liebe gemeinde, lieber sevn

dass sich wenige frauen mit den pokalen der medienkunst zuprosten, ist doch nun wirklich nicht neu. das hat nicht die andrea verbockt.

gott sei dank, nimmt in der zwischenzeit, den andreas, endlich jemand in schutz. dass er einer von den GUTEN ist wissen wir doch, umso mehr als er sich ja auch freiwillig gemeldet hat ("fuer die ausstellung der transmediale.07 habe ich die verantwortung"). er ist zwar der leiter der transmediale, kann aber und nu wirklich nichts dafür, was da in irgendwelchen untergremien für ne haltung angesagt ist. noch dazu wo sich da keiner so richtig angesprochen zu fühlen scheint...

Und wenn Inke Arns uns dann noch wissen lässt, dass die nachmittagsveranstaltung im salon echt klasse war und auch die performance am abend so viel aufmerksamkeit gebracht, dann macht das - und da spreche ich bestimmt für viele - echt mut.

Und ich kann mich dann auch gar nicht mehr erinnern warum wir uns über diese marginale ausstellung aufgeregt haben und die noch marginaleren nominierungen / awards der transmediale (by the way, gibts da eigentlich geld?)


in dem, was sich medienkunst oder -theorie nennt, gibt es wenig frauen. die offizielle transmediale benchmark scheint da die institutionelle wirklichkeit ganz gut abzubilden, wie von kompetenter stelle bestaetigt.

dass es so schlimm steht hätt ich zwar nicht gedacht, aber wenn es von kompetenter stelle bestätigt ist. überhaupt, liebe jungs, danke für all die sachdienlichen hinweise, ihr scheint euch mit der problematik weit mehr zu befassen als die anderen, und ich frag mich wie ihr das überhaupt schafft, neben dem ganzen computergedaddel, großes lob.


vielleicht interessiert uns ladies einfach die öde technik zu wenig? wenn nun eine der damen auf den einschlägigen veranstaltungen im rock oder gar im kleid erschien, raunte nicht die postgendrisierte menge? alle haben die hosen an und alle voeglen gern.

(da hab ich zweifel)

aber wer der genannten damen und herren zeichnet sich verantwortlich fuer den nachwuchs? wer entzieht sich da nun von was? oder ists das ewige "establishment" argument? wie war das mit der "sorge um sich"?

mein babysitter aus bochum hat mich angeteast und ist dann mit dem belgischen beau durchgebrannt. und ich komm nicht aus meinen strapsen raus. ich komm sicher zu spaet - ich koennt heulen.

stoesschen,
sm

ganz liebes stoesschen zurück !

Ute


Am 31.01.2007 um 09:26 schrieb Ute Hörner:

Lieber Andreas Bröckmann,

leute,
fuer die ausstellung der transmediale.07 habe ich die verantwortung,
die wuerde ich gern neben dem gender-politischen aspekt gern auch
unter kuenstlerischem und kuratorischem aspekt diskutieren.

das verstehe ich, ich würde mich auch gerne mit den künstlerischen und kuratorischen aspekten beschäftigen, nur unter den herrschenden verhältnissen, die ihr ja weiterschreibt (und, leute, mit einer auswahl von 10 künstlern und 1 künstlerin bei 1000 einreichungen ist der bogen einfach überspannt), da mangelt es mir schlichtweg an muße.

nur ums nochmal kurz zu vergegenwärtigen-
Die transmediale erkundet auch in ihrem 20. Jahr, wie sich Kunst und Gesellschaft verändern unter dem Einfluss von Medien und Technologien, die in unserem Alltag mit großer Selbstverständlichkeit immer mehr Raum einnehmen.

mal unter gender-politischen aspekten , was genau ist damit gemeint?
ich würde gerne mal sehen wie es wäre wenn ihr für die ausstellung aus 1000 einreichungen die arbeiten von zehn künstlerinnen und einem künstler ausgewählt hättet, was da wohl die reaktion wäre...


im uebrigen programm des festivals ist die 'frauenquote' etwas
besser. wir sind darueber nicht gluecklich, haben aber andere
kriterien in der vordergrund gestellt bei der auswahl des programms
als das geschlecht. ich weiss selber, dass das nicht unproblematisch
ist, aber wir hatten wirklich viele arbeiten von frauen, die wir
nicht zeigen wollten. - in unserer projektbibliothek kann man/frau
die meisten dieser einreichungen waehrend des festivals konsultieren
und sich ein eigenes bild machen.

hmmm, prima vorschlag  ;o)


zur liste der nominierten und ehrenwert erwaehnten im wettbewerb kann
vielleicht eine der drei frauen (in einer fuenfkoepfigen jury) etwas
sagen. da wurden aus 1000 einsendungen diese acht arbeiten von
maennlichen kuenstlern ausgewaehlt. in der diskussion der jury wurde
dieses thema zwar angesprochen, die jury hat sich aber einstimmig auf
diese liste geeinigt.

da kann ich mich nur wundern, da das thema ja immerhin noch präsent zu sein scheint, kann ich mir das nur mit der großen MATTIGKEIT erklären. und vielleicht denkt ihr, dass sie alle ergriffen hat, so daß bei verhältnissen von 10:1 bei ausstellungen und 8:0 bei nominierungen keine/r mehr aufmuckt. hoffe aber es gibt noch eine bessere erklärung.

mit herzlichem gruß

ute



herzlichen gruss,

-ab

ja, die transmediale ist jetzt eine richtige open testosteron
veranstaltung, alle achtung !
hoffe es wird sich auch genügend männliches publikum einfinden. für
alle anderen könnte die relevanz eingeschränkt sein....

Ute Hörner

Ist eigentlich schon jemand aufgefallen, dass in diesem Jahr auch
die Transmediale ein exklusiver boys' club ist?
Nicht nur die nominees sind sehr männlich, sämtliche Erwähnungen
gingen auch an das andere Geschlecht.
Alleine in der Ausstellung kann man eine Künstlerin finden, Moon Na
aus Korea.
Was ist da nur passiert ;-)
Ursula Damm

Anfang der weitergeleiteten E-Mail:

Von: Inke Arns <[EMAIL PROTECTED]>
Datum: 30. Januar 2007 08:14:41 MEZ
An: [email protected]
Betreff: Re: [rohrpost] Fwd: McLuhan-Konferenz, Bayreuth

What a nice boys' club. Da wird man viel Spass haben!

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