Directors Lounge Screening
Johnny Welch
Arcane Rhythms

Donnerstag, 25. Oktober 2018
21:00
Z-Bar
Bergstraße 2
10115 Berlin-Mitte

Arcane Rhythms - Geheimes Metrum

Johnny Welch, Filmemacher und Fotograf aus Sydney, Australien, lebt seit mehr als 3 Jahren in Berlin und ist ein aktives Mitglied von Labor Berlin. Seit Berlin ist er mit der Ästhetik von analogem Film stark verbunden, und mit der Möglichkeit des optischen Kopierens von Film. Auch wenn digital geschnitten und projiziert, scheint die analoge Bildkomposition ihm ein reichhaltigeres Bild von hoher Dichte und Tiefe zu ermöglichen.

Basierend auf analogen Techniken mit (zumeist) Schwarzweissmaterial, scheinen seine Filme das reine Schwarz zu erkunden, statt nur einer Ästhetik des Schwarz und Weiß. Auch verbunden mit Punkmusik, Dark Wave und Electronic Noise, erreicht der Filmemacher ein erstaunliches tiefes Schwarz mit seinen Filmen. Experimentelle Techniken von Emulsionsablösungen und -brüchen, die kombiniert werden mit schwarzer Tinte, manchmal mit einer zusätzlichen Rottönung oder Blau, werden kombiniert mit obskuren Bildern von männlichen oder weiblichen Charakteren. Ein vorantreibender Rhythmus auf der Musikspur verstärkt den Eindruck von Schwärze. Eine weitere Verknüpfung ist Aleister Crowley, eine umstrittene Person und ein britischer Okkultist vom Beginn des 20ten Jahrhunderts, der eine Reihe von Künstlern inspirierte, unter anderen Kenneth Anger und Fernando Pessoa. Der Film Aurum (super8 / digital) von 2018 ist für Welch eine Widmung an Crowleys Liber 777, ein Buch über kabbalistische Zahlenspiele. Für den Künstler ist die Beschäftigung und Meditation mit okkulten Theorien eine Suche nach befreienden Ideen, oder sogar eine Erlösung von quälenden Textnachrichten, die ihn verfolgen seit er sie vor Jahren erhalten hatte. (Discharge Working I und II, 2017/18)

Für den Betrachter haben die Bilder eine eindringliche vielleicht sogar gespenstische Anziehungskraft, die mit atemberaubender Schwärze getont sind. Die schwarze Sonne (in Aurum) zum Beispiel ist ein fantastisches Symbol auch ohne jeden magischen Bezug. Und es ist für sich selbst ein wunderbares Bild das verflochten wird mit der Schwärze gemalten Filmmaterials und so in Erinnerung des Zuschauers bleiben wird.

Der Künstler wird zur Vorstellung und Diskussion präsent sein.
Kuratiert von Klaus W. Eisenlohr.


Artist Link:
https://www.johnnywelchfilm.com/

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