Klangapparate bei TESLA Mit der 'Werkstatt_Klangapparate' fördert tesla eine neue künstlerische Auseinandersetzung mit historischen Klangapparaten, deren Möglichkeiten weit über ihre klassische Definition und Verwendung als Instrument, Klangerzeuger oder Klangobjekt hinausreichen.
Do. 16. Nov. 2006, 20:30 h TESLA Salon im Klub Das Trautonium -- frische Farben für einen alten Apparat Frank Gertich im Gespräch mit thilges + Wolfgang Müller. Der Salon befasst sich mit dem Trautonium. Das zuerst 1930 vorgestellte und dann von seinem einzigen Interpreten Oskar Sala zum 'Mixtur-Trautonium' weiterentwickelte elektrische Musikinstrument steht heute in verschiedenen Nachbau-Fassungen zur Verfügung. Eine kommerzielle Variante verwenden thilges [Nik Hummer und Gammon] für ihre räumliche Interpretation der subharmonischen Klangsynthese, ein work-in-progress im Rahmen ihrer tesla-Projektresidenz; Wolfgang Müller bespielt das Trautonium 2000 mit seinem Selbstbau-Bandmanual. in diesem breiten Spektrum zwischen instrumentaler Interpretation und spazialer Subharmonie sucht das Salongespräch nach brauchbaren Referenzpunkten. ------------------------------------------------------------------------ Fr. 17. Nov. 2006, 20:30 h im Kubus Werkstatt_Klangapparate 1: talking machine Sound Performance mit Steve Roden, Martin Riches und Roland Pfrengle Der kalifornische Künstler Steve Roden macht Martin Riches 'Talking Machine' zu einem Mitspieler in seiner Soundperformance. Die sprechende Maschine steht in der Tradition barocker Sprachautomaten. Die Resonatoren von 32 Orgelpfeifen formen den menschlichen Stimmbildungsapparat nach, ihre Klänge sind Phoneme. Während einer 4-monatigen Projektresidenz bei TESLA entwickelte Roland Pfrengle auf der Basis des Programms Supercollider ein neues Steuerungsinterface für die Talking Machine. Dieses ermöglicht Steve Roden, den Klangapparat nicht als reinen Spracherzeuger zu nutzen ... 'Ich habe zusammen mit Martin Riches eine Woche damit verbracht, nach Wegen zu suchen, wie die Talking Machine sowohl abstrakte, als auch sich ständig wiederholende Aktionen ausführen kann. Die Idee war, die Maschine nicht wie einen Apparat, der Wörter spricht, zu benutzen, sondern eher wie ein durch den Wind gespieltes Instrument. Vielleicht haben wir der Talking Machine auch nur eine andere Sprache beigebracht. Wir experimentierten mit der Stimme der Maschine und den durch ihre eigenen Bewegungen hervorgerufenen perkussiven Tönen. Roland Pfrengle hat ein Interface für die Maschine entworfen, das dem Performer erlaubt, die Bewegungen der Maschine zu steuern.' [Steve Roden] ------------------------------------------------------------------------ Sa. 18. Nov. 2006, 20:30 h im Kubus Werkstatt_Klangapparate 2: thilges trautonium Sound Performance mit Nik Hummer und Gammon Als Gast: Wolfgang Müller mit dem Trautonium 2000 Der Abend widmet sich einem fast vergessenen Klangapparat: dem Trautonium. Wolfgang Müller ist amTrautonium 2000 zu erleben, einem Nachbau des originalen Instrumentes, und die Wiener Musikformation thilges macht den gesamten Kubus zum thilges trautonium. Das Trautonium, um 1930 von Friedrich Trautwein entwickelt, ist heute fast nur noch durch den Musiker Oskar Sala ein Begriff. Bei seiner Konstruktion wurden Erkenntnisse aus der Klangfarbentheorie verwendet, um individuelle und charakteristische Klänge zu erzeugen. Die Klangfarben des Instruments enstehen durch die Mixtur subharmonischer Schwingungen, sie sind gewissermaßen Vierklänge aus Untertönen. thilges realisiert dieses Prinzip als Installation aus Oszillatoren und Lautsprechern. Sie erzeugen die Klangfarben dabei auf Basis einer 4fachen Subharmonie, also durch 4 Vierklänge. Anders als beim Sala'schen Trautonium entstehen die Mixturen nicht innerhalb der Apparatur, sondern durch Mehrkanalbeschallung im Hörraum. Das Raumverhalten der zueinander in Beziehung stehenden Klänge bestimmt die Klangfarben. Der Aufführungsort wird Teil der Apparatur. Im Rahmen ihrer zweimonatigen Projektresidenz erforschten thilges die klanglichen Möglichkeiten der 4fachen Subharmonien. In ihrer Aufführung bespielen sie das räumliche Instrument in einer Mischung von Komposition und Improvisation. ------------------------------------------------------------------------ Di. 14. Nov. 2006 - Sa. 18.Nov. 2006, 18:00 - 22:00 h Open Studio 1: Claudia Märzendorfer: Frozen Records II 'Sleeves, Covers, Schallplatten liegen am Boden verteilt, eine Person sitzt an den Turntables -- kein unbekanntes Szenario, wenn jemand einen Abend lang Platten auflegt. Das Außergewöhnliche, das was jeden in den Bann zieht, ist, dass die abgespielten Platten aus Eis sind. Und ebenso wie die Hüllen schmelzen sie nun vor sich hin, ihre Form löst sich langsam auf, die Möglichkeit einer Tonwiedergabe hat sich verflüchtigt.' [Claudia Märzendorfer] Frozen Records II ist eine offene Laborsituation und eine sich langsam entwickelnde Installation von abgespielten Eisplatten mit Trautoniumklängen, in der die Künstlerin das Klangverhalten von gefrorenem Wasser erforschen will. Kühlgeräte, Plattenspieler, Formen und Abspielgeräte sind Teil der akustisch -- räumlichen Inszenierung. Handskizzen, Photos, Rezepturen an den Wänden vertiefen den Einblick in die Arbeit. ------------------------------------------------------------------------ http://www.tesla-berlin.de ------------------------------------------------------------------------ Die Werkstatt_Klangapparate wird gefördert vom Hauptstadtkulturfonds. Mit freundlicher Unterstützung von Doepfer Musikelektronik, schneiders buero und dem Elektronischen Studio der TU Berlin. -- rohrpost - deutschsprachige Liste zur Kultur digitaler Medien und Netze Archiv: http://www.nettime.org/rohrpost http://post.openoffice.de/pipermail/rohrpost/ Ent/Subskribieren: http://post.openoffice.de/cgi-bin/mailman/listinfo/rohrpost/
