Da ist es also wieder, 400 Seiten stark diesmal, verdammt gelb und randvoll mit Texten und Bildern:
KULTUR & GESPENSTER 2 Textem-Verlag, ISBN: 3-938801-12-3 400 Seiten, 12 Euro ...ist soeben erschienen! Schwerpunktthema ist diesmal - vorbereitet durch das Hubert-Fichte-Dossier des Sommerheftes - das Interview als Form: "UNTER VIER AUGEN". Dazu gibt es Texte von Jan-Frederik BANDEL über das fünfte und das sechste Ohr, Tim TRZASKALIK über Hubert Fichte, Jean Genet, Bandspulen und die Kunst, mit einem anderen als der Mutter zu sprechen, Kathrin RÖGGLA über merkwürdige Begegnungen mit der eignen Stimme und die Ästhetik des literarischen Gesprächs, Christine IVANOVIC über Kathrin Rögglas "really ground zero", Katastrophen und Gespräche, Karin KRAUTHAUSEN über Rögglas Roman "wir schlafen nicht" und das konjunktivische Interview, Peter RIEDEL über Alexander Kluges "fake interviews", Herbert HOLL über Worttaschen und eine "entrevue" zwischen Claudia Schmölders und Alexander Kluge, Alexander SCHIMMELBUSCH über Thomas Bernhards Interviewstrategien bzw. die Kunst, sich nicht vereinnahmen zu lassen, Gerd SCHÄFER über Gespräch, Roman und den Widerstand der Sprache bei Philip Roth und William Gaddis. Auch Interviews finden sich natürlich im Dossier: Werner WÖGERBAUER fragt Thomas BERNHARD nach seinen geistigen Zielsetzungen und lyrischen Anfängen und bekommt entsprechenden Bescheid, und Hubert WINKELS erzählt im Gespräch mit Anne SCHÜLKE über seine Abneigung gegen das Interview, über Röggla, Fichte und Rainald Goetz. Außerdem stellt Birgit SCHLIEPS Interviews zwischen diversen Häusern vor, und Gudny GUDMUNDSDOTTIR präsentiert völlig neuartige Aufnahmegeräte. Rundum bebildert wird das Ganze von keinem Geringeren als Alexander HOEPFNER. Und da uns das natürlich noch längst nicht reicht, finden sich drum herum Anmerkungen, Interventionen, Abschweifungen zu allen Fragen der Welt. Man nehme nur den Essayteil: Jörg SCHRÖDER und Barbara KALENDER erinnern sich an ihren Versuch, Jan Philipp Reemtsma zu erschrecken, und präsentieren schockierendes Fotomaterial, Mathias BRANDSTÄDTER verteidigt Bernward Vesper wider seine Freunde und Feinde, Lasse Ole HEMPEL erinnert an den jüngst verstorbenen Autor Hans-Christian Kirsch, der nicht nur ungemein viel, sondern auch den wohl ersten deutschen Beatroman geschrieben hat, Thomas von STEINAECKER bewundert Karlheinz Stockhausens Ohr, und Dieter WENK widmet sich der Dialektik des Kalauers im Behandlungszimmer des Jacques Lacan. In unserer Kunstabteilung gibt es exklusives Farbmaterial des genialischen Gernot FABER zu sehen, Künstler diskutieren über das Künstlerbild, und Oliver ROSS und Pierangelo MASET verkünden hinreichend Programmatisches über subjektive Kunst und den Verlust des Randes. Auch über Comics, die man bekanntlich nur mit Nietzsche lesen kann, gibt es einiges zu erfahren: Ole FRAHM erzählt im Gespräch mit Jan-Frederik BANDEL Anekdoten aus der Geschichte der Comicforschung und denkt nach über die Schwierigkeiten von Wissenschaftlern und Kritikern, auf den Punkt zu kommen, wenn es um Comics geht. Das lässt sich auch im ergänzenden Gesprächsdokument aus der Vorzeit der Arbeitsstelle für Graphische Literatur nachlesen, das gleichzeitig an die untergegangene Kultur autonomer Seminare erinnert. Bebildert wird das "Böse und seine Verzeihung" von Markus HUBER, Leo LEOWALD und Betie PANKOKE, die auch den diesmaligen Comic gestaltet hat. Nach Sascha Hommers Strip über männliche Sozialisation im ersten Heft geht es diesmal um die Expansion weiblicher Problemzonen und deren effektive Eindämmung. Zu allem Glück haben wir aber auch noch zwei neue Rubriken erfunden: In der Sparte "Die Verstellung" findet sich eine Modestrecke von Sabine FEICHTNER und Justin WINZ, und in der neuen Lästerecke "Das Geistige Tierreich" dokumentieren wir keineswegs nur aus allenfalls gegebenem Anlass eine wunderbare Polemik wider die deutsche Nachkriegsliteratur von Robert NEUMANN aus dem Jahr 1966 und einen Vortrag von Jan-Frederik BANDEL über das Unvermögen Alfred Anderschs, das Vermögen Arno Schmidts und die Schwierigkeiten deutscher Nachkriegsliteraten mit der "Gewissensforschung". Außerdem gibt es natürlich wieder einen Reiseteil, diesmal von Mathias DEUTSCH, und ungezählte Rezensionen und Marginalien von Jens ASTHOFF, Mario FUHSE, Nora SDUN, Karolin MEUNIER, Max HINDERER, Martin BECK, Marc DEGENS, Jens KIEFER, Dieter WENK, Thomas GANN, Ralf SCHULTE, Carsten KLOOK, Ole FRAHM, Enno STAHL, Leena EILITTÄ, Jan-Frederik BANDEL, Anna ECHTERHÖLTER und Thomas RAAB. Nur das Editorial muss sich der geneigte Leser diesmal selbst schreiben. Wir stellen nur die Linien zur Verfügung. Haftung wird nicht übernommen. Das alles bringt einen locker ins neue Jahr - und zwar für gerade eben 12 Euro. Zu beziehen über den Buchhandel oder direkt über unsere Webseite http://www.kulturgespenster.de - man kann es natürlich auch kurzerhand abonnieren, dann zahlt man 40 Euro bzw., wenn man zu viel Geld hat, auch 60 Euro - und gehört damit zu den Ersten, die im Januar 2007 auch das dritte Heft erhalten, in dem es um Dokumentarismus und die Inszenierungen des "Authentischen" gehen wird. Bis dahin ist noch viel Zeit, um Heft Nummer 2 auszulesen. * "Allein Emphase und Anspruch scheinen Konzept zu sein; die Startausgabe von 'Kultur & Gespenster' ist auf über zweihundertfünfzig Seiten eine weit ausgreifende Einladung zum Studieren, Blättern und Entdecken. ... Man kann blätternd assoziieren, darf auf den schön gesetzten Seiten in Fußnoten schmökern, und wenn einem danach zumute ist - der Seitenspiegel ruft danach - schlaue Anstreichungen machen. Hoffentlich kann 'Kultur & Gespenster' sich mit diesem Angebot angemessen hingebungsvolle Leser erobern." (Frankfurter Rundschau) "Es geht hier nicht um modisch halblustige Betrachtungen einer weiteren Literatur- oder Essay-Zeitschrift für den schnelllebigen, hippen Zeitgeist-Markt, sondern um ein durchaus eigensinniges Projekt." (Der Standard) "Hier werden richtig dicke Bretter gebohrt, ohne Angst vor Theorie, der 'Kulturneigungsgruppe mit forciertem Gestaltungswillen' geht es ums 'Sammeln, Gruppieren, Registrieren und Befragen', also eine Form von anarchistischem Enzyklopädismus, der in der ersten Nummer schon recht gut gelingt." (Tagesspiegel) "Trotz der physischen Schwere (256 Seiten) zeichnet sich das nun vierteljährig herausgegebene Kulturformat besonders durch seine Zugänglichkeit aus. Obschon dem Rahmen angemessen theorieschwer, sind die Texte oft überraschend und angenehm versponnen. Literatur wird sich gerne auch literarisch genähert, oft essayistisch und ungezwungen wissenschaftlich." (De:Bug) "Neben der Mainzer 'Testcard', die sich vorrangig der Musik widmet, könnte 'Kultur & Gespenster' im Bereich literarisch-bildkünstlerisch motivierter Kulturwissenschaft eine Lücke ausfüllen." (junge Welt) "Es ist mehr als eine Zeitung, es ist weniger als ein Buch, es ist hochinteressant." (Deutschlandfunk) * "NEVER MIND THE RUNNING SYSTEM" "Kultur & Gespenster" Releaseparty 7. November 2006, 20 Uhr Kunst- & Kulturverein Linda, Hein-Hoyer-Straße 13, Hamburg St. Pauli "Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut. In allen Lüften hallt es wie Geschrei." Einen Audioguide gibt es aber nicht, um den traurigen Anblick monadenhaft aneinander vorbeiirrender Gäste mit Kopfhörern auf den Ohren zu vermeiden, auch Soundlampen haben wir nicht im Programm, genauso wenig wie Lesebrillen und Keilkissen. * me love to entertain thee * KULTUR & GESPENSTER Textem Verlag Postfach 306341 20329 Hamburg http://www.kulturgespenster.de ___________________________________________________________ Telefonate ohne weitere Kosten vom PC zum PC: http://messenger.yahoo.de -- rohrpost - deutschsprachige Liste zur Kultur digitaler Medien und Netze Archiv: http://www.nettime.org/rohrpost http://post.openoffice.de/pipermail/rohrpost/ Ent/Subskribieren: http://post.openoffice.de/cgi-bin/mailman/listinfo/rohrpost/
