diese aufmerksamkeit verbessert aber leider nicht unmittelbar die
eingereichten arbeiten. damit war auch die jury konfrontiert, die
nicht matt, sondern sehr neugierig gewesen ist, und sich sehr bewusst
zahlreiche einreichungen von frauen angeschaut hat, diese dann aber
doch nicht fuer die endauswahl in betracht gezogen hat. - ihr

Als einziges deutschsprachiges Jury-Mitglied auf der Rohrpost hier nur folgendes:

Ich würde liebend gerne Netochka Nezvanova einen Preis verleihen, nicht nur für ihre gestrige Performance auf der transmediale, sondern für ihre mindestens seit 2000 andauernde, konsistente und radikale künstlerische Arbeit, mit der sie es geschafft hat, in die Köpfe sehr vieler Menschen zu gelangen und dort eine äußerst eigene und seltsame Existenz zu führen. Sie hat es, wie wenige andere Künstlerinnen und Künstler auch, verstanden, die Schwachstellen der globalen Kommunikationsnetze zu nutzen und auf diesen aufbauend ihre eigenen Netze zu spinnen (inkl. mysteriösen Gerüchten, Verschwörungstheorien, bis hin zum Destabilisieren ganzer 'virtueller Gemeinschaften' - siehe u.a. die Syndicate-Episode). Ganz nebenbei hat sie - möglicherweise in Zusammenarbeit mit anderen, vielleicht aber auch allein - die Software nato programmiert. Allein die restriktive Lizenz-Politik, die alle anderen Softwareproduzenten in den Schatten stellte, war ein genialer Coup.

Leider hat Rebekah Wilson aka Netochka Nezvanova nichts für den 2007er Wettbewerb eingereicht. Wie auch viele andere Künstlerinnen, deren Arbeit ich sehr schätze.

Wieso nicht? Ich weiss es nicht.

Eine Wettbewerbs-Jury hat die oft mühsame Aufgabe, aus den eingereichten Arbeiten die 'besten' oder 'spannendsten' rauszufischen. Das hat auch diese Jury gemacht (zumindest hat sie sich redlich bemüht) und sich auf dieses Ergebnis geeinigt.

Das Transmediale-Team hat, wie es sonst in Jurys auch üblich ist, eine Vorauswahl aus allen ca. 1.000 eingereichten Arbeiten gemacht. Wir konnten uns durch Stichproben davon überzeugen, dass diese Vorauswahl korrekt war. Darüber hinaus hat sich die Jury fast einen ganzen Tag Zeit genommen, um all Einreichungen nochmal stichpunktartig auf eventuell übersehene durchzugehen.

Ich lade alle KritikerInnen sehr herzlich dazu ein, die ca. 800 Einreichungen im Archiv anzusehen.

Das Statement und die Begründungen der Jury finden sich hier:
http://www.transmediale.de/site/award+M52087573ab0.html

Herzliche Grüße,
Inke Arns


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Dr. Inke Arns
Künstlerische Leiterin / Artistic Director
Hartware MedienKunstVerein
Güntherstrasse 65 * D-44143 Dortmund
T ++49 (0) 231 - 823 106
F ++49 (0) 231 - 882 02 40
[EMAIL PROTECTED]
www.hmkv.de
www.inkearns.de
www.whatismodernart.de

Upcoming:
Sie nennen es Realität
Der Studienbereich Neue Medien der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich zu Gast im Hartware MedienKunstVerein Dortmund ==> PHOENIX Halle Dortmund: April 21 - May 6, 2007; Opening: Friday, April 20, 2007, 19:00

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