Author: mbarkhau
Date: Fri Aug  3 11:30:05 2007
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Changed title to include "freie Software", I'm supprised nobody complained 
yet...

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 <book id="poss" lang="de">
 <title>Produktion von Open Source Software</title>
-<subtitle>Wie man ein erfolgreiches Open Source Projekt führt</subtitle>
+<subtitle>Wie man ein erfolgreiches freies Software Projekt führt</subtitle>
 
 <bookinfo>
   <edition>1.0</edition>

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 Lizenzen werden im Kapitel <xref linked="legal" /> ausführlich 
 behandelt.</para>
 
-<para>Mit Hilfe vieler Programmierer, von dem ein Teil die
-Ideologie von Stallman teilte und von dem ein Andere einfach nur eine
-Menge Freien Codes sehen wollte, begann das GNU Projekt Freien Ersatz
-für viele der wichtigsten Komponenten eines Betriebssystems zu
-veröffentlichen. Auf Grund der nunmehr weit verbreiteten
-Standardisierung von Hardware und Software, war es möglich GNU Ersatz
-in ansonsten nicht Freie Systeme zu verwenden, was viele auch machten.
-Der GNU Text-Editor (Emacs) und C Compiler GCC, die großen anklang
-fanden, nicht aufgrund der Ideologie, sondern einfach auf Grund ihrer
-technischen Vorzüge, waren besonders erfolgreich. Bis ca. 1990, hatte
-GNU hatte GNU den größten Teil eines freien Betriebssystems
-fertiggestellt, bis auf den Kernal - den Teil den die Maschine
-tatsächlich hochfährt und der dafür zuständig ist Haup-Speicher
-Fest-Speicher und andere Ressourcen des Systems zu verwalten.</para>
-
-<para>Leider hatte das GNU Projekt ein Kernel Entwurf gewählt, der
-schwieriger zu implementieren war, als erwartet. Die dadurch
-entstandene Verzögerung, hinderte die Free Software Foundation daran
-die erste Veröffentlichung eines komplett freien Betriebssystems zu
-machen. Das letzte Stück wurde statt dessen von Linus Torvalds, ein
-finnischer Computer Student, hervorgebracht, der mit der Hilfe von 
-vielen Freiwilligen verteilt auf der ganzen Welt, einen freien Kernel
-fertig gestellt hatte, basierend auf einem viel konservativerem
-Entwurf. Er nannte es Linux, und als es mit den bereits existierenden
-GNU Anwendungen kombiniert wurde, war das Resultat ein komplett freies
-Betriebssystem. Zum ersten Mal konnte man seinen Computer hoch fahren
-und ohne proprietärer Software arbeiten. <footnote><para>Rein 
-Technisch gesehen war Linux nicht das erste. Ein freies 
-Betriebssystem für IBM-kompatible Computer namens 386BSD kam kurz vor
-Linux. Es war jedoch viel schwieriger 386BSD zum laufen zu bringen.
-Linux machte einen solch einen guten Anfang, nicht nur weil es frei 
-war, sondern weil man tatsächlich eine hohe Wahrscheinlichkeit hatte, 
-seinen Computer hoch zu fahren wenn man es installierte.</para>
+<para>Mit Unterstützung durch viele andere Programmier, die zum Teil
+die Ideologie von Stallman teilte und von denen andere einfach nur 
+wollte, dass es eine Menge freien Code gab, fing das GNU Projekt an
+freien Ersatz für viele der wichtigsten Komponenten eines 
+Betriebssystems zu veröffentlichen. Auf Grund der nunmehr weit 
+verbreiteten Standardisierung von Hardware und Software, war es möglich
+GNU Ersatz in ansonsten nicht freie Systeme zu verwenden, was viele auch
+taten. Der GNU Text-Editor (Emacs) und C Compiler GCC, die großen 
+Anklang fanden, nicht aufgrund der Ideologie, sondern einfach auf Grund
+ihrer technischen Vorzüge, waren besonders erfolgreich. Bis ca. 1990,
+hatte GNU den größten Teil eines freien Betriebssystems fertiggestellt,
+bis auf den Kernal&mdash;das Teil welches der Computer tatsächlich 
+hochfährt und dafür zuständig ist Haupt-Speicher, Festplatten und andere
+Ressourcen des Systems zu verwalten.</para>
+
+<para>Leider hatte das GNU Projekt ein Kernel Aufbau gewählt, der
+schwieriger zu implementieren war, als sie es erwartet hatten. Die
+dadurch entstandene Verzögerung, hinderte die Free Software Foundation
+daran die erste Veröffentlichung eines komplett freien Betriebssystems
+zu machen. Das letzte Stück wurde statt dessen von Linus Torvalds, ein
+finnischer Informatik Student, hervorgebracht, der mit der Hilfe von 
+vielen Freiwilligen, verteilt auf der ganzen Welt, einen freien Kernel
+fertig gestellt hatte, der auf einem viel konservativerem Aufbau 
+basierte. Er nannte es Linux, und als es mit den bereits existierenden
+GNU Anwendungen kombiniert wurde, war das Ergebins ein komplett freies
+Betriebssystem. Zum ersten Mal konnte man seinen Computer hochfahren
+und ohne proprietäre Software arbeiten. <footnote><para>Rein 
+Technisch gesehen war Linux nicht das erste freie Betrebssystem
+sondern eines für IBM-kompatible Rechner namens 386BSD, welches kurz 
+zuvor erschienen war. Es war jedoch viel schwieriger 386BSD zum laufen
+zu bringen. Linux machte solch einen guten Anfang, nicht nur weil es frei 
+war, sondern weil man tatsächlich eine gute Chance hatte, es auf seinen
+Computer zum laufen zu bringen.</para>
 </footnote></para>
 
-<para>Vieles der Software diese neuen Betriebssystems wurde nicht
-vom GNU Projekt produziert. In der Tat war GNU nicht einmal die
-einzige Gruppe die daran arbeitete ein freies Betriebssystem
-herzustellen (z.B der Code der letztendlich NetBSD und FreeBSD wurde, 
-befand sich zu dieser Zeit bereits in der Entwicklung). Die Free 
-Software Foundation war nicht nur auf Grund des Codes welches sie
+<para>Viel Software dieses neuen Betriebssystems wurde nicht vom GNU
+Projekt produziert. In der Tat war GNU nicht einmal die einzige Gruppe
+die daran arbeitete ein freies Betriebssystem herzustellen (der Code 
+welcher letztendlich zu NetBSD und FreeBSD wurde, befand sich zum 
+Beispiel zu dieser Zeit bereits in seiner Entwicklung). Die Free 
+Software Foundation war nicht nur auf Grund des Codes, welches sie
 produzierten von Bedeutung, sondern auch wegen ihrer Rhetorik. Indem
-sie von freier Software als Ursache für das es sich zu kämpfen lohnt 
-sprachen und nicht nur als Bequemlichkeit, machten sie es für 
-Programmierer schwierig <emphasis>nicht</emphasis> ein politisches
-Bewusstsein darüber zu haben. Selbst diejenigen, die der FSF nicht
-zustimmten mussten das Thema angehen, wenn auch nur um eine andere
-Position auszustechen. Die Effektivität der FSF's als Propagandisten,
-bestand darin, ihren Code mittels der GPL und anderer Texte an ein 
-Botschaft zu schnüren. Mit der weiten Verbreitung ihres Codes
-verbreitete sich auch ihre Botschaft.</para>
+sie von freier Software als eine Glaubenssache sprachen, wofür es sich
+zu kämpfen lohnt, und nicht nur als eine Bequemlichkeit, machten sie
+es für Programmierer schwierig <emphasis>nicht</emphasis> ein 
+politisches Bewusstsein darüber zu haben. Selbst soche, die der FSF 
+nicht zustimmten mussten sich mit dem Thema befassen, wenn auch nur um
+eine andere Position einzunehmen. Die Wirksamkeit der FSF als 
+Propagandisten, bestand darin, ihren Code mittels der GPL und anderer
+Texte an eine Botschaft zu binden. Mit der weiten Verbreitung ihres
+Codes verbreitete sich auch ihre Botschaft.</para>
 
 </sect3>
 
 <sect3 id="history-accidental-resistance">
-<title>Versehentlicher Wiederstand</title>
+<title>Zufälliger Wiederstand</title>
 
-<para>Es gab jedoch viele andere Vorgänge in der aufkeimenden
-freien Software Scene und wenige waren so explizit ideologisch wie
-das GNU Projekt von Stallman. Einer der wichtigsten war die 
-<firstterm>Berkeley Software Distribution</firstterm>
-(<firstterm>BSD</firstterm>), eine schrittweise Neuimplementierung
-des Unix Betriebssystems - welches bis in den späten 1970ern ein
-lose proprietäres Forschungsprojekt bei AT&amp;T von Programmierer
-an der Universität von Californien in Berkly war. Die BSD Gruppe
-machte keine offenkundige politische Äußerungen über die
-Notwendigkeit, das Programmierer sich verbinden und mit einander Teilen,
-aber sie <emphasis>praktizierten</emphasis> die Idee mit Gespür und
-Enthusiasmus, indem sie eine massive verteilte Entwicklungsanstrenung 
-koordinierten, bei dem die Unix Konsolen Anwendungen und
-Code Bibliotheken und schließlich das Betriebssystem selbst wurde von
-Grund auf neu geschrieben zumeist von Freiwilligen. Das BSD Projekt
-wurde zu einem vorzeige Beispiel für nicht ideologische freie Software
-Entwicklung und diente als Ausbildungsstätte für viele Entwickler die
-später weiterhin in der Open Source Welt aktiv bleiben sollten.</para>
+<para>Es gab jedoch viele andere Vorgänge in der aufkeimenden Szene der
+freien Software und wenige waren so explizit ideologisch wie das GNU 
+Projekt von Stallman. Einer der wichtigsten war die <firstterm>Berkeley
+Software Distribution</firstterm> (<firstterm>BSD</firstterm>), eine
+schrittweise Neuimplementierung des Unix Betriebssystems&mdash;welches
+bis in den späten 1970ern ein loses proprietäres Forschungsprojekt bei 
+AT&amp;T von Programmierern an der Universität von Californien in Berkly
+gewesen war. Die BSD Gruppe machte keine offenkundige politische 
+Äußerungen darüber, dass Programmierer sich verbinden und miteinander 
+Teilen mussten, aber sie <emphasis>praktizierten</emphasis> die Idee 
+mit Spürsinn und Enthusiasmus, indem sie eine massive verteilte
+Entwicklungsanstrenung koordinierten, bei dem Unix Konsolen Anwendungen,
+Code Bibliotheken und schließlich das Betriebssystem selbst von
+Grund auf, zumeist von Freiwilligen, neu geschrieben wurde. Das BSD
+Projekt wurde zu einem Vorzeigebeispiel für nicht ideologische 
+Entwicklung freier Software und diente als Ausbildungsstätte für viele
+Entwickler die später weiterhin in der Open Source Welt aktiv bleiben 
+sollten.</para>
 
 <para>Eine weitere Feuerprobe der kooperativen Entwicklung war das
-<firstterm>X Window System</firstterm>, eine freie, nezwerktransparente
-graphische EDV Umgebung, welches an der MIT Mitte der 1980er in
-Zusammenarbeit mit Hardware Anbietern, die ein gemeinsames
-Interesse daran hatten ihren Kunden ein Fenstersystem anbieten zu
-können, entwickelt wurde. Weit ab davon sich proprietäre Software
-entgegen zu stellen, erlaubte die X Lizens ganz bewusst proprietäre
-Erweiterungen auf dem freien Kern-alle Beteiligten des Konsortiums
-wollten die Gelegenheit die Standard X Distribution zu verbessern und
-sich dadurch von den anderen Mitgliedern abzuheben. X Windows
+<firstterm>X Window System</firstterm>, eine freie netzwerktransparente 
+graphische EDV Umgebung, welches mitte der 1980er an dem MIT in
+Zusammenarbeit mit Hardware Anbietern entwickelt wurde, die ein 
+gemeinsames Interesse daran hatten ihren Kunden ein Fenstersystem
+anbieten zu können. Weit davon entfernt sich proprietärer Software
+entgegen zu stellen, erlaubte die X Lizenz ganz bewusst proprietäre
+Erweiterungen auf seinem freien Kern&mdash;alle Beteiligten des
+Konsortiums wollten die Möglichkeit die übliche X Version zu verbessern
+und sich dadurch von den anderen Mitgliedern abzuheben. X Windows
 <footnote><para>Sie bevorzugen es das "X Window System", genannt zu
 werden, aber praktisch nennt man es für gewöhnlich "X Windows", da
 drei Wörter einfach zu schwerfällig sind.</para></footnote> selbst
-war freie Software, aber hauptsächlich als Mittel das Spielfeld zu
-ebnen für sich konkurierende Wirtschaftliche Interessen, nicht als
+war freie Software, aber hauptsächlich als Mittel um das Spielfeld 
+zwischen konkurierende wirtschaftliche Interessen zu ebnen, nicht als
 Wunsch die Vormacht proprietärer Software zu brechen. Noch ein weiteres
 Beispiel welches dem GNU Projekt ein paar Jahre vorausging war TeX, 
-ein freie Textsatzsystem für verlagsfertige Dokumente von Donald Knuth.
+ein freies Textsatzsystem für verlagsfertige Dokumente von Donald Knuth.
 Er veröffentlichte es unter einer Lizenz, welches jedem erlaubte es zu
-modifizieren und zu verteilen, das Resultat aber nicht "TeX" zu 
-nennen, wenn es nicht einen strikten Satz an Kompatibilitätsprüfungen
-bestand (dies ist ein Beispiel für eine Klasse von freie Software
-Lizenzen die ein Markenzeichen schützen sollen, welches in
-<xref linkend="legal"/>) ausführlicher behandelt wird. Knuth nahm 
-nicht Stellung für die eine oder andere Partei bezüglich der Frage
-nach freier gegen proprietärer Software, er brauchte nur ein besseres
-Textsatzsystem um sein <emphasis>echtes</emphasis> Ziel zu erreichen-
-ein Buch über Programmieren zu schreiben- und sah keinen Grund sein
-System nicht der Welt zu veröffentlichen als er fertig war.</para>
+modifizieren und zu veröffentlichen, solange man das Ergebnis nicht
+"TeX" nannte, wenn es nicht einen strikten Satz an Prüfungen bestand um
+Kompatibilität zu gewärleisten (TeX ist ein Beispiel für eine Klasse von
+Lizenzen für freie Software die ein Markenzeichen schützen sollen, 
+welches im Kapitel <xref linkend="legal"/> ausführlicher behandelt 
+wird). Knuth nahm keine Stellung für die eine oder andere Partei im 
+Bezug auf die Frage freie gegen proprietäre Software, er brauchte nur
+ein besseres Textsatzsystem um sein <emphasis>echtes</emphasis> Ziel zu
+erreichen&mdash;ein Buch über Software Enwicklung zu schreiben&mdash;und
+sah keinen Grund als er fertig war, sein System nicht der Welt zu
+veröffentlichen.</para>
 
 </sect3>
 
 <para>Ohne hier jedes Projekt und jede Lizenz aufzulisten, kann man
-doch mit Sicherheit sagen, dass bis zu den späten 1980's eine Menge
-freier Software unter eine breiten Auswahl an Lizenzen zu Verfügung
-stand. Die Vielfalt an Lizenzen spiegelte eine entsprechende
-Vielfalt an Motivationen wieder. Selbst einige der Programmierer die
-die GNU GPL wählten waren viel weniger ideologisch getrieben als
-das GNU Projekt selbst. Obwohl sie es genossen an freier Software zu
-arbeiten, betrachteten viele Entwickler proprietäre Software, nicht
-als soziales Übel. Es gab Menschen die einen moralischen Drang spürten
-die Welt von "der Hortung von Software"(der Begriff den Stallman für
-nicht freie Software benutzt) zu befreien, andere aber waren eher
-motiviert durch technischer Begeisterung, durch die Freude daran
-mit Gleichgesinnten zusammen zu arbeiten sogar durch das einfache
-menschliche Verlangen nach Ruhm. Dennoch beeinflussten sich diese
-ungleichen Motivationen größtenteils nicht negativ. Zum Teil liegt dies
-daran, dass Software im Gegensatz zu anderen kreativen Formen wie
-Prosa oder die Bildende Kunst einige mehr oder weniger objektive
-Prüfungen bestehen muss um als erfolgreich in Anbetracht gezogen zu
-werden: Es muss Laufen und zu einem gewissen Maß frei von Bugs sein.
-Hierdurch haben automatisch alle Teilnehmer eines Projekts eine Art
-gemeinsames Interesse, ein Grund und ein Rahmenwerk um zusammen zu
-arbeiten, ohne sich all zu viele Sorgen um Qualifizierung außerhalb
-des technischen zu machen.</para>
-
-<para>Entwickler hatten noch einen Grund zusammen zu halten: es
-stellte sich heraus, dass die Welt der freien Software Code von
-sehr hoher Qualität produzierte. In manchen Fällen, war es 
-nachweislich technisch der nächsten nicht freien Alternative
-Überlegen; in anderen war es mindesten Vergleichbar und natürlich
-kostete es weniger. Auch wenn nur wenige motiviert gewesen wären,
-freie Software rein aus philosophischen Gründen zu betreiben, waren
-eine Menge mehr als glücklich sie deshalb zu betreiben, weil sie
-bessere Arbeit leistete. Und von denen die es benutzten, war immer
-irgend ein Bruchteil bereit ihre Zeit und Fähigkeiten zu spenden,
-um dabei zu helfen, die Software zu warten und zu verbessern.</para>
-
-<para>Diese Neigung guten Code zu produzieren war sicherlich nicht
-überall der Fall, aber es geschah mit zunehmender Häufigkeit in
-freie Software Projekten auf der ganzen Welt. Geschäftszweige die
-zu einem gewichtigen Teil von Software abhingen, fingen langsam an
-das mit zu bekommen. Viele bemerkten, dass sie in ihren Betrieben
-bereits jeden Tag freie Software einsetzten, ohne es gewusst zu haben
-(die Geschäftsführung ist nicht immer informiert über alles was sich
-in der IT Abteilung abspielt). Firmen fingen an eine aktivere Rolle
-in freie Software Projekten anzunehmen, manchmal unterstützten sie
-durch Zeit und Ausrüstung, manchmal auch direkt durch finanzielle
-Unterstützung der Entwicklung freier Software Anwendungen. Solche
-Investitionen konnten, im besten Fall, sich um ein Vielfaches 
-auszahlen. Der Sponsor bezahlt nur eine kleine Gruppe erfahrener 
-Entwickler dafür, dass sie sich einem Projekt ganztags widmen, erntet
-aber die Vorteile der Beiträge von <emphasis>jedem</emphasis>, auch
-von nicht bezahlten Freiwilligen und von Programmierer die durch
-anderen Unternehmen bezahlt werden.</para>
+doch mit Sicherheit sagen, dass ende der 1980er eine Menge freie
+Software unter einer breiten Auswahl an Lizenzen zu Verfügung stand.
+Die Vielfalt an Lizenzen spiegelte eine entsprechende Vielfalt an
+Motivationen wider. Selbst einige der Programmierer welche die GNU 
+GPL wählten waren viel weniger ideologisch getrieben als das GNU
+Projekt selbst. Obwohl sie es genossen an freie Software zu arbeiten,
+betrachteten viele Entwickler proprietäre Software, nicht als soziales
+Übel. Es gab Menschen die einen moralischen Drang spürten die Welt von
+"Software-Hortung"(der Begriff den Stallman für nicht freie Software
+benutzt) zu befreien, andere aber waren eher durch technische 
+Begeisterung motiviert, durch die Freude an der Zusammenarbeit mit
+Gleichgesinnten, sogar durch das einfache menschliche Bedürfnis nach
+Ruhm. Dennoch beeinflussten sich diese ungleichen Motivationen
+größtenteils nicht negativ. Teilweise liegt das daran, dass Software
+im Gegensatz zu anderen kreativen Aktivitäten wie Prosa oder die
+Bildende Kunst einige mehr oder weniger objektive Prüfungen bestehen
+muss um als erfolgreich erachtet zu werden: Es muss Laufen und zu einem
+gewissen Maß frei von Fehlern sein. Dadurch haben alle Teilnehmer eines
+Projekts automatisch eine Grundlage an gemeinsamen Interessen, ein
+Grund und ein Rahmenwerk um miteinander zu arbeiten, ohne sich all zu
+viele Sorgen um eine Qualifizierung außerhalb des technischen zu 
+machen.</para>
+
+<para>Entwickler hatten noch einen Grund zusammenzuhalten: es stellte
+sich heraus, dass die Welt freier Software, Qualitativ sehr 
+hochwertigen Code produzierte. Manchmal war es nachweislich technisch
+der nächst besten nicht freien Alternative Überlegen; manchmal war
+es zumindest vergleichbar und natürlich kostete es weniger. Auch wenn
+nur wenige motiviert gewesen wären, freie Software rein auf einer 
+philosophischen Grundlage zu nutzen, waren eine Menge mehr als
+glücklich sie zu nutzen, weil sie bessere funktionierte. Und von denen
+die es benutzten, war immer irgend ein Bruchteil bereit ihre Zeit und
+Fähigkeiten zu spenden, um bei der Pflege und Verbesserung der Software
+mitzuhelfen.</para>
+
+<para>Diese Tendenz guten Code zu produzieren war sicherlich nicht
+überall der gegeben, aber bei freien Software Projekten auf der ganzen
+Welt zunehmend oft der Fall. Geschäftszweige die zu einem gewichtigen
+Teil von Software abhingen, fingen das langsam an mitzubekommen. Viele
+bemerkten, dass in ihren Betrieben bereits jeden Tag freie Software
+eingesetzt wurde, ohne es gewusst zu haben (die Geschäftsleitung wird
+nicht immer über alles informiert, was sich in der IT Abteilung 
+abspielt). Firmen fingen an eine aktivere Rollen in freie Software
+Projekte einzunehmen, manchmal trugen sie mit Zeit und Ausrüstung bei,
+manchmal auch direkt durch finanzielle Unterstützung der Entwicklung
+der freien Software Anwendungen. Solche Investitionen konnten sich im 
+Idealfall, um ein Vielfaches auszahlen. Der Geldgeber stellt lediglich
+eine kleine Gruppe erfahrener Entwickler ein, um sich ganztags einem
+Projekt zu widmen, erhällt aber die Beiträge <emphasis>aller</emphasis>,
+auch der unbezahlten Freiwilligen und Programmierern anderer 
+Unternehmen.</para>
 
 </sect2>
 
 <!-- ========================== subsection ========================== -->
 <sect2 id="free-vs-open-source">
-<title>"Free" kontra "Open Source"</title>
+<title>"Frei" kontra "Open Source"</title>
 
 <para>Mit zunehmender Aufmerksamkeit aus der Unternehmenswelt, wurden
-Programmiere freier Software mit Fragen der Präsentation konfrontiert.
-Einer von Ihnen war das Wort "free" selbst. Wenn man den Begriff "free
-software" zum ersten mal hört, denken viele es bedeutet lediglich
-"gratis Software". Es stimmt zwar, dass alles freie Software auch
-nichts kostet<footnote><para>Man kann eine Gebühr für die
-Aushändigung von Kopien freier Software, da man aber den Empfänger
-nicht daran hindern kann es danach kostenfrei weiter zu geben wird
-der Preis sofort auf effektiv null herunter getrieben.</para>
-</footnote>, nicht jede Software die umsonst ist, ist auch frei.
-Zur Zeit der Browser Kriege in den 1990er zum Beispiel, boten sowohl
-Netscape als auch Microsoft ihre konkurierende Browser kostenlos an,
-bei dem Gedränge einen möglichst großen Marktanteil zu erlangen.
-Weder der eine noch der andere waren im sinne "freier Software" frei. 
-Man hatte keinen Zugriff auf den Quellcode und selbst wenn man es
-hätte, hatte man nicht das Recht es zu modifizieren und weiter zu
-geben.<footnote><para>Der Quellcode von Netscape Navigator
-<emphasis>wurde</emphasis> letztendlich unter einer Open Source
-Lizenz 1998 gestellt, und wurde zum Grundgerüst für den Mozilla 
-Browser. Siehe<ulink url="http://www.mozilla.org/"/>.</para>
-</footnote> Man konnte lediglich eine Ausführbare Datei herunterladen
-und sie laufen lassen. Die Browser waren nicht freier als 
-eingeschweißte Software aus dem Geschäft; sie hatten lediglich einen 
-niedrigeren Preis.</para>
-
-<para>Die Verwirrung um das Wort "free" ist einer ganz und gar 
-unglücklichen Doppeldeutigkeit der Englischen Sprache. Die meisten
-anderen Sprachen unterscheiden zwischen einem niedrigen Preis und
-Freiheit (die Unterscheidung zwischen <emphasis>gratis</emphasis> und
-<emphasis>libre</emphasis> leuchtet den meisten Sprechern romanischer
-Sprachen sofort ein). Die Position von Englisch als de facto
-Brückensprache des Internets, bedeutet das dieses Problem des
-Englischen zu einem gewissen Grad, ein Problem aller ist. Die
-Missverständnisse um das Wort "free" war so verbreitet, dass die
-Programmierer freier Software schließlich eine Standard Formulierung
-als Reaktion parat hielten: "It's <emphasis>free</emphasis> as in
-<emphasis>freedom</emphasis>&mdash;think <emphasis>free
-speech</emphasis>, not <emphasis>free beer</emphasis>." Dennoch, ist
-es ermüdend es wieder und wieder erklären zu müssen. Viele Programmierer
-fühlten, teils zurecht, dass die Zweideutigkeit des Worts "free" das
+Programmierer freier Software mit Fragen der Präsentation konfrontiert.
+Eines war das Wort "Frei"<footnote><para>Anm. d. Übersetzer Das Wort 
+"frei" wird hier für das englische Wort "free" benutzt. Es hat eine
+ähnliche Doppeldeutigkeit wie im Englischen, auch wenn man im deutschen
+zur besseren Unterscheidung den Begriff "kostenlos" verwenden kann was
+im englischen nicht so leicht möglich ist.</footnote></para> selbst.
+Wenn man den Begriff "freie software" zum ersten mal hört, denken viele
+es bedeutet lediglich "gratis Software". Es stimmt zwar, dass freie 
+Software auch kostenlos ist<footnote><para>Man kann eine Gebühr für 
+die Aushändigung von Kopien freier Software verlangen, da man aber den 
+Empfänger nicht daran hindern kann es danach kostenlos weiterzugeben,
+läuft der Preis effektiv sofort gegen null</para></footnote>, aber nicht
+jede Software die nichts kostet, ist auch frei. Ein Beispiel sind die 
+Browser Kriege der 1990er, in dem sowohl Netscape als auch Microsoft 
+ihre konkurierenden Browser kostenlos anboten, um eilig einen möglichst
+großen Marktanteil zu erlangen. Keiner von ihnen war jedoch frei im 
+sinne "freier Software". Man hatte keinen Zugriff auf den Quellcode und
+selbst wenn, hätte man nicht die Rechte es zu modifizieren und 
+weiterzugeben<footnote><para>Der Quellcode vom Netscape Navigator
+<emphasis>wurde</emphasis> letztendlich 1998 unter einer Open Source
+Lizenz gestellt, und wurde zum Grundlage für den Mozilla Browser.
+Siehe <ulink url="http://www.mozilla.org/"/>.</para></footnote>.
+Man konnte lediglich eine Ausführbare Datei herunterladen und laufen
+lassen. Die Browser waren nicht freier als eingeschweißte Software aus
+dem Geschäft; sie waren lediglich etwas günstiger.</para>
+
+<para>Die Verwirrung um das Wort "frei" ist einer ganz und gar 
+unglücklichen Doppeldeutigkeit der Englischen Sprache zuzuschreiben.
+Die meisten anderen Sprachen unterscheiden zwischen einem niedrigen
+Preis und Freiheit (die Unterscheidung zwischen 
+<emphasis>gratis</emphasis> und <emphasis>libre</emphasis> leuchtet
+den meisten Sprechern romanischer Sprachen sofort ein). Die Stellung 
+der Englischen Sprache als de-facto Brückensprache des Internets,
+hat zur Folge, dass dieses Problem im Englischen zu einem gewissen Grad,
+ein Problem aller ist. Die Missverständnisse um das Wort "free" waren so
+verbreitet, dass die Programmierer freier Software schließlich eine 
+Standard Formulierung als Reaktion parat hielten: "Es ist 
+<emphasis>frei</emphasis> im sinne von 
+<emphasis>freiheit</emphasis>&mdash;denk an die 
+<emphasis>Redefreiheit</emphasis>, nicht an 
+<emphasis>Freibier</emphasis>."<footnote><para>engl.: "It's 
+<emphasis>free</emphasis> as in <emphasis>freedom</emphasis>&mdash;think
+<emphasis>free speech</emphasis>, not <emphasis>free 
+beer</emphasis>."</para></footnote>. Trotzdem, das wieder und immer 
+wieder erklären zu müssen ist auf dauer ermüdend. Viele Programmierer
+fühlten teils zurecht, dass die Zweideutigkeit des Worts "frei" das
 Verständnis der Öffentlichkeit behinderte.</para>
 
-<para>Das Problem war aber viel schwerwiegender. Das Wort "free" 
-trug eine unausweichliche moralische Nebenbedeutung: Wenn die
-Freiheit ein Ziel in sich war, dann machte es keinen Unterschied
-ob die Software zufällig auch besser oder unter bestimmten 
-Bedingungen auch für bestimmte Geschäfte einträchtiger war. Das 
-waren lediglich angenehme Nebeneffekte eines Motivs, was im Grunde
-genommen, weder technisch noch geschäftlich war, sondern moralisch.
-Zusätzlich zwang die Position "free as in freedom" eine grelle
-Inkonsistenz auf Firmen die für einen Geschäftszweig einige
-bestimmte freie Anwendungen unterstützen wollten, aber für andere
-weiterhin proprietäre Software vertrieben.</para>
-
-<para>Diese Dilemmas kamen zu einer Gemeinschaft die sich bereits mit
-einer Identitätskrise konfrontiert sah. Diejenigen Programmierer die
-tatsächlich die freie Software <emphasis>schreiben</emphasis> waren
-sich nie sonderlich einig über das Gesamtziel der Freien Software
-Bewegung, wenn es überhaupt eines gibt. Zu sagen, dass die Meinungen
-von einem Extrem zum anderen laufen wäre aber irreführend, da es
-eine lineare Reihe im Gegensatz zu der tatsächlich vorhandenen
-mehrdimensionalen Verteilung, fälschlicherweise implizieren würde. Es
-können jedoch zwei breite Glaubenskategorien unterschieden werden,
-wenn wir uns darauf einigen können Feinheiten außen vor zu lassen.
-Eine Gruppe nimmt die Ansicht von Stallman an, welche die Freiheit zu
-teilen und zu modifizieren als das Wichtigste ansieht. Sollte man also
-aufhören über Freiheit zu reden, dann hat man die Kernfrage weg 
-gelassen. Andere sind der Meinung das die Software selbst das
-wichtigste Argument für freie Software ist und fühlen sich Unwohl bei
-der Behauptung proprietäre Software sei an und für sich schlecht.
+<para>Das Problem war aber viel schwerwiegender. Das Wort "frei" trug 
+eine unausweichliche moralische Nebenbedeutung: Wenn die Freiheit ein
+Ziel für sich war, dann machte es keinen Unterschied ob die Software
+zufällig auch besser oder unter bestimmten Bedingungen auch für 
+bestimmte Geschäfte einträchtiger war. Das waren lediglich angenehme
+Nebeneffekte einer Motivation, welches im Grunde genommen, weder 
+technischer noch geschäftlicher, sondern moralischer Natur war.
+Zusätzlich wurde Firmen, durch den Standpunkt "frei im sinne von 
+Freiheit", eine grelle Inkonsistenz aufgezwungen, die für einen
+Geschäftszweig einige bestimmte freie Anwendungen unterstützen wollten,
+aber für andere weiterhin proprietäre Software vertrieben.</para>
+
+<para>Diese Dilemma trafen auf eine Gemeinschaft die sich bereits mit
+einer Identitätskrise konfrontiert sahen. Programmierer die wirklich
+freie Software <emphasis>schreiben</emphasis> waren sich nie sonderlich
+einig über das Gesamtziel der Freien Software Bewegung, wenn es 
+überhaupt eine solches gibt. Zu sagen, dass die Meinungen von einem 
+Extrem zum anderen laufen wäre aber irreführend, da es fälschlicherweise
+eine lineare Reihe implizieren würde, wo es wirklichkeit eine 
+mehrdimensionale Verteilung gibt. Wir können jedoch grob zwischen zwei 
+Glaubensrichtungen unterschieden, wenn wir uns darauf einigen können 
+Feinheiten außen vor zu lassen. Eine Gruppe vertritt die Ansicht von
+Stallman, das die Freiheit zu teilen und zu modifizieren das Wichtigste
+ist. Sollte man also aufhören über Freiheit zu reden, dann hat man die
+Kernfrage weggelassen. Andere sind der Meinung das die Software selber
+das wichtigste Argument für freie Software ist und fühlen sich Unwohl
+bei der Behauptung proprietäre Software sei an und für sich schlecht.
 Manche, aber nicht alle, Programmierer freier Software glauben, dass
-der Autor (bzw der Arbeitgeber, im Falle bezahlter Arbeit) das Recht
-haben <emphasis>sollte</emphasis>, zu kontrollieren, unter welchen 
+der Autor (bzw. bei bezahlter Arbeit der Arbeitgeber) das Recht
+haben <emphasis>sollte</emphasis>, zu bestimmen, unter welchen 
 Bedingungen die Software verteilt werden darf und das keine moralische
 Beurteilung an eine bestimmte Wahl von Bedingungen geknüpft sein muss. 
 </para>

_______________________________________________
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