***DIGAREC Lectures: Double Feature***

Stephan Humer
“Digitalität und Imagination – Grundlagen für die Analyse einer neuen Epoche” 

und

Georg Spehr 
“Game Sound (not Effects)”

21.01.2010, 18-20h

Ort: 
Universität Potsdam 
Am Neuen Palais 10
Haus 8, Raum 60/61
14469 Potsdam

Vortragssprache: Deutsch.
Eintritt: frei. 

Mögliche Änderungen werden immer auf http://www.digarec.org bekannt gegeben.


***ABSTRACTS und BIOS***

Stephan Humer
“Digitalität und Imagination – Grundlagen für die Analyse einer neuen Epoche”

Abstract:
Das Digitale fordert und fördert unsere Imagination in einem enormen Maße. 
Seitdem analoge Zustände in digitale Einheiten gewandelt werden, hat eine 
Entwicklung eingesetzt, die wohl als epochal bezeichnet werden kann. Für den 
Computer gibt es nur Nullen und Einsen, den kleinsten gemeinsamen Nenner der 
Digitalität – für uns entsteht daraus aber viel
mehr: „Es ist die Arbeit der Interpretation im Kopf, die aus den Zeichen, die 
Computer anzeigen, eine Information macht.“ (Joseph Weizenbaum). Für den Umgang 
mit digitalem Gerät ist die Imagination somit unentbehrlich, da sie den 
„Missing Link“ zwischen der Digitalisierung (durch den Computer) und 
Analogisierung (in der Wahrnehmung des Menschen) darstellt. Man kann der 
spielenden, chattenden und twitternden “Generation C64″ deshalb wohl kaum 
vorwerfen, daß es ihr an Vorstellungskraft und Abstraktionsfähigkeit mangelt – 
zwei Eigenschaften, die in einer vernetzten, globalen Welt sicherlich nicht 
ganz unbedeutend sind.
Der Vortrag soll aufzeigen, warum es ein Fehler ist, die digitale Welt als 
“virtuell” zu bezeichnen, welche Rolle Digitalität und Imagination in unserer 
heutigen Lebenswelt spielen, wie sich diese beiden Elemente entwickeln und 
welche Folgen das für die Analyse digitaler Phänomene wie Computerspiele und 
die Entwicklung unserer Gesellschaft haben kann.

Bio:
Dr. Stephan Humer ist Forschungsleiter in der Digitalen Klasse der Universität 
der Künste Berlin. Nach Beendigung seines Studiums der Soziologie, Psychologie, 
Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Freien Universität Berlin 
folgte dort zwei Jahre später seine Promotion. Seitdem leitet er ein 
Forschungsvorhaben zur Analyse der Digitalisierung der Gesellschaft und ist in 
diesem Zusammenhang u.a.
Projektpartner am Zentrum Technik und Gesellschaft der Technischen Universität 
Berlin. Darüber hinaus ist er an der Fachhochschule Potsdam im Fachbereich 
Informationswissenschaften als wissenschaftlicher Leiter des dortigen 
Digitalisierungslabors zuständig für die Weiterentwicklung von digitaler 
Forschung, Lehre und Anwendung.

Publikationen:
Beck, F., Humer, S., Kunze, I. (eds.): Networked Systems. Berliner Seminare. 
Berlin, 2009 (in press)
The Beauty of Thinking. In: Ängeslevä, J., Humer, S., Sauter, J. (eds.): 
Digital Media Design Yearbook 2008. Beauty of Data & Indie Design. The Berlin 
University of the Arts. p. 60-65. Berlin, 2009
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein: Identitätsarbeit in digitalen 
Systemen. In: Ternes, Bernd (ed.), „Menschen“ formen Menschenformen. Zum 
technologischen Umbau der conditio humana. Berlin, 2009.
Digitale Identitäten. Der Kern digitalen Handelns im Spannungsfeld von 
Imagination und Realität. Berlin, 2008.

Georg Spehr
“Game Sound (not Effects)”

Abstract:
Game Sound wird in der aktuellen Computerspielforschung kaum gesondert 
hervorgehoben. Dabei sind Computerspiele ohne eine Klangebene quasi nicht 
existent. Selbst die ersten populären und kommerziell relevanten Spiele 
beinhalten Klänge, die trotz ihrer scheinbaren Einfachheit wesentliche 
informative und ästhetische Funktionen erfüllen und somit für den Spieler 
handlungsrelevant sind.
Anhand des Vortrags soll verdeutlicht werden, dass die Klangebene in allen 
Eigenschaften des Computerspieles gleichbedeutend zur Bildebene bewertet werden 
muss. Das Klangspektrum ist nicht nur in ästhetischer Hinsicht sehr vielfältig, 
sondern umfasst auch auf funktionaler Ebene einen komplexen Aufgabenbereich. 
Klang ist sowohl Informationsmedium und Interaktionsinstrument als auch 
Erlebnismoment des Virtuellen.

Bio:
Georg Spehr ist ausgebildeter Kommunikationstechniker und Multimedia- Designer. 
1989-98 als Studiotechniker für professionelle Audiotechnik bei Studer 
Deutschland und 1999-2002 als Multimedia Designer bei Agenturen im Crossmedia- 
und Internetbereich angestellt, ist er seit 2002 als freier Sound Director und 
Multimedia Designer tätig. Er ist Lehrbeauftragter für den Master Studiengang 
Sound Studies an der Universität der Künste Berlin und die Fachhochschule 
Potsdam, Fachbereich Design. Darüber hinaus organisierte er das Symposion 
“Sound Studies – Funktionale Klänge” 2007 an der UdK Berlin, war Referent für 
das Entwicklungs- und Weiterbildungsprojekt  “Aural City – Die hörsame Stadt” 
2008/2009 und ist Herausgeber des Sammelbandes “Funktionale Klänge. Hörbare 
Daten, klingende Geräte und gestaltete Hörerfahrungen” transcript Verlag, 2009.


Kontakt: 
DIGAREC
Universität Potsdam
Europäische Medienwissenschaft
Institut für Künste und Medien
Am Neuen Palais 10
D-14469 Potsdam

Tel: +49 (0) 331 977 1461
Mail: [email protected]
Web: www.digarec.org

*** DIGAREC Lectures 2009/10 ***
mit Mark J.P. Wolf, Espen Aarseth, Katie Salen, Frans Mäyrä (04.02.2010), Lev 
Manovich (26.04.2010).
weitere Informationen http://www.digarec.org/category/lectures.

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rohrpost - deutschsprachige Liste zur Kultur digitaler Medien und Netze
Archiv: http://www.nettime.org/rohrpost 
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