Judulnya : Perbudakan modern: PRT di Singapura. 

http://blog.tagesschau.de/2012/08/26/moderne-sklaverei-hausmadchen-in-singapur/

Moderne Sklaverei: Hausmädchen in Singapur
von Sandra Ratzow 26. August 2012 14:30 Uhr 
“Du glaubst nicht, was ich gestern erlebt habe”, ruft mir die Sekretärin vom 
ARD-Studio Singapur nach dem Wochenende entgegen. “Neben uns auf der 
Restaurantterrasse hat eine Familie gesessen und ihr Mittagessen bestellt. Sie 
hatten ihr Hausmädchen dabei, aber die musste die ganze Zeit hinter dem Tisch 
stehen. Sie haben ihr nicht mal ein Glas Wasser gegeben und das bei dieser 
Hitze. Niemand hat daran Anstoss genommen. Unglaublich!”

Ein schrecklicher Einzelfall? In dieser extremen Form vielleicht. Doch die mehr 
als 200.000 Hausangestellten oder Maids, wie sie in Singapur genannt werden, 
werden oft genug wie Menschen zweiter Klasse behandelt. Manche arbeiten bis zu 
18 Stunden am Tag und müssen froh sein, wenn sie nicht auch noch hungern 
müssen. Mancher Stundenlohn liegt  zudem bei nicht mehr als 30 Cent, hat eine 
Zeitung ausgerechnet.

An Sonntagen kann man die Privilegierten unter den Hausmädchen am Lucky Plaza 
treffen. Dort überweisen sie Geld nach Hause nach Indonesien, auf die 
Philippinen oder Myanmar, und sie treffen sich mit anderen Maids. Oft 
picknicken sie in den Seitenstrassen, weil sie kein Geld für Restaurants haben. 
Ich erlebe Passanten, die sich darüber aufregen, die Mais würden “den Weg 
versperren und ihren Dreck verteilen.” Viele dieser jungen Frauen haben Kinder 
tausende Kilometer weit weg. Ich sehe die Sehnsucht und die Trauer in ihren 
Augen. Als Mutter von zwei kleinen Söhnen kann ich erahnen, wie gross die Not 
zu Hause sein muss, wenn man bereit ist, seine Kinder zu verlassen, oft genug 
für Jahre und in dem Wissen, von Monat zu Monat mehr zu einer Fremden zu 
werden. Welcher Stich ins Herz ist es dann, wenn der Sohn oder die Tochter 
irgendwann zu einer entfernten Verwandten “Mama” sagt…Leider sind die Frauen in 
der Fremde dann nicht nur mit ihrer Sehnsucht und ihrem Heimweh allein.

In den Zeitungen lese ich, dass Singapur ab nächstem Jahr einen freien Tag für 
Hausmädchen zur Pflicht machen möchte. Selbst in Taiwan und Hongkong gibt es 
das längst. Doch die Reaktionen der Singapurer sind bei weitem nicht nur 
verständnisvoll. Was sich die Regierung dabei gedacht habe, heisst es da in 
wütenden Leserbriefen. Wer solle sich denn dann Sonntags um Kinder, Alte und 
Wäsche kümmern? Ein Boulevardblatt provoziert mit folgendem Aufmacher: Ein Foto 
von einem Hausmädchen, das einen Mann knutscht. Darunter der Titel: “Wie ihre 
Maid ihren freien Tag verbringt.”

Singapur wirbt eifrig um Arbeitnehmer in der ganzen Welt, und das auch mit 
besten Arbeitsbedingungen, zumindest für Banker, Professoren, Manager. Für 
Hausmädchen gelten diese nicht. Das sei ja der privater Sektor, heisst es zur 
Entschuldigung. Wenn sie Probleme mit ihren Arbeitgebern haben, stehen die 
jungen Frauen oft genug allein da. Die Vermittlungsagenturen raten ihnen oft, 
sich doch ein wenig zusammenzureissen. Kaum eine traut sich zur Polizei. Kein 
Wunder, dass sich jedes Jahr verzweifelte Hausmädchen in den Tod stürzen.

Bei den Recherchen lernen wir schliesslich Bridget Tan kennen. Sie hat mit viel 
Engagement und Spenden ein Frauenhaus für misshandelte Maids eingerichtet. Die 
Geschichten dieser Mädchen sind  herzzerreissend. Es sind Geschichten von 
Ausbeutung, von Misshandlungen, von Vergewaltigungen, aber auch von seelischen 
Grausamkeiten, wenn etwa eine Muslima gezwungen wird, Schweinefleisch zu essen. 
Wir machen ein Interview mit der misshandelten Analyn. Sie ist nun schon seit 
ein paar Monaten hier und sei schon wieder seelisch stabil, heisst es. Ihre 
tiefen Augenringe und die kahlen Stellen auf ihrem Kopf sprechen Bände. Sie 
möchte reden, aber bald kullern Tränen über ihr Gesicht. Ich komme mir grausam 
vor, sie mit meinen Fragen zu belästigen und frage mich, wie ihre Arbeitgeberin 
beim Anblick dieser verzweifelten Augen einfach weiter quälen konnte…

Die ganze Geschichte in der ARD-Mediathek unter www.daserste.de/weltspiegel


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