Laptoporchester Berlin spielt

Shintaro Miyazaki / Stephane Leonard »Discordia« (2007, UA) für 6 Laptops + 1 Videokünstler.

im Wasserspeicher in der neuen
Singuhr Hörgalerie.
http://www.singuhr.de/
Diedenhofer Straße Berlin - Prenzlauer Berg
(U2 Senefelder Platz, M2 Metzer Straße)

Programm für den 22.09 2007:

Ludger Hennig / Markus Markowski / Sciss / Johannes Sienknecht »Quintessenz« (elektroakustische Improvisation)
Horacio Vaggione »Arenas« (2007)

Shintaro Miyazaki / Stephane Leonard »Discordia« (2007, UA) für 10 Laptops + 1 Videokünstler. Es spielt das Laptoporchester Berlin.

Shintaro Imai »Figure in Movement 3« (UA, Auftragswerk) für Kontrabass und Live-Elektronik , mit John Eckhardt (Kontrabass) Carlos Sandoval »the body of Ligia« (UA, Auftragswerk), 18', live- electronic performance with Carlos Sandoval and Ligia Lewis Alvin Lucier »A Tribute to James Tenney« (1987) für Kontrabass und Sinustöne mit John Eckhardt (Kontrabass)
Bernd Alois Zimmermann »Tratto II« (1970)

Eintritt: 8 € /ermäßigt 5 €

Veranstalter:
Elektronisches Studio der TU Berlin in Zusammenarbeit mit dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD und singuhr – hoergalerie, mit freundlicher Unterstützung durch Senatskanzlei Berlin – Kulturelle Angelegenheiten, Bezirksamt Pankow von Berlin, Förderband Kulturinitiative Berlin, Konzert des Deutschen Musikrates.

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*DISCORDIA or Operation Mind Fuck or The Law of Fives**  **(2007)*

Shintaro Miyazaki / Stephane Leonard

Für Laptoporchester Berlin + Dominik Busch
(6 Laptops, 1 Videokünstler)

5 Richtungen / Lautsprecher + eine Videoprojektion
(5 + 1)

Dauer:  23 min

Laptoporchester Berlin:

Alexander Augsten – Laptop
Marek Brandt – Laptop
Andrés G. Jankowski – Laptop
Oliver Kiesow – Laptop
Hendrik Kröz – Laptop
Stephane Leonard – Laptop
Shintaro Miyazaki – Laptop
Nicolas Weiser – Laptop
Martin Klemmer – Klangregie
André Klein – Vision, Realisation & Kontakt

Discordia ist die Göttin der Zwietracht und des Streites. Das Soundkünstlerkollektiv Laptoporchester Berlin referriert mit diesem experimentellen Klangkunstwerk konzipiert von Stephane Leonard und Shintaro Miyazaki auf eine postmoderne amerikanische Denkbewegung, die sich als Diskordianismus bezeichnet. Der Diskordianismus wurde 1958 von Mal-2 (Greg Hill) und Omar Ravenhurst (Kerry Thornley) als eine neue, Chaos zentrierte Denkbewegung gegründet und hat das Ziel, Verwirrung zu stiften, zum Nachdenken anzuregen, Dogmen zu brechen, Strukturen aufzulösen sowie neue Sichtweisen zu eröffnen und spielt sich bewusst gegen Autoritäten auf. Kern dieser zwischen Gegensätzen oszillierenden paradoxen rhizomatischen Denkbewegung ist das *Gesetz der Fünf*: ALLE DINGE PASSIEREN IN FÜNFEN, ODER SIND TEILBAR DURCH ODER VIELFACHE VON FÜNF, ODER SONSTWIE DIREKT ODER INDIREKT PASSEND ZUR FÜNF.

Fast 50 Jahre später in einem vielleicht schon post-digitalen Zeitalter resoniert, will heissen erklingt aus dem digitalen Datenraum der Laptops, DISCORDIA or Operation Mind Fuck or The Law of Fives (2007) sowohl als ein signalmusikalisches Experiment als auch als direkte Antwort auf diese denkwürdige Bewegung. Gleichzeitig ist DISCORDIA ein Beitrag zum Festival 5+1 organisiert von dem elektronischen Studio der TU Berlin. DISCORDIA ist das Resultat einer grundlegenden Beschäftigung des Soundkünstlerkollektiv Laptoporchester Berlin mit der Zahl 5 (= 2+3). Es geht um Gegensätze, Dissonazen, Resonanzen, Paradoxien, Bruchstellen, Risse und Oxymora. Es geht um das Geräusch. Es geht um die 0 und die 1 und um das, was dazwischen oszilliert. DISCORDIA ist 23 min lang und hat 5 Phasen. U.a. wird es um Frequenzspielereien mit der Zahl 5 und um die fünf elementaren Wandlungsphasen in der ostasiatischen Philosophie gehen. Er werden verschieden Fieldrecordings und Realaufnahmen von Holz, Erde, Metall, Wasser und Feuer gemacht und mit diesen anhand pragmatisch-experimenteller Klangverarbeitungs-verfahren neue Klangwelten erzeugt. Die Zahl 5, dazu auch die 3 und 2 wurden als formbildende Elemente in die Zeitstruktur von DISCORDIA eingebaut. Außerdem soll auf experimentelle Weise mit einem 5-kanaligen Klangdispositiv verfahren werden.

Der Videokünstler Dominik Busch wird sich auf ähnlicher Weise mit der 5 auseinandersetzen und soll als notwenige Ergänzung zum Akustischen visuelle Akzente setzen. Die Projektion wird sich in der Mitte des Wasserspeichers befinden. Nach exakt 23 Minuten endet das Stück schlagartig auf dem Höhepunkt. 23 Sekunden klingt der Hall noch nach, dann herrscht Stille.








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