Sehr geehrte Damen und Herren, auf Einladung von Dr. Hans Dieter Huber, Professor für Kunstgeschichte der Gegenwart, Ästhetik und Kunsttheorie und Leiter des Masterstudiengangs Konservierung Neuer Medien und Digitaler Information, hält Dr. Matthias Weiß, Kunsthistoriker und Redakteur der "Kunstzeitung" mit Sitz in Regensburg, einen Vortrag an der Akademie.
Zum Vortrag 'Netzkunst. Ihre Systematisierung und Auslegung': "Die wissenschaftliche Arbeit der Systematisierung von Kunstwerken wird nur noch selten praktiziert. Eine Systematik bietet aber in einem Feld von vergleichbaren Phänomenen einen leichteren Zugang zu den Einzelerscheinungen an. Aus diesem Grund hat Matthias Weiß das bislang disparat behandelte Genre der "Netzkunst" untersucht. Da sie nicht ohne das Internet denkbar ist, bietet sein Vortrag beispielsweise einen Einblick in die Software-Protokolle der Datenkommunikation. Um die Werke der Netzkunst in eine Ordnung überführen zu können, war es notwendig, sich mit Begriffsbildung zu beschäftigen. Danach erst konnten Ordnungen verstanden, eingeschätzt und für sein Untersuchungsziel nutzbar gemacht werden. Mittels Einzelanalysen, in denen kunsthistorische Methoden adaptiert wurden - etwa in der Analyse von HTML-Code - erbrachte er den Nachweis der Reichweite und Sinnträchtigkeit solcher Analysen. Auf diese Weise wird sowohl ein Einblick in das noch junge Phänomen zeitgenössischer Kunst gegeben als auch der Beweis geliefert, dass Netzkunst in ihrer Tragweite als Kunst erkannt und vermittelt werden kann, ohne dass die Werke selbst zu Symptomen der jüngeren Gesellschaftsgeschichte degradiert werden müssten bzw. ihre künstlerische Qualität inmitten von Belegstrukturen aus Nachbarwissenschaften verschwände." (M. Weiß) Zum Referenten: Matthias Weiß wurde 1966 geboren und studierte Kunstgeschichte, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Philosophie an der Ruhr- Universität Bochum. Nach seinem Magister über die Trompe-l'oeuil- Stillleben von Samuel van Hoogstraten volontierte er beim Westfälischen Anzeiger, Hamm, zum Zeitungsredakteur und arbeitete an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Sonderforschungsbereich 541 "Identitäten und Alteritäten". Des Weiteren kuratierte er Ausstellungen zu Computer- und Netzkunst für den "hartware medien kunst verein" und das Kultursekretariat Gütersloh. Zudem betreute er das Netzkunstprojekt "art.net.dortmund". Seit 2007 ist er Redakteur bei der "Kunstzeitung" in Regensburg. Nähere Informationen zu Matthias Weiß unter http://www.weisskunst.de *** 'Netzkunst. Ihre Systematisierung und Auslegung' - Vortrag Matthias Weiß/Kunstzeitung Mittwoch, 27. Januar 2010 von 16-18 Uhr Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Seminarraum des Studiengangs Medienkonservierung, Erdgeschoss Altbau Am Weißenhof 1 70191 Stuttgart Der Eintritt ist frei. *** Für eine Berücksichtigung in Form von Ankündigung und/oder Bericht danken wir Ihnen bereits im Voraus. Mit freundlichen Grüßen *** Katrin Lessing Pressereferat Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Kunst * Architektur * Design * Wissenschaft Am Weißenhof 1 70191 Stuttgart T +49(0)711.28440-152 F +49(0)711.28440-102 [email protected] www.abk-stuttgart.de *************************************** Abb.: Portrait Dr. Matthias Weiß, sowie Netzkunstbeispiele: 1) Jodi: "Worngbrowser", 2) Cornelia Sollfrank: "net.art-generator"-Produkt, 3) Mouchette: "Lullaby for a dead fly", 4) Alexej Shulgin: "Form Art". Alle Fotos Quelle M. Weiß
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