Hi > Das kann man nur bestätigen. Es hängt aber auch mit einem Faktor > zusammen, der in diesem Text nicht erwähnt wird, nämlich die extrem > verbreitete Selbstdefinition zeitgenössischer Kunst bzw. fine art im Umfeld > von Biennalen, e-flux etc. als "post-media". Es geht daher nicht bloß um > eine Divergenz im Sinne eines Auseinanderdriftens, sondern um > grundsätzliche Inkompatibilität von Diskursen.
ist das nicht Lev Manovich's Argument? Scheint jedenfalls gerade ein verbreitetes Argument zu sein. Die postmediale neo-konzeptkunst muss aufpassen, dass sie aus technikignoranz und anti-handwerklichem pseudo-aristo-snobismus nicht automatisch ins konservativ buergerliche lager faellt. bnei denen ist ja auch grad krise angesagt. Ich glaub nicht dass man die trennlinien entlang des medienbegriffs ziehen kann, _so_ oder _so_. medienkunst war doch immer schon postmedia und relational. Bei diesen Diskursen geht es hauptsaechlich um Distinktionsgewinne in einem relationalen feld und damit beziehe ich mich auf Bourdieu und nicht Bourriaud. ich glaube es geht heute viel staerker wieder um die definition des politischen und ich kann das nicht fein saeuberlich vom technischen trennen - wir haben es also mit reichlich komplexen "technopolitics" zu tun. ausserdem geht es nicht um die frage medienkunst vs konzeptkunst weil diese bereiche nicht einfach so monolitisch und homogen sind. es gibt eine kritische medienkunst, die sich mit den technopolitiken unserer zeit auseinandersetzt, und die hat sehr viel ueberschneidungen mit einer kritischen neokonzeptkunst, die das auch tut, aber auf eine etwas andere art - zu den historischen Ueberschneidungslinien hat Edward Shanken was geschrieben, ist glaube ich auf einer dieser proprietaeren Aufsatzsammlungen wie jstor. Anstatt "Inkompatibilitaeten" sehe ich eher moegliche fruchtbare formen des austauschs zwischen den linken fluegeln der medien- und konzeptkunst, auch mit verwandten bereichen wie pop, politik und aktivismus, wie eine kuerzlich erschienene publikation zeigt, zu der ich einen beitrag verfassen durfte: Was Tun. Figuren des Protests, Taktiken des Widerstands. Hildegard Fraueneder, Gianni Stiletto, Hg. Müry Salzamn Verlag 2010 http://www.muerysalzmann.at/shop/shop_artikeldetails.asp?kid=3&Page=5&agnr=116 mit besten Gruessen Armin -- thenextlayer software, art, politics http://www.thenextlayer.org
-- rohrpost - deutschsprachige Liste zur Kultur digitaler Medien und Netze Archiv: http://www.nettime.org/rohrpost http://post.in-mind.de/pipermail/rohrpost/ Ent/Subskribieren: http://post.in-mind.de/cgi-bin/mailman/listinfo/rohrpost/
