Von: IG Kultur Österreich <[EMAIL PROTECTED]>
Datum: 13. Juni 2007 13:06:12 GMT+02:00
An: [EMAIL PROTECTED]
Betreff: Netzkulturförderung: Kein Ende des Experiments?



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 |||  PRESSEMITTEILUNG
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 |||  IG Kultur Österreich
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 |||  Risikogesellschaft Netzkultur
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Auf Kosten der Netzcommunity wird nun seit 2006 ein Experiment prolongiert, das weit davon entfernt ist, die hehren Ziele zu erreichen. Zur Erinnerung: Die MA 7 unter Andreas Mailath-Pokorny schmückt sich mit der Idee Fördervergabe im Kulturbereich partizipativer zu gestalten und erfindet gemeinsam mit Teilen der Netz-Community den ersten Teil des Mana Community Voting. Das Ergebnis war Freunderlwirtschaft auf höchstem „local village“ Niveau: Das gegenseitige Geldzuschieben in einem Abstimmungsverfahren, das die Bildung von Wahlkartellen förderte und sich keinerlei Kriterien der Bewerbung inhaltlicher Art gab, wurde von namhaften Stellen, als willkürlich erkannt und kritisiert. Darunter fallen die von der IG Kultur in Auftrag gegebenen Stellungnahme der Rechtsanwältin Maria Windhager, oder die Anfrage an den Stadtrat in einer Gemeinderatssitzung. Aber selbst auf einfachste administrative Kriterien, wie die Einhaltung von Terminen, konnte man sich nicht verlassen.

Nach herber Kritik wurde in den letzten Monaten versucht das Vergabeverfahren zu reformieren, es zeigt sich jedoch immer mehr, dass alle bisherigen Versuche, die Abläufe transparent und nachvollziehbar zu gestalten, gescheitert sind. Das beginnt bei der Validierung der Wahlberechtigten, bei unüberschaubaren Geldflüssen für Verwaltung und Implementierung und der Konzentration von Geldmittel auf ein paar wenige Akteure.

Klingt eigentlich sehr nach der üblichen Art der Intransparenz von Vergabestrukturen durch FördergeberInnen, wie die der Stadt Wien, nur wird in diesem Falle alles Risiko und der Ärger über nicht funktionierende Strukturen auf die Netz-Community abgewälzt. Der Stadtrat Mailath-Pokorny trägt schließlich die Verantwortung für eine dem Sozialdarwinismus überlassene Kunst- und Kultursparte, die mehr mit selbstausbeuterischer Selbstorganisation und mit Gerichtsterminen befasst ist, als mit Kunst und Kultur.

Die IG Kultur Österreich, die eine Reform der Vergabemodi von Fördergeldern jedenfalls begrüßt, fordert jedoch die Einhaltung bzw. Einführung von Mindeststandards an Transparenz, Verlässlichkeit und Fairness in der Vergabe der Mittel. Es ist nicht tragbar, dass der Großteil des Budgets einer künstlerischen Sparte einem mehr als fragwürdigen Experiment überlassen wird. Die „Versuchsanordnung“ netznetz muss jedenfalls einer externen Evaluierung unterzogen werden und sämtliche Geldflüsse müssen offen gelegt werden.



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