Rotes Kreuz: Fluchtursachen bekämpfen statt Abschiebungen in humanitäre 
Krisengebiete

Am 20.6. ist Weltflüchtlingstag

Wien (Rotes Kreuz) - Anlässlich des Weltflüchtlingstages erinnert das Rote 
Kreuz daran, dass mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge und Binnenvertriebenen 
aus Afghanistan, Irak, Kolumbien, Palästina, Sudan und Syrien kommen. Es sind 
Länder mit langjährigen Konflikten, hoher instabiler Sicherheitslage und Gewalt.

"Nur ein bis zwei Millionen der heute insgesamt 65 Millionen Flüchtlinge 
weltweit, haben in den letzten beiden Jahren die Flucht in EU-Mitgliedsstaaten 
angetreten", sagt Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten 
Kreuzes. Nach Angaben der UN befinden sich 90 Prozent der Flüchtlinge außerhalb 
Europas, nahe der Konfliktherde und 40 Millionen sind innerhalb ihres 
Heimatlandes auf der Flucht. "Statt Flüchtlingszahlen richtig in Relation zu 
setzen und damit die Asylpolitik unter einem humanitären Blickwinkel zu 
betreiben, verbreiten Europa und Österreich eine Politik der Abschreckung und 
Angst, um Flüchtlinge abzuwehren und Asyl zu verhindern", sagt Schöpfer. 
"Entwicklungspolitische Maßnahmen müssen primär die Armutsbekämpfung zum Ziel 
haben, um den Menschen vor Ort eine Bleibeperspektive zu geben."

Das Rote Kreuz spricht sich auch gegen die zwangsweise Rückführung von Menschen 
in Länder aus, in denen bewaffnete Konflikte herrschen. "Österreich hat eine 
völkerrechtliche Verpflichtung, Menschen nicht in Länder abzuschieben, in denen 
ihnen schwere Menschenrechtsverletzungen drohen", sagt der Rotkreuz-Präsident.

Rückfragehinweis:
Mag. Andrea Janousek
Österreichisches Rotes Kreuz
Presse- und Medienservice
Tel.: +43/1/589 00-153
Mobil: +43/664 544 46 19
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