diesem betroffenheitspop fehlen in der tat die worte: es wäre allerdings sehr schön, wenn man sich vorher den einen oder anderen kritischen begriff "erschaffen" hätte, bevor man totalisierungen über den "einen krieg", der "ebenso irrwitzig wie kalkuliert" sei und darüber hinaus "zu seinem eigenen zweck geworden" sein soll, von sich gibt.

auch wenn es genügend anlass für kritik an den bombardements von beirut gibt, deren folgen für die zivilen opfer schrecklich sind, sollte man seinen "begriffen" doch wenigstens folgende frage gestellt haben, und wenns auch die einzige wäre, was allerdings "offenbar" schon eine zumutung darzustellen scheint: schon mal was von den millionen us-dollars gehört, lieber begriff, mit denen volksgenosse ahmadinedschad eine daher bestens ausgestattete guerillaarmee sponsert, deren aufklärung seit geraumer zeit informationen über mögliche ziele sammelt, deren führer seit jahren verkünden, dass sie demnächst jerusalem von den zionisten befreien werden, und die - wenig verwunderlich - jetzt auch keinerlei anstalten macht, zwischen zivilisten und militärs zu unterscheiden?

mit dieser simplen frage wäre das problem des ganz konkreten zwecks dieses angeblich "unendlichen" und totalen kriegs ebenso schnell geklärt, wie die behauptung seiner "irrwitzigkeit" obsolet geworden sein dürfte.



Am 21.07.2006 um 02:49 schrieb florian schneider:

FEHLENDE WORTE

Die zweite Ausgabe des WÖRTERBUCH DES KRIEGES am kommenden
Wochenende im München findet während eines Krieges statt, der in aller
Welt Angst, Wut und Entsetzen auslöst.

Die aktuelle Eskalation der militärischen Gewalt im Nahen Osten und
die Reaktionen darauf machen nochmals deutlich, wie schwer es heute
geworden ist, das Ausmaß eines Krieges zu begreifen, der ebenso
irrwitzig wie kalkuliert, dessen Aktualität total und der nicht mehr
hinterfragbar, unendlich und offenbar zu seinem eigenen Zweck geworden
ist.

"Begriffe zu erschaffen heisst zumindest etwas tun" - das von Deleuze
und Guattari geliehene Motto des Projektes könnte zusätzliche Brisanz
und Dringlichkeit erlangen:


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