hi ritchie,

nicht-institutionalisierung ist doch keine qualitative eigenschaft, bestenfalls eine strukturelle (wenn auch eine prinzipiell löbliche). aber institutional "angeeignete" schlagworte durch den subinstitutionellen quirl zu drehen, strengt (a)n und ist (b)illig.

beispiel:

Felicetta Tupperwor-Harnbryll ist eine außergewöhnliche Medienkünstlerin mit internationaler Referenz: Seit Mitte der 1990er Jahre tritt sie mit einem Werk hervor, das auf zugleich verführerische wie irritierende Weise Medienkunst zu einem Wahrnehmungsabenteuer zu macht. Faszinierend zu beobachten ist die Verbindung von Traditionen der Kunstgeschichte wie der angewandten Kunst, mit Themen der Abstraktion und Repräsentation. All dies vollzieht sich mit einer künstlerisch konzeptuellen Stringenz und Leichtigkeit, die sich in einer überzeugenden visuellen Präsenz zeigt. Die Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Murnau stellt nach der Kunsthalle in Zürich, dem Camdem Arts Centre in London und dem Bonnefantenmuseum in Maastricht zum ersten Mal in Deutschland das medienkünstlerische Schaffen der Künstlerin in einer breit angelegten Übersichtsausstellung vor und zeigt Arbeiten aus der Zeit von

widerrechtlich angeeignete terme:

- referenz
- irritierend
- wahrnehmungsabenteuer
- tradition
- abstraktion
- repräsentation
- konzeptuelle stringenz (hört, hört!)
- visuelle präsenz (kotz)

alle diese begriffsgetüme finden sich ebenfalls in der markierten ankündigung. sie befinden sich aber auch in meinem salzstreuer, und ich streue sie jeden morgen auf mein eierbrötchen, um dieses dann oral zu zeitigen. das anale störmoment hingegen ist, sie in einem defäzianten strom inhärenter brownscher (begriffs)bewegung in die unbefleckte welt zu blasen, ein quasi-autopoietischer vorgang, da sich die permutationen der begriffskotze-elemente weder vorhersagen lassen, noch eine möglichkeit innerhalb des felds offen lassen, sich ihrem parainstitutionellen niederschlag zu entziehen.

freundliche grüße
spur mcguffin


ps. wer nix zu tun hat, kann auch noch zu peter "inke" weibels enkeln gehen:

Ein internationales Ausstellungsprojekt: Die zeitgenössische Kunst aus Süd-Ost Europa bewegt sich auf einem neuen Kurs. Große thematische Ausstellungen wie „In Search of Balkania", 2002 (Peter Weibel), „In den Schluchten des Balkan“, (2003, René Block) und „Blut & Honig - Zukunft ist am Balkan“ (2003, Harald Szeemann) haben unterschiedliche Aspekte der zeitgenössischen Bildenden Kunst aus süd-ost-europäischen Ländern gezeigt. Verschiedene Biennalen (Istanbul, Cetinje, Periferic), Kunstmuseen und Ausstellungshäuser haben in den vergangenen Jahren immer wieder interessante künstlerische Positionen aus der rasant sich entwickelnden Kunst- und Kulturszene der Regionen und Länder präsentiert, die für den Begriff „Balkan“ stehen. Das Ausstellungsprojekt knüpft an Themen der „Übersetzung kultureller Identität“ und des „kommunikativen Gedächtnis“ (Harald Welzer) an. Beteiligte Künstler sind u.a. Maja Bajevic, Paris-Sarajevo; Danica Dakić, Düsseldorf-Sarajevo; Esra Ersen, London-Istanbul; Peter Marifoglu, Düsseldorf; Stefan Nokolaev, Sofia-Paris; Milica Tomic, Belgrad Berlin.




Am 26.08.2006 um 11:35 schrieb ritchie:

Hi,

why the ruckus? Mir ist diese Ankündigung durchwegs positiv
aufgefallen; die Fragestellung ist spannend und in der "täglichen
Massenmedienpraxis" zeigt sich doch deutlich, dass es sich keineswegs
um ein "akamdemisches" und "kunsttheoretisches" Projekt handelt.
Außerdem kenne ich einige der gezeigten Arbeiten - und daher verstehe
ich die Reaktion wirklich nicht und hätte gern eine Erklärung dafür,
warum sich's bei diesem Text im Gegensatz zu deiner Antwort um
Verdummung unschuldiger Leser handelt.
lG:ritchie

PS - ich hätt's kaum für möglich gehalten, aber es gibt doch immer
wieder Mails, die zum Posten auf die Liste animieren ;-)

Spur McGuffin wrote:

das ist ein gelaber; es ist kaum zum aushalten. das sollten sie
moderensieren, sie institutionalisiertes gnu. sowas ist
protorevisionistische verdummung unschuldiger internet-leser!

full payback dem öffentlich-g'stopftn kunsthistoriker_innengewerbe!

mcg.



Am 25.08.2006 um 14:06 schrieb Edith-Russ-Haus:

(Scroll down for n0brain)



Playback_Simulierte Wirklichkeiten
3. September - 5. November 2006
Eröffnung: 2. September 2006, 19 Uhr

KünstlerInnen:
Ant Farm und T.R. Uthco, Christoph Draeger, Omer Fast, Beate
Geissler/Oliver Sann, Lynn Hershman, Felix Stephan Huber, Eddo Stern,
Milica Tomic, Susanne Weirich

Ein immer breiteres Publikum erfreut sich an mit großem Aufwand
betriebenen Historienspektakeln, die detailgetreu und möglichst
realistisch vergangene Zeiten wieder zum Leben erwecken wollen. Die Form
der Re-Inszenierung politischer Ereignisse und Meilensteine der
Weltgeschichte bestimmt auch zunehmend künstlerische Ansätze. Die
Ausstellung *Playback" hinterfragt, welchen Einfluss und welche
Wirkungen Re-inszenierung und Simulation auf die Gesellschaft haben. Sie stellt Fragen nach der Funktion und Bedürfnisbefriedigung der digitalen Ersatzwelten, die in Computerspielen entwickelt werden. Sie thematisiert
die Sehnsucht nach authentischem Erleben, welche in Rekonstruktionen
vergangener Ereignisse angesprochen wird. In einer *Gesellschaft des
Spektakels", die nur der Reproduktion einen Wert beimisst, stellt sie
die Frage, ob und wieweit wir unseren eigenen Erfahrungen und
Erinnerungen noch trauen können. Welche Veränderungen treten auf, wenn
historische Ereignisse neu erzählt werden? Die in der Ausstellung
gezeigten Arbeiten untersuchen in ihren Rekonstruktionen und
Inszenierungen, wie Erfahrungen und Erinnerungen zugleich persönlich
erlebt und kulturell konstruiert sind.

Das Video *The Eternal Frame" der Künstlergruppe Ant Farm und T.R. Uthco kommentiert kritisch die durch die Massenmedien propagierte Version des
Attentats auf John F. Kennedy, die sich in das kollektive Gedächtnis
eingegraben hat. Christoph Draegers Arbeit *Black September"
re-inszeniert das terroristische Attentat während der olympischen Spiele
in München 1972, das elf Opfer forderte, wobei Fakten und Fiktionen,
Vergangenheit und Gegenwart so miteinander verwoben werden, dass die
Grenze zwischen Dokumentation und real Erlebtem verschwimmt. In seinem
Video *Spielberg's List" beschäftigt sich Omer Fast mit der Konstruktion und Rezeption von Vergangenheit und erzählt vom Casting-Prozess und den
Erlebnissen der mitwirkenden Protagonisten der Holocaust Verfilmung
*Schindler's List" von Stephen Spielberg. *Return to Veste Rosenberg"
von Beate Geissler und Oliver Sann versetzt den Betrachter in ein
Realität gewordenes Computerspiel. Bilder von Militärsoldaten in einer
mittelalterlichen Festung wechseln sich mit märchenhaften Aufnahmen
geheimnisvoll-phantastischer Gestalten aus einer anderen Zeit ab. Lynn
Hershman erzählt in ihrem dokumentarischen Spielfilm *Strange Culture"
die dramatischen Ereignisse, die das Leben des Künstlers Steve Kurtz
verändert haben, als ihn nach dem tragischen Tod seiner Frau das FBI mit
dem Verdacht des Bio-Terrorismus verdächtigte. Eddo Stern thematisiert
in seinem Video *Vietnam Romance" den Einfluss der massenmedialen Bilder auf die Wahrnehmungen von Kriegen und zeigt Bilder aus Computerspielen,
welche die Darstellung des Vietnam-Kriegs in Hollywoodfilmen
nachstellen. In der Computerinstallation *Ops Room" von Felix Stephan
Huber befindet sich der Spieler in der Simulation eines historischen
Ortes. Inszeniert wird der berühmte Kontrollraum, der 1972 in Santiago
de Chile durch die Kybernetiker Stafford Beer und Fernando Flores
realisiert wurde und der zur computergesteuerten Lenkung der
sozialistischen Wirtschaft unter Salvador Allende dienen sollte. Milica Tomic gelingt in ihrer Arbeit *Container" eine prägnante Verknüpfung von
Fragen nach Identität und Erinnerung, persönlicher und politischer
Geschichte. Abhängigkeiten und Machtverhältnisse der Mitglieder einer
kapitalistischen Gesellschaft werden in der Video- und Diaprojektion, in
der sie sich auf den Menschen als Ware bezieht, radikal und kritisch
hinterfragt. In *Silent Playground" inszeniert Susanne Weirich sechs
Filmsequenzen, die sich an der Logik und dem Setting von Computerspielen
orientieren. Entsprechend der binären Strategie der Spiele hat jede
Sequenz einen guten und einen schlechten Ausgang.


Veranstaltungen:
Freitag, 8. September, 20 Uhr
Sir Drone (1989) von Raymond Pettibon
Filmpräsentation im Rahmen des Oldenburger Filmfestivals


Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.

Führungen: jeden Sonntag, 15 Uhr
Am 17. September und 22. Oktober: Führung von Sabine Himmelsbach


Edith-Ruß-Haus für Medienkunst
Katharinenstraße 23, 26121 Oldenburg
t. +49 (0) 441 - 235 3194, http://www.edith-russ-haus.de



******************



Playback_Simulated Realities
3 September - 5 November 2006
Opening: 2 September 2006, 7 p.m.

Participating Artists:
Ant Farm and T.R. Uthco, Christoph Draeger, Omer Fast, Beate
Geissler/Oliver Sann, Lynn Hershman, Felix Stephan Huber, Eddo Stern,
Milica Tomic, Susanne Weirich

Public interest in elaborately staged history spectaculars which are
supposed to bring the past to life as realistically as possible by
virtue of faithful adherence to detail continues to grow apace. The form used for re-enacting political events and milestones of world history is also increasingly shaping approaches to art. Forms of 're-enactment' and
simulation occur above all in the context of the new technologies.
The exhibition "Playback" investigates the influence and impact
re-enactments and simulations have on society. It raises questions about
the function of the digital substitute worlds developed in computer
games in satisfying viewers' needs. It discusses the yearnings for
authentic experience which are also addressed in reconstructions of past
eras. In a 'society of spectacle', which only values reproduction, it
raises the question of whether we can still trust our own experiences
and memories and, if so, to what extent. What changes take place when
historic events are retold? The works shown in the exhibition examine in
reconstructions and stagings how experiences and memories are at once
individually experienced and culturally construed.

"The Eternal Frame", a video by the Ant Farm and T.R. Uthco group, is a critical commentary on the globally reknown images of the assassination
of John F. Kennedy disseminated by the mass media that has engraved
themselves on our collective memory. Christoph Draeger's "Black
September" restages the terrorist attack that claimed eleven victims at the 1972 Munich Olympic Games; fact and fiction, past and present are so intricately interwoven that the boundaries between documentary and real experience are blurred. In his video "Spielberg's List", Omer Fast deals
with the construction of, and response to, the past, describing the
casting process and what the cast of the Holocaust film "Schindler's
List" by Stephen Spielberg experienced in making the film. "Return to
Veste Rosenberg" by Beate Geissler and Oliver Sann plunges viewers into
a computer game that has become reality. Pictures of soldiery deployed
in a medieval fortress alternate with fairy-tale shots of enigmatically phantasmagoric figures from a different time. In her documentary feature film "Strange Culture", Lynn Hershman relates the dramatic events which
changed the life of artist Steve Kurtz when the FBI, after the tragic
death of his wife, suspected his art activities as an act of
eco-terrorism. In the video "Vietnam Romance", Eddo Stern investigates
the influence of mass-media images on public perceptions of wars and
shows images from computer games that recreate the representation of the Vietnam War in Hollywood films. In the computer installation "Ops Room" by Felix Stephan Huber, the player is caught up in the simulation of an
historic place. What is staged is the celebrated control room realised
in Santiago de Chile by the cyberneticists Stafford Beer and Fernando
Flores in 1972, which was intended to be used as an instrument for
computer-controlling the interventionist socialist economy under
Salvador Allende. In "Container", Milica Tomic has succeeded in creating a memorable link between questions of identity and memory, personal and
political history. Dependencies and power politics experienced by
members of a capitalist society are subjected to radical criticism in
this video and slide show, in which she refers to the issue of human
beings as wares. In "Silent Playground", Susanne Weirich stages six film
sequences, which borrow the logic and setting of computer games.
Matching the binary strategy of such games, each filmic sequence has a
good and a bad ending.


Events:
Friday, 8 September, 8 p.m.
Sir Drone (1989) by Raymond Pettibon
Filmscreening within the scope of the Oldenburger Filmfestival


A catalogue will be published.

Guided Tours: every Sunday, 3 p.m.
17 September and 22 October: guided tour by Sabine Himmelsbach



Edith-Ruß-Haus für Medienkunst
Katharinenstraße 23, 26121 Oldenburg
t. +49 (0) 441 - 235 3194, http://www.edith-russ-haus.de






--
rohrpost - deutschsprachige Liste zur Kultur digitaler Medien und Netze
Archiv: http://www.nettime.org/rohrpost
http://post.openoffice.de/pipermail/rohrpost/
Ent/Subskribieren:
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