|<------ Breite: 72 Zeichen - Fixed Width Font: Courier New, 10 ------>|
n0name newsletter #111 Mo., 23.04.2007 14:23 CET *Inhalt/Contents* 1. globalRADIO @ globale07 http://gradio.org/info.php 2. Superfactory(TM) Spring in the East - Mini Tour 3. Rezension von Sabine Nuss. _Copyright & Copyriot_ 16 4. Spielcasino Boerse 5. Krise 6. "Die Barbarei kommt nicht von der Barbarei" 7. Lohnsklaven heranerziehen 8. Wer hat Angst vor Google? 25 KB, ca. 10 DIN A4-Seiten ------------------------------------------------------------------------ 1. globalRADIO @ globale07 http://gradio.org/info.php 10. bis 16. Mai 2007 Was ist ein auditiver Katalysator und wie kann er kapitalismuskritisch wirksam werden? Fuer 7 Tage wird auf der globale07 ein Radiostudio mit lokaler Sendefrequenz und Internetstreaming eingerichtet. Wir begreifen Radio als auditives Reflexivmedium, das Sendestrukturen - auch in bezug zum Filmfestival - nicht ungefragt weiter umsetzt, sondern auch verwandelt. Sprechen, Re-Mixen und Sampling sind mehr als aesthetische Spiele. Wenn Radio primaer eine soziale Technik ist, dann kann man die hier ausprobieren. Die Station im Neurotitan wird offen sein fuer Festivalbesucher und Macherinnen und eine Kombination von Uebertragungen aus dem Festival, fixem Programm und Ad hoc-Sendungen bieten. Audio Grafitti inklusive! Geplant sind u.a. Beitraege zur Kritik von Arbeitslosengeld, Sendungen des Freien Radio Kassel im Kontext mit German Foreign Policy, das Fieldrecording einer Kinderuni-Vorlesung zur Frage "Warum gibt es Arme und Reiche auf der Welt?", sowie Mini-FM Workshops. Weitere Topics sind ausserdem: Ein Theo Gallehr Abend mit Kommentaren ueber seine Filmarbeiten wie zum Beispiel "Rote Fahnen sieht man besser" (BRD, 1971), Workshops von und mit Pi-Radio (Bitte Ankuendigungen beachten!), ein konzertanter Abend mit Live Gigs zum Projekt "Der Reproduktionskreislauf des Kapitals" (www.n0name.de/kapitalkreislauf), Mitschnitte vom Schwerpunktthema "learning from: Klassenkampf" des laborB*, die Diskussion um den "Block Geistiges Eigentum" in Zusammenarbeit mit www.MXKS.de und real,-Mapping (www.real-mapping.net), Steven Hutchings Video "Gesteuerte Demokratie?". globalRADIO Studio Haus Schwarzenberg - Neurotitan Rosenthalerstrasse 39 10178 Berlin www.neurotitan.de Audiolivestream taeglich von 18:00 bis 22:00 Uhr audiolivestream http://www.gradio.org:7998/listen.pls globalRADIO Gruppe Karsten Asshauer, Mindaugas Gapsevicius, Martin Kuentz, Matze Schmidt + Freies Radio Kassel, MXKS Kontakt gradio(at)gradio.org globalRADIO ist ein Projekt von >top e.V. www.top-ev.de in Kooperation mit globale07 www.globale-filmfestival.org globalRADIO 2007 wird unterstuetzt von: modukit www.modukit.com re:plug www.replug.de Pi-Radio www.piradio.de radi0.tv www.radi0.tv Raum [][][] raum.modukit.com ------------------------------------------------------------------------ 2. Superfactory(TM) Spring in the East - Mini Tour | ( ) | | | | Radioturm Europaplatz "Ringsendung Riga 2007" 3 hours making of radio with Open Fake Stream(TM), not "Real" real stream, noise and more noise and endless free software, Mini-FM and (maybe) 1:1 Helmet Radio, Plug-in Party for transformers and Tense for the hearing Synthesizerbody. Space Building We celebrate 1000 Years of Radio in an ultra quick week of Hoerspiel. Do you remember the design of the Ringsendungen, the perfect hookup for the circular social band? We will set up this globalized network en miniature on a table with Mini-FM transmitters and notebooks. Brecht and Enzensberger were right, but Baudrillard was righter, wasn't he? Can you see the future of your MurdochSpace? Event 65 years later (since 1942) it's not yours, don't take it! A project of Superfactory(TM) sponsored by piradio gradio.org radi0.tv (Berlin) Friday, 27th April Riga Centre for New Media Culture - RIXC Latvia Riga Centre for New Media Culture - RIXC 11 Novembra Krastmala 35 - 201 LV 1050 Riga Latvia Ph: +371 7228478 Fax: +371 7228477 e-mail: rixc (at) rixc.lv http://rixc.lv Superfactory(TM) in denglish "The problem is NOT copyright or licences, stupid! It's production." (Anonymus) Informational Free Jazz We don't want to show "informational free jazz" = synonym for free labour but the combination of a production process with a point of sale. And there is hard work on hardware! The Superfactory(TM) does not believe in immaterial work as the new new paradigm of capitalism. And there is no doubt, that radio exists under capitalistic circumstances. Sure, for real work in a real factory you need to buy the labour of the workers. But here in this mix of a factory with a supermarket you can exploit yourself. Sit down and assemble a transmitter and then do a better than good radio show for the people out there! It takes not more than 15 minutes of your lifetime-value (or more. YOU decide!). more http://www.superfactory.biz/concept.html Saturday, 28th April Culture Communication Centre of Klaipeda - CCCK Lithuania German Culture Days 2007 in Klaipeda Klaipeda Culture Communication Center - CCCK Darzu str. 10/ Baznyciu str. 4 LT – 91246, Klaipeda Lithuania Tel./fax.: + 370 46 310 357 E-mail: centras (at) kulturpolis.lt http://www.kulturpolis.lt http://www.kulturpolis.lt/en/about.html MP3 Audiolivestream http://www.gradio.org:7998/listen.pls ------------------------------------------------------------------------ 3. Rezension von Sabine Nuss. _Copyright & Copyriot_ 16 (deutsche Umlaute!] Hier der wichtige Nachtrag des zweiten " beim Langzitat in der Rezension von Sabine Nuss. _Copyright & Copyriot_ 15: "[...] Musik als digitales Gut entgegen der eigentumsrechtlichen Praxis verbreitet wird und mit 50 der Praxis der Freien Software, die mittels privater Eigentumsrechte private An-eignung gerade verhindern will, werden nun zwei Phänomene beschrieben, deren subversiver Charakter im Verlauf geprüft werden soll." Ohne zweites " kein Langzitat und kein Schutz vor dem Urheberrecht des Rechteinhabers des Urheberrechts. "2.4.1 File-Sharing: Der Fall Napster & Erben Die Musiktauschbörse Napster ist das berühmteste Beispiel für die konfliktreiche Kollision zwischen dem Potential der neuen Technologien und der herrschenden kapitalistischen Eigentumsordnung. In den Anfängen war Napster eine Software, die es ermöglichte, sich mit anderen im Internet eingeloggten Nutzern zu ver-netzen mit dem Zweck, kostenlos Musik anzubieten und/oder runter zu laden. Das Verfahren war denkbar einfach: In der grafischen Bedienoberfläche der Soft-ware befand sich ein Suchfeld, in das man den gewünschten Titel oder Interpre-ten eingeben musste. Es dauerte in der Regel nur Sekunden, bis der gewünschte Titel angezeigt wurde und mit einem Mausklick auf die Schaltfläche „Transfer" dauerte es je nach Übertragungsfähigkeit der Datenleitungen nochmals Sekunden oder Minuten bis das ausgesuchte Musikstück auf die eigene Festplatte herunter-geladen werden konnte. Das Musikstück wurde von der Festplatte eines anderen eingeloggten Napster-Nutzers „irgendwo da draußen" auf die eigene Festplatte runtergeladen, der Standort war in der Regel unbekannt, es sei denn, man nutzte die in der Software vorgesehene Kommunikationsmöglichkeit (Chat) und trat mit dem betroffenen Teilnehmer in Kontakt. Die Software Napster gab es kostenlos im Internet runter zu laden und die Musik, die man sich via Napster auf die heimische Festplatte lud, war ebenso gratis. Napster war letztlich eine einzige, weltweit (selbstredend unterschiedlich dicht) verstreute, virtuelle Plattenbörse, mit dem zentralen Aspekt, dass sich die Musikstücke beim Vorgang des Herunter-ladens verdoppelten: Sie waren nun auf zwei Festplatten, statt auf einer. Daher ist nach Gampp der Begriff der Musiktauschbörse nicht zutreffend, denn „Tausch" suggeriert das Geben einer Sache im Austausch für den Erhalt einer anderen. Bei Musiktauschbörsen jedoch wird „genommen", ohne dass vom Genommenen etwas verschwindet. File-Sharing - der englische Begriff - trifft das Verfahren besser, es geht bei Musiktauschbörsen eher um das Teilen von Dateien (im Sinne von etwas gemeinsam teilen) bzw. um das Erstellen und die Verbreitung von Kopien, nicht um einen Tausch (Gampp 2003: 991, FN 5).28 Im Juni 1999 stellte das Unternehmen Napster Inc. die erste Testversion ins Netz - mit enormem Erfolg. Napster wurde innerhalb weniger Wochen „zu ei- ____________________ 28 Das einzige, was den Anschein von Tausch erweckt, ist die Tatsache, dass die Peer-To-Peer-Technologie mittlerweile meist so programmiert ist, dass man, um downloaden zu können, Bandbreite zum Upload bereit stellen muss. 51 nem der am raschesten wachsenden Netzangebote aller Zeiten" (Röttgers 2003: 16) und zu einer der „populärsten Anwendungen in der Geschichte des Internet" (Gampp 2003: 992). Es kam in kürzester Zeit zu einem regelrechten „Napster-Rausch", der sich - soweit die Netzinfrastruktur weltweit reichte - verbreitete: „Auch, weil es einfach spannend war, wenn jemand Wildfremdes - möglicherweise vom anderen Ende der Welt - auf die eigene Festplatte zugriff und einen Song herunterlud. (...) Lud man etwas von ihrer Festplatte, dann schickten sie einem Nachrichten wie: 'Hey, check doch mal den und den Song aus!'" (Röttgers 2003: 17)." Der Konflikt von Produktivkraft und Markt ist mittlerweile nicht mehr der alte. Man bringt sich auf den neusten Stand, um Hartware zu verkaufen. Die Teil-Ablehnung von DRM (Digital Rights Management) durch Apple, wurde in einem "Open Letter to Steve Jobs on DRM" der Free Softeware Foundation[1] - der in Deutschland von Volker Grassmuck, dem Vertreter der Neuen freien Wissenordnung, empfohlen wurde - begruesst. Darin gilt "DRM" als "unethical". Der vermeintliche andere Tausch, das vermeintliche Nehmen seit Napster wird somit relativ, da alle Ware ja laengst mit Mehrarbeit an den Maschinen, in den Studios, an den produktiven Herstellungsstrecken 'bezahlt' ist, bevor sie auf den Markt kommt. Die Bandbreite, die zum Upload bereitgestellt werden muss, um etwas herunterladen zu koennen, ist die technische Voraussetzung fuer den Download desjenigen, der das Stueck haben will. Upload ist technisch gleich dem Download, und doch restringiert durch die Halb-Behoerden der Telekommunikationsfirmen und ihre Mengne-Zuweisung. Wer darf wieviel fuer wieviel Geld herunter- und hochladen? Die offen systemstuetzende Systemkritik der Pirate Bay-Leute (siehe Rezension von Sabine Nuss. _Copyright & Copyriot_ 16 im nn #110) und in Deutschland des Chaos Computer Club, in ihrer Rebellion den Firmen indirekt die Message zum Upgrade zu geben, wirkt so nur wie die buergerlich ideologisierte, nachgeplapperte Revolution der neuen Weise der Produktion. Unddiese Weise, diese Melodie und ihr Sound klingt bekanntlich nach U2 und Kopisten (http://www.n0name.de/38317/ hometapingbill). Man sollte nicht vergessen: Produziert wird nicht nur die Ware, sondern auch ihr Konsument. Der Verdacht einer Konfrontation liegt vielmehr im Gegenueber unorganisierter Nutzer-Macht und groesster organisierter Rechnermacht bei Google (500.000 Rechner, Server, Festplatten?) - der Ausdruck groesstmoeglicher Trenung gesellschaftlicher Trennung bei gleichzeitiger Ueber-Macht, die zu implodieren droht. Man stelle sich normale Nutzer vor, die den Google-isten die Maeuse aus der Hand schlagen. "Es war nicht nur möglich, sich einen Musiktitel von irgendeinem privaten Rechner irgendwo in der Welt runter zu laden, sondern man konnte auch wahllos in den Musikverzeichnissen dieser Nutzer stöbern. Die Anzahl der Nutzer stieg exorbitant schnell an: Zählte Napster im Dezember 1999 noch 200.000 Nutzer, so waren es im Sommer 2000 bereits 20 Millionen Nutzer (vgl. Heise 2000). Die mittels Napster heruntergeladenen MP3-Dateien konnten schließlich nach entsprechender Um-wandlung in ein passendes Dateiformat nicht nur am Computer, sondern auch auf der heimischen Stereoanlage oder einem mobilen Abspielgerät gehört werden, was die Attraktivität natürlich erhöhte. Mit der Zeit avancierte der Name Napster schließlich zur Metapher für freien Datenfluss im Internet (Kuhlen 2002 spricht von „Napsterisierung"; aber auch Bortloff 2003: 671), er nennt allerdings die ver-schiedenen „Downloadpiraterieformen" eine „Napsterisierung des Urheberrechts"). Mit Napster war die exklusive Kontrolle der Urheber bzw. der Rechteinhaber über die Verbreitung dieser Werke ausgehebelt bzw. stark beeinträchtigt, oder um es drastischer auszudrücken: „Für die Plattenfirmen stellte dieses Phänomen je-doch eine nie dagewesene Bedrohung ihrer absoluten Marktherrschaft dar" (Gampp 2003: 992). Diese Marktherrschaft hat allerdings eine hohe Schlagkraft und eine Menge zu verteidigen. In der Musikbranche etwa teilen fünf Hauptakteure (Bertelsmann Music Group, Universal/PolyGram, Sony, Warner Chappell und EMI) den Weltmarkt mit 40 Milliarden Dollar unter sich auf und vereinen dabei einen Marktanteil von 90 Prozent auf sich, wobei sich dieser Anteil nach Inhaber-schaft an Urheberrechten berechnet (Kreutzer 2002: 41). Ein Drittel der Einnah-men wird in den USA generiert, ein Drittel in Europa. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Markt vervierfacht (Grassmuck 2002b: 84). Am 6. Dezember 1999 reichte das zur PolyGram/Universal gehörende Platten-label A&M Records gemeinsam mit siebzehn anderen Plattenfirmen und unter-stützt vom Branchenverband der amerikanischen Musikindustrie RIAA (Recording Industry Association of America) Klage beim Bezirksgericht in San Francisco ein.29 ____________________ 29 Napster geriet immer wieder von neuem in die Schlagzeilen und brachte auch Musiker gegen sich auf. Exemplarisch für die erklärte Gegnerschaft kann das Vorgehen der Hardrockband Metallica genannt werden. Sie verklagte Napster bereits im April 2000. 52 Dabei wurde geltend gemacht, dass die Millionen einzelner Teilnehmer des Netz-werks die exklusiven, unter dem amerikanischen Copyright Act von 1976 geschützten Urheberrechte verletzen. Das Bezirksgericht stellte fest, dass bis zu 87 Prozent der mittels Napster verfügbaren Dateien urheberrechtsgeschützt seien, während 70 Prozent „im Eigentum der Kläger" (Gampp 2003: 993) stünden oder von ihnen verwaltet würden. Napster sollte für die Verletzung dieser Urheberrechte haftbar gemacht werden. Die Urteilsbegründung soll im Folgenden kurz skizziert werden, da sie zum einen eingängig die Argumentation illustriert, und nicht zuletzt auch, weil der Kampf der Musikindustrie gegen Musiktauschbörsen maßgeblich in den USA geführt wurde, „wohl mit Vorbildfunktion für die meisten Märkte dieser Welt" (Gampp 2003: 1001), die Begründung hat daher exemplarischen Charakter.30 Napsters Anwälte versuchten sich bei der Verteidigung auf das Prinzip des sogenannten Fair Use zu berufen, welches seine bundesdeutsche Entsprechung im „Recht auf Privatkopie" findet (s.u.). Fair Use bedeutet, dass eine spezifische Benutzung und Vervielfältigung eines urheberrechtlich „geschützten"31 Werkes keine Verletzung eben dieses Schutzes darstellt, wenn der Schutzgegenstand beispielsweise genutzt wird zum Zwecke der Berichterstattung oder in Forschung und Lehre. Es gibt vier Faktoren, nach denen im US-amerikanischen Recht ein Fair Use als ein solcher beurteilt werden kann. So wird erstens geprüft, ob es sich um eine kommerzielle Nutzung handelt, hier wäre Fair Use ausgeschlossen. Napster argumentierte in diesem Punkt, dass weder die Nutzung seiner Software kosten-pflichtig sei und auch der Austausch der Dateien und die Dateien selbst gratis seien, dass bei den gesamten Vorgängen daher unmittelbar kein Gewinn erzielt ________________________________________________________________________ und fuhr medienwirksam mit dem Auto vor den Firmensitz Napsters, 13 Kisten im Gepäck. Der Inhalt: Ausdrucke von 335.435 Napster- Nutzernamen. Alle diese Nutzer sollten Songs von Metallica über die Tauschbörse angeboten haben. Die Band verlang-te nun, die Zugänge dieser Nutzer zur Tauschbörse zu sperren. Napster kam dieser Sperrungsforderung nach, allerdings bedeutete das keinen Ausschluss dieser betroffe-nen Nutzer, denn mit einem anderen Namen konnten sie sich erneut bei Napster ein-loggen und munter weiter tauschen (Röttgers 2003: 18). 30 Ich halte mich in der Darstellung des Urteils, wenn nicht anders angegeben, an den bereits zitierten Gampp (2003). 31 In der Terminologie zum Urheberrecht ist der Begriff „Schutz" üblich. Dahinter steht der Gedanke, dass der Urheber geschützt werden müsse vor potentiellen Gefahren, in der Regel davor, dass er seine Kreationen nicht mehr verwerten kann oder dass er kei-nen Einfluss hat auf Entstellung oder andere seinen Absichten zuwiderlaufende Verän-derungen seiner Arbeit. Das Wort „Schutz" führt damit die Konnotation von Schwä-che und eben Schutzbedürftigkeit mit sich, was von Rechteverwertern sprachpolitisch gerne ausgenutzt wird, wenn es darum geht, Verwertungsinteressen zu verteidigen. 53 ------------------------------------------------------------------------ werden würde. Das Gericht jedoch sah die Nutzung des Napster-Dienstes den-noch als kommerziell an, mit der Begründung, dass „in wiederholter und ausbeutender Weise unautorisierte Kopien der urheberrechtlich ge-schützten Werke zu dem Zweck angefertigt wurden, die Ausgaben für den Kauf autorisier-ter Kopien zu ersparen." (Gampp 2003: 993)." Genau darum ging es ja auch und der Trickisierung folgte die Normalisierung. Napster ist heute ein boersennotiertes Unternehmen und simpel ein On-demand Supermarkt mit jener Mikrobezahlung, von der alle VOR Napster redeten. _____ [1] http://defectivebydesign.com/actions/open_letter/steve_jobs Ali Emas/Matze Schmidt Sabine Nuss. _Copyright & Copyriot: Aneignungskonflikte um geistiges Eigentum im informationellen Kapitalismus_. Muenster: Westfaelisches Dampboot, 2006. 269 S. - EURO 19,90. Erschienen: Oktober 2006 ------------------------------------------------------------------------ 4. Spielcasino Boerse "Das ist keine Wirtschaft, sondern ein riesiges globales, in seinen Ausmaß unfaßbares Spielkasino. Kein Mensch und kein noch so »gescheites« Gremium kann das mehr überblicken. Der US-»Top-Investor« und Multimilliardär Warren Buffet bezeichnete die Derivate einmal als finanzielle Massenvernichtungswaffen der Neuzeit." http://www.jungewelt.de/2007/03-05/012.php Die Wahrnehmung, daß es dabei zuginge wie im Spielcasino, entspricht aber nur der Psychologie des Kleinanlegers, der auf Gewinnmitnahme spekuliert, um dann - geblendet von der Kapitals-Propaganda - den rechten Zeitpunkt dafür doch zu verpassen. Vor allem ist die Börse der Kampfplatz des Großkapitals - repräsentiert durch Großaktionäre (Multimillionäre und Milliardäre) und institutionelle Großanleger (Banken, Versicherungen etc.)-, auf dem um strategische Unternehmensbeteiligungen gerungen wird, letztlich unter der Zielvorgabe von Mehrheitsbeteiligung und Übernahme. Wären die ausschlaggebenden Großkapitale und Kapitalgruppen dergestalt in das Börsengeschehen involviert, daß es ihnen um die Realisierung von Kursgewinnen ginge, wären die Kurse längst eingebrochen. http://www.trend.infopartisan.net/trd1101/t201101.html Matze Schmidt ------------------------------------------------------------------------ 5. Krise "Detroit oder Russelsheim ..." http://www.n0name.de/38317/krise ------------------------------------------------------------------------ 6. "Die Barbarei kommt nicht von der Barbarei" arte Europa der Volksfronten - Aktionsbuendnisse gegen den Faschismus Dokumentation von Laurence Jourdan, F 2006 ARTE F, Erstausstrahlung Mi., 04. April 2007 20:40-21:35 Uhr 55 min. Wiederholung: 08.04.2007 18:05 "Aktionsbündnisse aus Sozialdemokraten, Kommunisten, Sozialisten und bürgerlichen Intellektuellen schafften es 1936 in Frankreich und Spanien - wenn auch nur für kurze Zeit - bis in die Regierungsverantwortung. Auch wenn es nicht gelang, dem Faschismus Einhalt zu gebieten, brachte die Volksfront Frankreich doch zahlreiche soziale Errungenschaften. Als Volksfront wurde das Aktionsbündnis aus Sozialdemokraten, Kommunisten, Sozialisten und bürgerlichen Kräften bezeichnet, das im krisengeschüttelten Europa dem Faschismus Einhalt gebieten sollte. 1936 gingen diese Bündnisse in Spanien und Frankreich siegreich aus den Parlamentswahlen hervor und stellten in beiden Ländern für kurze Zeit die Regierungen. In Frankreich, Österreich, Spanien, Belgien und Griechenland mobilisierte der Kampf gegen den Faschismus, insbesondere gegen Mussolini und Hitler, in einzigartiger Weise gleichermaßen die Gewerkschaften, die Volksmassen und die Intellektuellen. Die Volksfront, die in Frankreich antrat, die Republik zu retten, wurde seit 1935 von der von Lenin gegründeten Dritten Internationale unterstützt, der alle kommunistischen Parteien angehörten. Auch wenn der Faschismus schließlich ganz Europa in den Krieg riss, schuf die Volksfront in ihrer kurzen Regierungszeit soziale Errungenschaften, die Frankreich zum Vorreiter auf diesem Gebiet machten." http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=664965,day=5,week=14, year=2007.html Hier kam beinahe nur ein guter Satz aus dem Fernsehgeraet, der die Rekonstruktion der Ereignisse nicht auf tumben Antifaschismus reduzierte: "Die Barbarei kommt nicht von der Barbarei, sondern von den Angelegenheiten, die sie nicht mehr zu erledige sind." Berthold Brecht zum Faschismus in Europa, 1930er (?) Ali Emas ------------------------------------------------------------------------ 7. Lohnsklaven heranerziehen "UNO-Sonderberichterstatter Munoz kritisiert Schulsystem in Deutschland / KMK weist Vorwürfe zurück Das deutsche Schulsystem diskriminiert nach Ansicht von UNO- Sonderberichterstatter Muñoz sozial benachteiligte, ausländische und behinderte Kinder. Munoz sagte vor dem UNO-Menschenrechtsrat in Genf, die Bundesregierung solle die dreigliedrige Aufteilung überdenken, um so Ungleichheit und soziale Auslese abzuschaffen. Reformbemühungen müssten zu gerechten Lernbedingungen führen. In diesem Zusammenhang schlug er eine kostenlose und für alle zugängliche Vorschulerziehung vor. Die Vorwürfe stießen in Deutschland auf breite Kritik. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Zöllner, erklärte, wer glaube, die Probleme durch die Zusammenlegung von Schulformen zu lösen, der irre. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Kraus, warf Munoz Arroganz vor." "Ein-Euro-Jobs dämpften 2006 Anstieg der Löhne und Gehälter Arbeiter und Angestellte haben 2006 mehr verdient als im Vorjahr. Die Löhne und Gehälter stiegen im Schnitt um 0,7 Prozent auf ein Jahresbrutto von 26.657 Euro. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Dabei habe die wachsende Zahl der Ein-Euro-Jobs die durchschnittliche Lohnentwicklung gedämpft." dradio.de Nachrichten vom Mittwoch, 21. März 2007 18:00 Uhr X ------------------------------------------------------------------------ 8. Wer hat Angst vor Google? Niemand Und wenn wir suchen? Dann zahlen wir arte Wer hat Angst vor Google? Di., 24.04.2007 01:25 - 02:55 Dokumentarfilm von Sylvain Bergère und Stéphane Os Dazu passend die wie gedoublete Geschichte zweier sich nahestehender Garagenfirmen: arte Die Silicon-Valley-Story Do., 26.04.2007 15:15 - 16:50 Filmbiografie, USA 1999 FSK ab 6 ======================================================================== Sie erhalten den n0name newsletter, weil sie da sind!/You get the n0name newsletter, because you are there! *Bitte weiterleiten!/Please forward!* (c) 1999-2007 n0name, die Autorinnen & Autoren und die Maschinen Supported by XPECT MEDIA http://www.xpect-media.de Sponsored by FONDS -------------------- Ende des n0name newsletter #111 -------------------- -- "Feel free" - 10 GB Mailbox, 100 FreeSMS/Monat ... Jetzt GMX TopMail testen: http://www.gmx.net/de/go/topmail
-- rohrpost - deutschsprachige Liste zur Kultur digitaler Medien und Netze Archiv: http://www.nettime.org/rohrpost http://post.openoffice.de/pipermail/rohrpost/ Ent/Subskribieren: http://post.openoffice.de/cgi-bin/mailman/listinfo/rohrpost/
