NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 106/19 | 24. SEPTEMBER 2019
________________________________________________________________
Umwelt/Verkehr
NABU: Mobilitätsdienste dürfen nicht zu mehr Autoverkehr führen
Neue Studie prognostiziert Verdoppelung des Autoverkehrs bis 2050
________________________________________________________________
 
Berlin – Neue Mobilitätsdienste wie Uber erhöhen die Attraktivität des
Autofahrens durch niedrige Fahrpreise, warnt eine aktuelle Studie von
Transport & Environment, dem europäischen Dachverband des NABU. Demnach
könnte die Verkehrsleistung durch sinkende Kosten und steigenden Komfort
im Jahr 2050 um bis zu 150 Prozent steigen. 
 
Der Mehrverkehr würde durch eine Verlagerung durch Nutzer des ÖPNVs,
Fahrradfahrer als auch durch einen höheren Bedarf entstehen. Grund dafür
seien insbesondere technische Entwicklungen im Verkehrssektor, die das
Autofahren in Zukunft absehbar stark vergünstigen könnten. So würden
etwa durch automatisiertes Fahren die Kosten für Fahrer wegfallen, die
aktuell noch einen erheblichen Teil der Betriebskosten von Unternehmen
im Bereich der Personenbeförderung ausmachen. Dies könnte bis zum Jahr
2050 zu 40 Prozent mehr CO2-Ausstoß führen und würde es unmöglich
machen, Deutschlands Klimaziele einzuhalten. Selbst ein Umstieg auf
emissionsfreie Antriebe würde diesen Effekt zwar mindern und die
Emissionen um 23 Prozent reduzieren, nicht jedoch verhindern können.
 
„Neue Mobilitätsdienste dürfen nicht zu mehr Autoverkehr führen.
Derzeit erleben wir jedoch, wie durch diese Angebote immer mehr Autos in
unsere Städte drängen. Solange hohe Verfügbarkeit und niedrige Preise
den Markt prägen, werden immer mehr Menschen geneigt sein, sich gerade
auf kurzen Strecken für eine Fahrt mit dem Auto statt dem Fahrrad oder
öffentlichem Verkehr zu entscheiden. Bei aller Offenheit für neue
Mobilitätsangebote müssen wir unbedingt das Ziel im Blick behalten, den
Verkehrssektor insgesamt auf mehr Klimaschutz auszurichten und in diesem
Zusammenhang die Zahl der Pkw im städtischen Raum drastisch zu
reduzieren“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
 
Der NABU sieht in der anstehenden Novelle des
Personenbeförderungsgesetzes den zentralen Hebel, auch die neuen,
app-basierten Mobilitätsdienste sinnvoll zu regulieren. Justyna Wladarz,
NABU-Verkehrsreferentin: „Geteilte Fahrten, so genanntes Ride-Pooling
muss künftig ermöglicht werden, damit insgesamt weniger Fahrzeuge zur
Personenbeförderung auf den Straßen unterwegs sind. Gleichzeitig muss es
für die Städte und Kommunen möglich werden, den Anbietern Vorgaben
hinsichtlich der Umweltstandards ihrer Fahrzeuge, etwa zu Emissionen und
Antriebsart, zu machen. Ziel muss der emissionsfreie Fahrzeugpool im
Jahr 2025 sein. Genauso sollten den Städten ein Instrument an die Hand
gegeben werden, das es ihnen ermöglicht, die Zahl der eingesetzten
Fahrzeuge zu begrenzen. Nur so kann es uns gelingen, die neuen Angebote
zu einem sinnvollen Bestandteil der Mobilität von morgen zu machen,
statt mit der Fokussierung auf die automobile Mobilität die Fehler der
Vergangenheit zu wiederholen.“
 
Mehr Infos: https://www.nabu.de/mobi-dienste 
 
Download der Studie:
https://www.transportenvironment.org/publications/less-cars-more-how-go-new-sustainable-mobility
 
 
Für Rückfragen:
Daniel Rieger, NABU-Leiter Verkehrspolitik, Tel. +49 (0)30.28 49
84-1927, 
E-Mail: [email protected]
 
Justyna Wladarz, NABU-Verkehrspolitikexpertin, Tel. +49 (0)30.28 49
84-1608, 
E-Mail: Justyna,[email protected]
 
 
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
NABU-Pressestelle
Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Silvia Teich 
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1588 
Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: [email protected]
 
Sollten Sie keine Pressemeldungen mehr von uns erhalten wollen, können
Sie sich hier abmelden: www.NABU.de/presseabo-abbestellen
( http://www.nabu.de/presseabo-abbestellen) 
_______________________________________________
Pressemeldungen mailing list
[email protected]
https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/pressemeldungen

Antwort per Email an