@Armin Medosch (19 Jun 2007)
insofern ist die "krise der medienkunst" von der manche reden, wohl eher eine krise der institutionen der kunst, eine krise der rezeption, der kritik, der theorie, aber sicher keine krise der kuenstlerischen
produktion.
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...sollte sich zu all diesen "krisen" nicht erfrischenderweise doch auch eine (ohnehin bereits anbahnende) krise der kuenstlerischen produktion gesellen? in der sich das selbstverstaendnis kuenstlerischer produktivitaet verschiebt, weg von einem anspruch bedeutungen zu generieren, hin zu einem offenen schnittstellendenken?


@faustomaijstral (19 Jun 2007)
"Roter Faden - die wichtigsten Künstler im Überblick" [...] Leider habe ich hier ausgeschnitten, dass Sommer in seinem lustigen Text gerade darauf zielt, Orientierungen anzubieten, vor allem aber das Urteil beim Besucher zu belassen will, sich geradezu dazu verpflichtet. Aber die Ordnungshoheit will er dann wohl doch noch für sein Magazin behalten.
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sehe ich auch so, dass sich hier autoritaeten verschieben sollen und doch nicht wollen. andere gesellschaftliche bereiche leben dieses sich von unten her selbstorganisierende und selbstbewertende verstaendnis bereits. hier werden aus rezipienten partizipierende, aus autoren co-autoren, aus konsumenten ziemlich selbstbewusste marktteilnehmer (wikipedia... cluetrain manifest...). die autoritaet des künstlerischen experten, die deutungshoheit der kunstkuratierung, -vermittlung und -kritik verlieren in der logik dieser verschiebungen sicherlich entsprechend an gewicht. dafuer tun sich aber spannende neue themenfelder auf (wie ich als suchende finde).


@Andreas Broeckmann (19 Jun 2007 und 19 Jun 2007)
[...] und dann ist selbstverstaendlich das mohnfeld von sanja ivekovic ein stueck medienkunst! sein im binaercode geschriebenes programm '0-1-0' steht noch auf '0' [...] ich vermute mal, dass man die semiotik dieses settings so beschreiben kann, dass sie sehr deutlich ueber ihre spezifische medialitaet, das bild(schirm)hafte des feldes, das an/aus, etc. reflektiert.
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dieser interpretationsansatz ist zwar durchaus ansprechend argumentiert. der erkenntniswert des "medialen" ist allerdings gleich 0. der mediale diskurs hat sich in den letzten jahren vielfaeltigen weitergehenden themenstellungen gewidmet, sodass diese "olle 0-1 kamelle" etwas muede daherkommt. die aktuellen partizipativen systeme lassen sich ohnehin nicht mehr prozessual (als an/aus programm) begreifen, dazu sind sie zu komplex, zu modular und zu dynamisch...

beste gruesse
zorah mari

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