Iconic Talk: bild, medium Das Graduiertenkolleg „Bild und Wissen" innerhalb des Nationalen Forschungsschwerpunktes (NFS) eikones – Bildkritik. Macht und Bedeutung der Bilder lädt im Wintersemester 2006/2007 erneut dienstags zu Iconic Talk ein.
Iconic Talk ist eine öffentliche Veranstaltungsreihe, die unter semesterweise wechselnden Gesichtspunkten das zentrale Thema des Graduiertenkollegs, den Zusammenhang von Bild und Wissen, fokussiert. In diesem Semester liegt der Schwerpunkt auf dem Verhältnis des Bildes zu seinen Medien. Iconic Talk ist eine Plattform für unterschiedliche Präsentationsformen wie Streitgespräche, Vorträge und Performances und bietet somit ein Forum, um originelle Standpunkte im Austausch mit einem interessierten Publikum zu erproben. Iconic Talk findet im Forum von eikones, Rheinsprung 11, CH-4051, Basel von 19.30 bis 21.30 Uhr statt. Programm: 24.10.06 Yvonne Spielmann, Medientheoretikerin, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Vortrag: "Medienspezifische Bildformen im Vergleich: Film, Video und Computer" 21.11.06 Andreas Broeckmann, Kunstwissenschaftler, transmediale.de und Sebastian Luetgert, Künstler, rolux.org Diskussion: Code_/_Bilder – Über Software, Prozessierung und Bildlichkeit 28.11.06 Dietrich Erben, Kunsthistoriker, Ruhr-Universität Bochum. Vortrag: Die mediale Konfigurierung eines Ereignisses – der 11. September 2001 16.01.07 Victor Stoichita, Kunsthistoriker, Université de Fribourg. Vortrag: Hitchcock und das Simulacrum 23.01.07 Hans-Jörg Rheinberger, Wissenschaftshistoriker, Biologe, Direktor des Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin. Vortrag: "Sichtbar machen – Visualisierung in den Naturwissenschaften" 13.02.07 Valerie Hammerbacher, Kunsthistorikerin, Universität Stuttgart, und Stefan Neuner, Kunsthistoriker, Universität Zürich. Diskussion: "Promiskuitive Strategien: Fotografische Praxis nach dem Zusammenbruch der Gattungsästhetik" Iconic Talk: bild, medium Im Mittelpunkt der Gespräche, die die Veranstaltungsserie Iconic Talk im Wintersemester 2006/2007 anregen möchte, steht das Verhältnis des Bildes zu seinen Medien. Dass es sich hierbei um ein komplexes Verhältnis handelt, wird schon angesichts der alltäglichen Erfahrung mit einer Vielzahl unterschiedlicher Formen von Bildlichkeit deutlich, die uns – und wir ihnen – auf diversen Wegen begegnen: Ob auf Plakatwänden, im Fernsehen und im Internet, im Theater oder im lyrischen Text: unterschiedliche Kontexte bedingen unterschiedliche Bilderfahrung und -wahrnehmung. Es liegt nahe, diese unterschiedlichen Kontexte als Medien zu verhandeln, was jedoch für eine bildtheoretische Herangehensweise bedeuten muss, sich einer Perhorreszierung des kulturindustriellen „Medienverbundsystems" genauso zu enthalten wie einer Rückführung der geschilderten Phänomene auf eine Medienteleologie, die letztendlich im Computer kulminieren würde. Auch eine kunsttheoretische Reflexion, die in der modernen Malerei eine Entwicklung erkennen wollte, in deren Verlauf sich das Bild in seiner medialen Reinheit einstellen würde, scheitert an der genannten Problemstellung. Will sie nicht Hilfswissenschaft einer allgemeinen Medientheorie oder Komplize einer kulturkritischen Gesellschaftstheorie sein, so muss eine medientheoretisch informierte Reflexion auf Bilder vielmehr einen Medienbegriff ins Feld führen, der nicht ein einseitiges Bedingungsverhältnis von Medium und Bild postuliert. Indem wir Medien als ein bewegliches Set materialer und sozialer Praktiken verstehen, die jeweils daran beteiligt sind, dass etwas als Bild erscheint, soll dieser Problematik Sorge getragen werden. Einschränkend ist jedoch anzumerken, dass auch ein solcher Maßen erweiterter Medienbegriff dem unterliegt, was prinzipiell für jegliche Reflexion auf Medialität zu gelten hat: Medien mögen zwar eine fundamentale Rolle für die Aisthesis spielen, da sie Formen erst beobachtbar machen, gleichzeitig tendieren sie aber dazu, anästhetisch zu werden bzw. anästhesierend zu wirken. Anders gesagt: Das vermeintlich Frühere, das Medium als Voraussetzung und Bedingung einer Form – in unserem Fall ein konkretes Bild – mag in jener gleichsam als Spur aufscheinen, aber immer nur als Effekt des vermeintlich Späteren, nämlich des Umstandes, dass überhaupt etwas sichtbar geworden ist. Es ist somit immer das konkrete Bild, welches im Mittelpunkt einer Reflexion auf das Verhältnis zu seinen Medien steht. Die Frage, ob es bestimmte Bilder sind, beispielsweise jene der Kunst, die besonders geeignet sind, eine solche Reflexion anzuregen bzw. diese zu leisten, steht dabei ebenso im Mittelpunkt der Reihe bild, medium, wie die weiter reichende Frage, ob nicht Bildlichkeit der privilegierte Ort wäre, an dem eine Medienreflexion einzusetzen hätte, indem Bilder diejenigen Phänomene darstellen würden, die das Verhältnis zu ihrem medialen Status besonders augenscheinlich thematisieren. Was auf dem Spiel steht, ist die Frage nach einer Bildkritik, welche nicht einen Teilbereich einer allgemeinen Medientheorie darstellt, sondern diese erst bildtheoretisch zu informieren hätte. Konzeption: Lena Bader, Mladen Gladic, Inge Hinterwaldner, Markus Klammer, Nina Samuel und Falk Wolf eikones - NFS Bildkritik Graduiertenkolleg "Bild und Wissen" Rheinsprung 11 CH-4051 Basel Tel: +41-(0)61-267 18 23 [EMAIL PROTECTED] www.eikones.ch
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