Ein guter Freund steckt wieder wegen ihm, dem Technoviking, in einem 
juristischen, 
wie auch kreativen Dilemma mit interessanten Fragen:

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Liebe Künstler und Kollegen,
hier ein kurzes Update und ein Reminder. 
Vor 2 Wochen habe ich Euch auf eine Spendenaktion für mein Filmprojekt 
aufmerksam gemacht. 
www.indiegogo.com/projects/the-story-of-technoviking/

Die Geschichte des Internet Mem "Technoviking" – tausendfach geremixed, 
nachgespielt, transformiert und endlos weitergeleitet. Symptomatisch für 
aktuelle Netzkultur und den Umgang von Bürgern mit Medien im Netz: jeder teilt 
und leitet Bilder, Video etc. an seine hunderte von "Freunden" weiter. Fast 
immer ohne dafür die Rechtslage zu klären. Im Fall meines Kunstvideos "Kneecam 
No.1" führte dieses neue Userverhalten zu einem überraschenden und ungeplanten 
viralen Phänomen und in Folge dessen vor kurzem zu einem Gerichtsprozess vorm 
Landgericht Berlin. Der 4 Minüter entstammt einer Serie von Experimentellen 
Filmen, mit denen ich Realität und Wahrnehmung untersucht habe. Vor wenigen 
Tagen kam ich aus dem Urlaub zurück und habe ich erfahren, dass der Kläger mit 
dem für ihn sowieso schon vorteilhaft gefällten Urteil immer noch nicht 
zufrieden ist. Es sollte mich insgesamt schon 15000 Euro kosten. Jetzt bringt 
er den Fall und damit mich weiter vors Berliner Kammergericht. Noch weiss ich 
nicht, ob es ihm dabei einfach nur um mehr Geld, das Verbot der vielfältigen 
Userreaktionen oder beides geht. Eines steht fest: es wird auf jeden Fall noch 
viel mehr Kosten verursachen. Auch wird er damit für noch mehr Aufmerksamkeit 
sorgen, obwohl er doch eigentlich samt des viralen Videos, in dem er zu sehen 
ist, aus der Öffentlichkeit verschwinden wollte.

Das gesellschaftliche Thema dahinter, unsere aktuelle digitale Netzkultur und 
wie wir uns darin bewegen, betrifft uns alle! Es muss verhandelt und diskutiert 
werden in einem gesellschaftlichen Prozess, der nicht durch Gerichte gelöst 
werden kann. Was dabei herauskommen kann hat schon das letzte Urteil gezeigt, 
welches ein Kunstverständnis der Richter an den Tag legte, das aus einer Zeit 
vor 100 Jahren zu stammen scheint mit der Auffassung, dass dokumentarisches und 
unverfremdetes Material keine Kunst sondern lediglich Handwerk ist und Künstler 
mit Kunst kein Geld verdienen sollten.

Die Sammelaktion für den Dokumentarfilm, den ich darüber machen möchte, nähert 
sich dem Ende und ist immer noch weit von einem realistischen Budget entfernt, 
um den Film unabhängig, also nur mit Hilfe der Community zu machen. Das Thema 
ist sehr komplex und kann nicht in Kurzfilmlänge behandelt werden. Es verlangt 
eine Menge Arbeit und Energie. Es gibt schon über 100 Unterstützer, doch um die 
Richter vorm Kammergericht vom öffentlichen Interesse zu überzeugen sollten es 
besser 500 sein!

Es bleiben nur wenige Tage. Bitte helft mir und wenns nur ein Euro ist!
Bitte fragt Eure Partner, Freunde, Familie, Nachbarn, ob sie nicht einen 
kleinen Betrag spenden und Kommentar schreiben können! 
Denn jeder Euro und Kommentar hilft, dieses Projekt weiter zu treiben und 
letztendlich einen wirklich grossartigen und unabhängigen Film zu machen, aber 
auch die Kunst besser vor Gericht vertreten zu können! Innerhalb von zwei 
Minuten kann mittels Paypal oder Kreditkarte ein Euro gespendet und ein 
Kommentar geschrieben werden. 
www.indiegogo.com/projects/the-story-of-technoviking/

Vielen Dank!
Herzliche Grüsse, 
Matthias Fritsch


PS
Da ich mir jetzt um die Verteidigung in der nächsten Instanz Gedanken machen 
muss, bin ich auch für diesbezügliche Tips und Hinweise sehr dankbar! Ich habe 
keine Rechtsschutzversicherung und als freier Künstler habe ich seit Jahren ein 
Jahreseinkommen von ca. 7000 Euro. Das sind leider nicht gerade die besten 
Voraussetzungen, um durch die Gerichtsinstanzen zu gehen. Alles was ich bieten 
kann ist ein in den Medien hochbeachteter Prozess.


-- 
rohrpost - deutschsprachige Liste zur Kultur digitaler Medien und Netze
Archiv: http://www.nettime.org/rohrpost 
http://post.in-mind.de/pipermail/rohrpost/
Ent/Subskribieren: http://post.in-mind.de/cgi-bin/mailman/listinfo/rohrpost/

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