Call for Papers:

Themenheft 2/2010 der Sektion Gegenwart der Online-Fachzeitschrift kunsttexte.de: Spiegel, Spiegelung, Reflexionen und Doppelung in der Kunst der Gegenwart.

Die Sektion Gegenwart der DFG-geförderten Online-Fachzeitschrift kunsttexte.de plant ein Themenheft zu Spiegel, Spiegelung, Reflexionen und Doppelung in der Kunst der Gegenwart.

Die Thematik des Spiegels und der Spiegelung inspirierte die künstlerische Praxis durch die Jahrhunderte immer wieder. So ließe sich eine vielschichtige Traditionslinie von Spiegel-Szenen antiker, mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Darstellungen konstruieren, die bis in die Moderne und Gegenwart reicht und zunehmend durch eine diskursive Bearbeitung des Gegenstandes ergänzt wurde. Die jeweiligen Umsetzungen des Themas weisen unterschiedliche Funktionen oder Bedeutungen auf, ihre Symbolik reicht von der wörtlichen Reflexion des Spiegelbildes bis zur Assoziation mit Narzissmus oder Vanitasmotiven. Auch in Werken zeitgenössischer Künstler zeigt sich eine vielfältige Auseinandersetzung mit dem Motiv des Spiegels, einerseits primär als formal-ästhetisches Element, wie in Arbeiten von Dan Graham (Performance/Audience/Mirror, 1977) oder in Olafur Eliassons jüngster Ausstellung in Berlin (Innen Stadt Außen, 2010).

Die Faszination für den Spiegel und dessen formale Einbindung im Werk erklären sich in der Eigenschaft, in der Spiegelung eine weitere Ebene sichtbar zu machen. Auf diesem Weg bedingen und gestatten die Werke eine andere Wahrnehmung und ermöglichen es dem Betrachter, einen Blick zurück auf sich selbst und sein Umfeld zu werfen. Dies trifft nicht nur auf den Spiegel an sich, sondern auch auf glänzende Oberflächen zu, etwa bestimmte Harze oder Lacke, wie z.B. in Skulpturen Jeff Koons. Nicht zuletzt besetzt das Motiv des Spiegels auch eine prominente Position im theoretischen Diskurs. Lacans Überlegungen zum Spiegelstadium nehmen in diesem Fall eine zentrale Stellung ein und verdeutlichen verstärkt interdisziplinär ausgehandelte Bezüge zwischen Ästhetik und Psychologie. Zugleich manifestiert sich über das Spiegelbild, d.h. über das Erkennen des Eigenen und Bekannten im Spiegel, respektive auch unsere Wahrnehmung des Fremden und Anderen. Über Zerrspiegel unserer eigenen Vorstellungen lassen sich so auch Bilder über das andere Ich sowie kulturelle Differenzen und Stereotypen beleuchten.

Wir laden dazu ein, uns kunst- und kulturwissenschaftliche Beiträge zu dieser Themenstellung (kürzere Forschungsberichte, Aufsätze oder Rezensionen von ca. 6-10 Seiten) bis zum 30.06.2010 zur Verfügung zu stellen:

per E-Mail:
[email protected] (Andrea Heister)
[email protected] (Lutz Hengst)
[email protected] (Kristina Hoge)
[email protected] (Christiane Kant)
[email protected] (Nadine Söll)

per Post:
kunsttexte.de
Sektion Gegenwart
c/o Humboldt-Universität zu Berlin
Phil.Fak.III/Kunstgeschichtliches Seminar
Sitz: Dorotheenstraße 28
Unter den Linden 6
10099 Berlin

Kunsttexte, die Fachzeitschrift für Kunstgeschichte im Netz, wird von der DFG gefördert.

Weitere Informationen unter www.kunsttexte.de.

Ihre Ansprechpartner sind Andrea Heister ([email protected]), Lutz Hengst ([email protected]), Kristina Hoge ([email protected]), Christiane Kant ([email protected]) und Nadine Söll [email protected]) - die Redaktion der Sektion Gegenwart.

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