vergangenheit leben wollen“, sagte
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. 
 
Sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Baden-Württemberg fahre die
Jägerschaft schwere Geschütze gegen zaghafte ökologische
Verbesserungen der Jagdgesetze auf. So beharren die Jagdverbände
weiterhin darauf, Tiere mit Fallen töten zu dürfen und streng geschützte
und bedrohte Tierarten wie Krick- oder Tafelente zu bejagen. „Wollen
Jägerinnen und Jäger gesellschaftsfähig bleiben, müssen sie sich den
sozialen und ökologischen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte
öffnen. So könnte der Wolf zum Lackmus-Test werden: Der Umgang mit
dem Rückkehrer wird zeigen, ob die Jägerschaft in der Gegenwart ankommt
oder weiter Positionen aus der Märchenzeit aufrecht erhalten will“,
sagte Miller. 
 
Der NABU hatte erst vor Kurzem die Umweltverträglichkeit des deutschen
Jagdrechts überprüft und festgestellt, dass dieses den Anforderungen des
Tier- und Naturschutzes nicht einmal mehr ansatzweise genügt. „Die
Entwürfe der Jagdgesetze aus Nordrhein-Westfalen und
Baden-Württemberg waren die einzigen, die ein Stück weit in die
Zukunft wiesen“, erklärte der NABU-Bundesgeschäftsführer. 
 
Er kritisierte scharf, dass sich die grün-rote Landesregierung in
Baden-Württemberg dem Druck der Jäger beugen und stark gefährdete oder
vom Aussterben bedrohte Entenarten möglicherweise zur Jagd freigeben
möchte. In der Durchführungsverordnung zum neuen Jagd- und
Wildtiermanagementgesetz war dies in den ersten Entwürfen nicht
vorgesehen. „Die Umfrage des NABU zeigt klar, wohin die Richtung gehen
muss: Die Bürgerinnen und Bürger wollen mehr Natur- und Tierschutz im
Jagdrecht – und kein Einknicken der Politiker vor anachronistischen
Forderungen der Jägerschaft“, so Miller.
 
An die Jagdverbände richtete der NABU-Bundesgeschäftsführer ein
konkretes Angebot: „Angesichts der massiven Herausforderungen – die
biologische Vielfalt geht immer dramatischer zurück im Wald und vor
allem auf Feldern – sollte die organisierte Jägerschaft ihrem eigenen
Anspruch gerecht werden: Zeigen Sie den Naturschützern nicht die Faust,
sondern verhalten Sie sich wie ein anerkannter Naturschutzverband. Wir
reichen Ihnen die Hand, um mit uns gemeinsam gegen die Bestandsrückgange
bei bedrohten Arten vorzugehen und ihre Lebensräume zu entwickeln. Auf
lokaler Ebene funktioniert eine solche Zusammenarbeit schon sehr gut –
jetzt muss nur noch die gesamte Jägerschaft nachziehen. Die Gesellschaft
erwartet von den Jagdverbänden, dass sie aus den verstaubten Jagdzimmern
ins 21. Jahrhundert treten und sich für den Naturschutz einsetzen.“
 
Die Umfrage-Ergebnisse im Detail:
www.NABU.de/downloads/jagd/NABU-forsa-Umfrage_Deutsche-wollen-oekologischere-Jagdgesetze_2015-03-17.pdf
(
http://www.nabu.de/downloads/jagd/NABU-forsa-Umfrage_Deutsche-wollen-oekologischere-Jagdgesetze_2015-03-17.pdf
) 
 
Das Jagdgesetz-Ranking des NABU:
https://www.NABU.de/presse/pressemitteilungen/index.php?popup=true&show=12401&db=presseservice
(
https://www.nabu.de/presse/pressemitteilungen/index.php?popup=true&show=12401&db=presseservice
)
 
 
Hintergrund zur Umfrage:
Datenbasis: 1.000 Befragte ab 18 Jahren, darunter 204 Befragte in
Baden-Württemberg (für das repräsentative Gesamtergebnis wurde der
Anteil von Baden-Württembergern ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung
entsprechend gewichtet)
Erhebungszeitraum: 11. bis 16. März 2015
Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte
Auftraggeber: NABU
Durchführung: forsa
 
 
Für Rückfragen:
Josef Tumbrinck, NABU-Landesvorsitzender Nordrhein-Westfalen, mobil:
0171-3867379 

Dr. Andre Baumann, NABU-Landesvorsitzender Baden-Württemberg, mobil:
0162-9386785
 
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