Die Teilnehmer des diesjährigen open mike stehen fest. Die 21 Finalisten lesen 
am 3. und 4. November im öffentlichen Endausscheid in der WABE, Berlin in der 
Hoffnung, damit dem ersten eigenen Buch einen Schritt näher zu kommen. 
Für Rabea Edel, open mike-Gewinnerin 2004, begann ihr Sprung in die 
literarische Karriere mit dem Medienrummel nach dem Wettbewerb. Mittlerweile 
hat sie ihren Traum vom Buchvertrag verwirklicht, hat ihr erstes Buch 
veröffentlicht (Das Wasser in dem wir schlafen, 2006) und arbeitet an einem 
neuen Roman. Parallel schreibt sie an ihrer Magisterarbeit. Sie selbst meint 
über ihr Leben nach dem open mike:

"Wenn fremde Leute auf Lesungen denken, sie würden mich kennen, wenn der 
Kioskbesitzer das Bild aus der Zeitung ausschneidet und an das Bord mit der 
richtigen Zigarettenmarke klebt, wenn ich vor dem Photo in der Buchhandlung 
erschrecke, weil ich das eigene Gesicht nicht mehr erkenne, wenn ich auf 
Kleinstadtbahnhöfen und Großstadtflughäfen immer Verspätung habe, dann - hat 
das alles nichts mit dem Schreiben zu tun. Man stellt sein Gesicht zu 
Verfügung, man hat kein Recht an seinem Bild, an Interviewäußerungen sowieso 
nicht, das Laptop hat einige Schrammen mehr und man weiß immer noch nicht, wie 
W-LAN im Hotel funktioniert. Da hätte man drauf gefasst sein müssen, das hat 
aber auch nicht nur schlechte Seiten, im Gegenteil, denn: Man hat sein Buch. 
Und Lesungen. Man schreibt Essays und wieder Erzählungen, man hat einen Verlag 
in dem man sich mehr als wohl fühlt und seit dem open mike einen Lektor, dem 
man vertraut, der das eigene Schreiben zuweilen besser kennt, als man selbst. 
Der einem viel Zeit lässt. Man merkt, dass da etwas nach außen getragen wird 
und ankommt. Man sitzt z.B. in Tel Aviv, so wie ich jetzt gerade, wartet auf 
seinen Übersetzer, und schreibt. Nichts sonst. Das Leben funktioniert in 
anderen Intervallen, die Rechtfertigung ist mit 160 Seiten greifbar und 
vorzeigbar geworden, die, für die Nächte, die Launen, das Reisen, das 
Schweigen, das Arbeiten. Trotzdem beendet man sein Studium, langsam. Man gibt 
noch mehr Geld für Bücher (und gutes Essen) aus. Man weiß, was man schon 
irgendwie wusste, und macht einfach weiter. Nicht unbedingt leichter, nach dem 
Buch ist vor dem Buch, aber selbstverständlicher. Mit neuen Zielen und sehr 
viel Hunger auf das nächste Projekt."

Weitere Infos unter www.literaturwerkstatt.org

 

 
 
Boris Nitzsche
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
 
Literaturwerkstatt Berlin
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