NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 19/18 | 23. FEBRUAR 2018

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Umwelt/EU

NABU: Umweltschützer demonstrieren für mehr EU-Geld zur Rettung der
Artenvielfalt

Tschimpke: Mehr als 50 Prozent der nötigen Mittel zum Stopp des
Insektensterbens fehlen

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Brüssel/Berlin – Umweltschützer haben am heutigen Freitag beim Auftakt
der Verhandlungen zum künftigen EU-Haushalt für mehr Geld zur Rettung
der Artenvielfalt demonstriert. In Anspielung an den Film „Das Schweigen
der Lämmer“ stellten sie in Brüssel das „Familienfoto“ der
EU-Regierungschefs nach – jedem der Spitzenpolitiker lag dabei ein
Schmetterling über dem Mund. Hinter der Aktion stehen 130 Organisationen
aus der gesamten EU. Sie alle fordern ihre Regierungen auf, künftig
konkrete Maßnahmen zum Schutz der Natur – wie sie beispielsweise von
Landwirten erbracht werden können – deutlich besser zu fördern. 

 

„Europa verliert in dramatischem Tempo Arten. Dieser Verlust hat
mindestens so schwerwiegende Folgen wie der Klimawandel. Das
Insektensterben etwa beeinflusst die gesamte Nahrungskette, inklusive
unserer Ernährung. Doch die Regierungen und die EU-Kommission ignorieren
dieses Problem bislang. Das ist grob fahrlässig“, kritisierte
NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich des heutigen Treffens der 27
Staats- und Regierungschefs zum Mehrjährigen Finanzrahmen der EU nach
2020.

 

Neuesten Berechnungen des Bundesamtes für Naturschutz zufolge klafft
allein in Deutschland eine riesige Finanzierungslücke. Derzeit fehlen
weit mehr als 50 Prozent der notwendigen Mittel für den Naturschutz.
Allein zur Umsetzung der EU-Naturschutzrichtlinien werden in Deutschland
jährlich 1,4 Milliarden Euro benötigt – zur Verfügung stehen aber
lediglich rund 540 Millionen Euro. 

 

Da der Naturschutz wesentlich von EU-Förderung abhängt, fordert der
NABU eine grundlegende Änderung im kommenden EU-Haushalt. Bislang steht
nicht nur zu wenig Geld zur Verfügung, die vorhandenen Mittel kommen oft
auch nicht dort an, wo sie am meisten für die Natur bewirken würden.
Dies bestätigen sowohl die deutschen Bundesländer als auch der
Europäische Rechnungshof. 

 

Der NABU fordert daher, die EU-Gelder im kommenden Haushalt in einem
neuen EU-Naturschutzfonds zu bündeln. Dieser sollte jährlich 15
Milliarden Euro umfassen und insbesondere Landwirten ein verlässliches
und einfach zu beantragendes zusätzliches Einkommen ermöglichen, wenn
sie Maßnahmen zum Schutz der Natur ergreifen. „Mit diesem neuen
Naturschutzfonds kann die EU wesentlich mehr für Umwelt, Landwirte und
die gesamte Gesellschaft erreichen als durch das sogenannte ‘Greening‘
der europäischen Agrarpolitik. Mit 12 Milliarden Euro pro Jahr ist das
Greening nicht nur ein bürokratisches Monster geworden, es hat auch
nachweislich kaum Effekte für die Natur“, so Tschimpke.

 

Der NABU begrüßt, dass auch Union und SPD in ihrem neuen
Koalitionsvertrag einen EU-Naturschutzfonds fordern. Der NABU
appellierte daher an Bundeskanzlerin Merkel, sich schon auf dem heutigen
Gipfel für dessen Einrichtung im Rahmen der EU-Agrarpolitik stark zu
machen.

 

„Allen Regierungschefs muss klar sein: Naturschutz ist eine
verpflichtende Aufgabe für die Zukunft Europas. Jeder Euro, der hier gut
investiert wird, rentiert sich in mehrfacher Hinsicht – etwa durch
kostenlose Bestäubungsleistungen der Insekten oder sauberes Trinkwasser.
Jedes Jahr jedoch, das tatenlos verstreicht, macht die Rechnung für
Wirtschaft und Gesellschaft ungleich teurer“, so der NABU-Präsident.

 

Kostenfreie Pressebilder zur heutigen Aktion finden Sie hier:

http://213.191.95.2:8080/NABU/Login.jsp?colID=lLbjKIlA

 

Appell der 130 Organisationen an die Staats- und Regierungschefs: 

www.NABU.de/news/2018/02/23973.html
( http://www.nabu.de/news/2018/02/23973.html) 

 

Neue Studie des BfN zum Finanzbedarf von Naturschutzmaßnahmen:

www.bfn.de/fileadmin/BfN/landwirtschaft/Dokumente/ELER.pdf 

 

Mehr Informationen zur EU-Naturschutzfinanzierung: 

www.NABU.de/eu-naturschutzfinanzierung
( http://www.nabu.de/eu-naturschutzfinanzierung)  

 

 

Für Rückfragen:

Kristina Barnes, NABU-Expertin für EU-Naturschutzpolitik, Tel. +49
(0)30.284984-1633, mobil +49 (0)162-2698881,
E-Mail:kristina.bar...@nabu.de

 

André Prescher, NABU-Experte für EU-Haushaltspolitik (in Brüssel), Tel.
0032-488-847064
( tel:+32488847064) , E-Mail: andre.presc...@nabu.de



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