Einladung zur Performance

        cornelia sollfrank
        revisiting feminist art
        no.1: "le chien ne va plus"
        performance mit monty cantsin

        freitag, 7.juli 2006, 18 uhr
        phoenix-einkaufscenter harburg
        hannoversche straße 86, hamburg-harburg
        treffpunkt haupteingang hannoversche straße

        wiederholung von:
        valie export, »aus der mappe der hundigkeit«
        straßenaktion mit peter weibel, 1969


Die Performance le chien ne va plus ist die erste Arbeit einer 5-teiligen Reihe, mit der sich die Hamburger Künstlerin Cornelia Sollfrank mit frühen Positionen der feministischen Kunst auseinandersetzt. Das künstlerische Verfahren, das für die Serie zur Anwendung kommt, ist die Wiederholung.

Zur Zeit ihrer Entstehung stellten alle wiederholten Werke eine Provokation dar. Die Inhalte und oftmals auch die Mittel der Arbeiten sprengten nicht nur bürgerliche Konventionen, sondern überforderten nicht selten auch das Verständnis der – sich ansonsten ebenfalls als radikal verstehenden – Kollegen.

Während der Aktion „Aus der Mappe der Hundigkeit“ spazierte die österreichische Künstlerin und Erfinderin des aktionistischen Feminismus VALIE EXPORT 1969 mit ihrem Partner und Kollegen Peter Weibel als Hund durch die Kärntnerstraße in Wien. Weibel wurde von der Künstlerin an der Leine geführt und ging auf allen Vieren. In Umkehrung der gesellschaftlichen Verhältnisse wird in der Visualisierung der Mann-Frau-Beziehung in einer Tier-Mensch-Parabel der Frau die beherrschende und „führende“ Rolle zugewiesen. Der zum Objekt gemachte männliche Körper gerät – allerdings durch den Gang auf allen Vieren und abhängig von der Hundeführerin durch die Leine – in dem Mittelpunkt der Auseinandersetzung.

Die Reihe revisiting feminist art geht verschiedenen Fragen nach: Welche Stellung konnten sich diese Arbeiten in der (Kunst-)Geschichtsschreibung erobern? Wie relevant waren und sind ihre politischen Aussagen und formalen Innovationen für nachfolgende (Künstler-)Generationen? Ist es möglich, durch die Wiederholung einer Handlung/ Aktion in einem anderen zeitgeschichtlichen und gesellschaftlichen Kontext eine Aussage über die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse herzustellen?

Kontakt: [EMAIL PROTECTED], Tel. 040-4104937

Im Anschluss an die Performance besteht die Möglichkeit, die Ausstellung "Peter Weibel. Das Offene Werk 1964-1979" in der Sammlung Falckenberg zu besichtigen.
Ort: Phoenix Art, Wilstorfer Str. 71, Hamburg-Harburg
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