RADIO GESCHICHTE: DT64
DDR JUGENDRADIO 1964 - 1993


Mittwoch 30.09.09
20.00 Uhr


FAMILIE VÖLZ UND DIE COMPUTER
Sendung vom 16.10.1986


Ohne jegliche Ankündigung, geschweige denn offizielle Voranmeldung, wurde 1986 erstmals ein in akustische Signale gewandeltes Computerprogramm vom Rundfunk der DDR ausgestrahlt. Die dafür Verantwortlichen sahen den Konsequenzen gefasst entgegen, doch anstatt der vermeintlichen Schelte bekamen sie so viele Leserbriefe wie niemals zuvor in der Geschichte des Radios der DDR. Tatsächlich zählte der Rundfunk der DDR zu dieser Zeit neben der BBC und dem niederländischen Rundfunk NOS zu den wegweisenden Initiatoren einer Verbindung von alten und neuen Medien. Lange vor den heute gängigen Möglichkeiten des Download im Internet waren es die Radiostationen mit ihren Software-Ausstrahlungen, die die Heimcomputerszene mit Programmen versorgte. Eigens dafür wurde mit BASICODE eine systemübergreifende und audiofähige Software-Sprache entwickelt. BASICODE galt seinerzeit als „Esperanto“ für Heimcomputer in Ost und West, das die Commodore-, Atari- und Apple-Rechner im Westen wie auch die Robotron-Geräte der DDR verstehen konnten. Darüber hinaus war mit BASICODE auch das Programmieren eigener Software ohne große Vorkenntnisse möglich.

DIALOG MIT JOACHIM BAUMANN UND RALF HOMANN

Im Anschluss an die Präsentation der Sendung treten Joachim Baumann und Ralf Homann in einen Dialog über ein gleichsam sozialistisches Kapitel der Mediengeschichte. In Anwesenheit von HORST VÖLZ, Physiker, Informationswissenschaftler und Autor der Programmierkurse im Computer-Club. JOACHIM BAUMANN arbeitete ab 1984 in der Wissenschaftsredaktion des Schulfunks bei Radio DDR 2. In diesem Rahmen war er ab 1987 verantwortlich für REM – das Computermagazin. Heute ist er in der Wissenschaftsredaktion von Deutschlandradio Kultur für die Reihen „Elektronische Welten“ und „Breitband“ tätig. RALF HOMANN war zur Wendezeit Reporter in den neuen Bundesländern für den „Zündfunk“, das Jugendmagazin des Bayerischen Rundfunks. 1999 bis 2007 war er als Dozent und Professor an Aufbau und Lehre des Studiengangs "Experimentelles Radio" an der Bauhaus-Universität Weimar beteiligt, heute ist er als Künstler und Autor tätig.


RADIO GESCHICHTE: DT64
DDR JUGENDRADIO 1964 - 1993


20 Jahre nach dem Mauerfall bietet eine vierzehnteilige, von Moritz von Rappard und Dunja Funke kuratierte Reihe Gelegenheit zur ausführlichen Auseinandersetzung mit dem Jugendprogramm des Rundfunks der DDR. Ehemalige Redakteure stellen Sendungen vor, an denen sie damals beteiligt waren. Sie treffen im Dialog auf Gesprächspartner aus dem Westen. Das Spektrum reicht von Verantwortlichen aus Kultur oder Politik bis zu Journalisten und Radiomachern, denen es in ihrer Arbeit um die Entwicklung eines engagierten Jugendprogramms ging oder geht. Somit werden nicht nur rare Zeitdokumente aus dem Deutschen Rundfunkarchiv zugänglich gemacht, es besteht auch die Möglichkeit, sich in einer öffentlichen Diskussion zwischen Ost und West mit der jüngeren Mediengeschichte auseinanderzusetzen. Im besten Fall eine deutsch-deutsche Begegnung zum Austausch von Geschichte und Gegenwart. Unter den ehemaligen Mitarbeitern des Senders, die im Zeughauskino erwartet werden, sind beispielsweise Marion Brasch, Lutz Schramm, Dietmar Ringel, Tanja Braumann, Roland Schneider, Michael Schiewack, sowie Siegmar Krause, der Leiter des Gründungskollektivs. Als Gesprächspartner aus dem ehemaligen Westen haben sich unter anderem Friedrich Küppersbusch, Helmut Lehnert, Olaf Leitner, Klaus Walter und Marco Seiffert angekündigt. Darüber hinaus wird am 1.11. die letzte Intendanz des Rundfunks der DDR erwartet. Christoph Singelnstein, Hannelore Steer und Jörg Hildebrandt treffen auf den ehemaligen RIAS- Intendanten Helmut Drück.


Weitere Informationen finden Sie unter www.radio-geschichte-dt64.de


Veranstaltungsort
Zeughauskino
Deutsches Historisches Museum
Unter den Linden 2
Eingang Spreeseite
10117 Berlin
Kartentelefon 030. 20 30 47 70


RADIO GESCHICHTE: DT64
ist ein Projekt von Moritz von Rappard.
Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.
In Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv Potsdam und dem Zeughauskino / Deutsches Historisches Museum. Medienpartner: Deutschlandfunk / Deutschlandradio Kultur / Freitag / die tageszeitung / zitty.


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