Den Körper im Blick. Grenzgänge zwischen Kunst, Kultur und Wissenschaft

In diesem Jahr richtet die Stadt Düsseldorf erstmalig eine Quadriennale aus, 
bei der die großen Düsseldorfer Kunstmuseen ein umfangreiches 
Ausstellungsangebot zum Thema Körper präsentieren. Der Körper: gebunden ans 
Biologische, verletzlich und vergänglich, Medium von Rausch und Lust und nicht 
zuletzt Kreuzungspunkt der unterschiedlichen diskursiven Deutungs- und 
Inszenierungsstrategien. Die künstlerische Verarbeitung der Körperthematik 
verbindet die vielfältigen Museums- und Ausstellungsprojekte, u.a. zu 
Caravaggio, Francis Bacon, Bruce Nauman, Juan Munoz, Teresa Margolles, Berlinde 
De Bruyckere, Martin Honert und Bruno Goller. Zum offiziellen 
Veranstaltungsprogramm der Quadriennale 06 gehört das Symposium *Den Körper im 
Blick. Grenzgänge zwischen Kunst, Kultur und Wissenschaft“, das sich als 
wissenschaftlicher Beitrag zu den Ausstellungen versteht. 

Das Symposium geht von der These aus, dass der Körper immer dann zum Thema 
wird, wenn kulturelle Kontexte zur Disposition stehen. Wenn alles fraglich 
wird, scheint eine Gewissheit bestehen zu bleiben, die uns alle verbindet: dass 
wir einen Körper haben. Doch von welchem Körper, von welcher und wessen 
Körperlichkeit kann in diesem Zusammenhang überhaupt die Rede sein? Welche 
kulturellen Handlungen vollziehen wir eigentlich, wenn wir den Körper in den 
Blick nehmen, zur Sprache bringen oder ins Bild rücken? Und welche Bedeutung 
ist den vielfältigen Bildtechniken beizumessen, derer wir uns dabei bedienen, 
ohne dass wir immer wüssten, was wir tun? 

Ein besonderes Augenmerk richtet das Symposium auf die Frage, ob nicht gerade 
Bildhaftes für das Wissen über den menschlichen Körper prägend ist. Am Beispiel 
von Abdrücken, Skulpturen, Gemälden, Druckgrafiken, Fotografien und Filmen, 
aber auch von Rüstungen und Biomaterial wird dargelegt, inwiefern wir uns immer 
wieder aufs Neue Bilder vom Körper machen. Dabei wird dem Spannungsverhältnis 
zwischen Körperbildern und Bildkörpern ebenso Rechnung getragen wie dem 
Umstand, dass Bildhaushalt und Körperwahrnehmung ihrerseits historischen und 
kulturspezifischen Variationen unterliegen: in den Künsten, den Wissenschaften, 
der Alltagskultur. 

Kunst- und Kulturwissenschaftler, Philosophen und Medientheoretiker sind dazu 
eingeladen, das vielschichtige und mannigfaltige Phänomen Körper aus 
unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren. Die Grenzgänge zwischen Kunst, 
Kultur und Wissenschaft, auf die sie sich dabei begeben, werden vom 
umfangreichen Ausstellungsprogramm der Düsseldorfer Museen zur Quadriennale 06 
umrahmt. 





Weitere Informationen zum Symposium und zur Quadriennale 06: 
www.quadriennale-duesseldorf.de 
Programm 


Donnerstag, 19. Oktober 2006 

19:00 Uhr  Begrüßung 
Joachim Erwin, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf

19:15 Uhr  Verkörperungen der Nacht: Nyx und ihre kulturellen Nachbilder
Prof. Dr. Elisabeth Bronfen, Professorin am Englischen Seminar, Universität 
Zürich

20:15 Uhr  Abendempfang



Freitag, 20. Oktober 2006

9:30 Uhr Begrüßung
Hans-Georg Lohe, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Düsseldorf

9:45 Uhr Einführung
Prof. Dr. Beat Wyss, Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie, 
Staatliche Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe

10:00 Uhr Der Schatten der Gesten
Prof. Dr. Georges Didi-Huberman, Philosoph und Kunsthistoriker, L École des 
hautes études en sciences sociales (EHESS), Paris
[Beitrag in englischer Sprache]

10:45 Uhr  Kaffeepause  

11:15 Uhr Politische Ungestalt
Prof. Dr. Joseph Vogl, Professor für Literatur- und Kulturwissenschaft/Medien, 
Humboldt-Universität zu Berlin

Die Rüstung als Körperbild und Bildkörper
Prof. Dr. Andreas Beyer, Professor für Kunstgeschichte, Universität Basel

12:45 Uhr  Mittagspause  

14:00 Uhr Koloniale Körper/postkoloniale Blicke
Prof. Dr. Viktoria Schmidt-Linsenhoff, Professorin für Kunstgeschichte, 
Universität Trier

Die Science Fiction und ihre Kinder - Bilder vom neuen Menschen
Stefan Iglhaut, Kurator/Kulturmanager, Iglhaut+Partner, Berlin

15:30 Uhr  Kaffeepause  

16:00 Uhr Der unsterbliche Körper - Kino und Todesangst
Prof. Dr. Gertrud Koch, Professorin für Filmwissenschaft, Freie Universität, 
Berlin

Körper der Zukunft. Vom Vor- und Nachleben der Bilder
Prof. Dr. Thomas Macho, Direktor des Instituts für Kultur- und 
Kunstwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

17:30 Uhr  Pause  

18:00 Uhr Biotechnologische Kunstkörper - ein Laborbericht zur Ästhetik 
organischer Konstruktion
Jens Hauser, freier Kurator/Autor, Paris

Ceci est mon corps* ceci est mon logiciel/
Das ist mein Leib* das ist meine Software
Orlan, Künstlerin, Paris
[Beitrag in französischer Sprache mit Übersetzung]

Im Anschluss an den Vortrag schenkt der Kunstverein A 3 art aus Paris dem 
museum kunst palast ein Werk von Orlan.
Informationen und Anmeldung

Termin: 19. und 20. Oktober 2006  
Veranstaltungsort: Robert-Schumann-Saal, Stiftung museum kunst palast, Ehrenhof 
4-5, 40479 Düsseldorf

Eine Anfahrtsbeschreibung finden Sie unter www.museum-kunst-palast.de 

Veranstalter: Landeshauptstadt Düsseldorf in Zusammenarbeit mit dem 
Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Quadriennale 06

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Beat Wyss, Staatliche Hochschule für 
Gestaltung, Karlsruhe

Organisation und Anmeldung: Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen 40190 
Düsseldorf Telefon: 0211 / 38 79 0 - 21 Telefax: 0211 / 37 05 86
Email: [EMAIL PROTECTED] 

Wir bitten um eine frühzeitige Anmeldung für beide Veranstaltungstage, 
spätestens jedoch bis zum 13. Oktober 2006, mit der beigefügten Karte, 
telefonisch oder online über die Email-Adresse: [EMAIL PROTECTED] 

Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben.
Eine allgemeine Bewirtung ist nicht vorgesehen.

Pressekontakt: Carolin Grape [EMAIL PROTECTED]  

Informationen zum Symposium und zur Quadriennale 06: 
www.quadriennale-duesseldorf.de 
Q06-Tickets und Führungen sind buchbar unter der Servicehotline: +49 
(0)1805-999 556 
(12 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz) 

--
rohrpost - deutschsprachige Liste zur Kultur digitaler Medien und Netze
Archiv: http://www.nettime.org/rohrpost 
http://post.openoffice.de/pipermail/rohrpost/
Ent/Subskribieren: http://post.openoffice.de/cgi-bin/mailman/listinfo/rohrpost/

Antwort per Email an