Programm November/Dezember 2007

 

Fr 2.11. 20:00 

Leben und Schreiben nach dem open mike 

In Lesung und Gespräch Lucy Fricke (Berlin), Christian Schloyer (Nürnberg), 
Thomas von Steinaecker (Augsburg) 

Moderation: Ijoma Mangold (Literaturredakteur, München)

 

Schreiben nach dem Preis – wie sieht das aus? Beim open mike – „wichtigstes 
Forum für die neue deutschsprachige Literatur“ (Der Tagesspiegel) – suchen 
Verleger, Agenten und Talentscouts literarischen Nachwuchs. Die ersten Bücher 
folgen. Zwei Preisträger und ein Teilnehmer des open mike sprechen über ihre 
Erfahrungen mit dem Literaturbetrieb. 

Lucy Fricke (*1974 Hamburg) hat nach der Mitarbeit an Kino- und Fernsehfilmen 
am Deutschen Literaturinstitut Leipzig studiert. 2005 wurde sie mit dem 1. 
Preis des open mike ausgezeichnet. „Durst ist schlimmer als Heimweh“ (Piper 
Verlag 2007) ist ihr erster Roman, „ein ganzes Leseglück“ (Saša Stanišic´), 
„das einem nichts erspart“ (Tilman Rammstedt).

Christian Schloyer (*1976 Erlangen) ist freier Autor und Literaturveranstalter. 
Für seine „schutzlos schönen“ Gedichte (Der Tagesspiegel) erhielt er 2004 den 
1. Preis beim open mike und 2007 den Leonce-und-Lena-Preis. „spiel · ur · 
meere“ (kookbooks 2007) ist sein erster Gedichtband.

Thomas von Steinaecker (*1977 München) nahm am open mike 2003 teil. Sein Debüt 
„Wallner beginnt zu fliegen“ (Frankfurter Verlagsanstalt 2007) ist ein Roman 
„über die Tatsache, dass dem Leben eine Rückspultaste fehlt“ und ein 
„unvergessliches Leseerlebnis“ (Juli Zeh). 2007 erhielt er dafür den 
Aspekte-Literaturpreis. 

 

Mit freundlicher Unterstützung der Crespo Foundation

 

 

Sa 3.11. ab 14:00 , So 4.11. ab 12:00 

-AUSSER HAUS-

15. open mike 

Internationaler Wett-bewerb junger deutschsprachiger Prosa und Lyrik

 

Sie haben es geschafft: 21 Nachwuchsautoren hoffen zwei Tage lang auf einen 
Gewinn beim open mike. Aus mehr als 660 Einsendungen wurden sie von sechs 
Lektoren renommierter Verlage ausgewählt. Jetzt geht es in den Endspurt: Jeder 
Teilnehmer hat 15 Minuten Zeit, seinen Text zu lesen, die Jury zu überzeugen 
und die versammelte literarische Welt auf sich aufmerksam zu machen. Am Ende 
entscheiden die Juroren Georg Klein, Antje Ravic Strubel und Raphael Urweider; 
sie können bis zu drei Preisträger küren. Zum ersten Mal wird in diesem Jahr 
einer der drei Preise ausschließlich für Lyrik vergeben, eine Gewinnsumme von 
insgesamt 4500,- EUR steht zur Verfügung. Ebenfalls zum ersten Mal kann auch 
das Publikum mit dem taz-Publikumspreis einen eigenen Gewinner küren.

Anschließend geht der open mike in die Verlängerung: Alle Preisträger lesen am 
7.11.2007 um 20:00 im Literaturhaus Frankfurt. 

 

Ort: WABE, Danziger Str. 101, 10405 Berlin (Prenzlauer Berg), S-Bahn Prenzlauer 
Allee, M10 Winsstraße oder S-Bahn Greifswalder Straße. Eintritt frei!

 

Die Wettbewerbstexte erscheinen als Anthologie im Allitera Verlag und sind ab 
dem 2.11. 2007 bei „Dussmann das KulturKaufhaus“ erhältlich sowie während des 
open mike zu erwerben, danach im Buchhandel oder unter www.allitera.de.

Am 11.11.2007 sendet Deutschlandradio Kultur die Reportage „15. open mike“. 

 

Der 15. open mike ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Literaturwerkstatt 
Berlin und der Crespo Foundation in Zusammenarbeit mit der WABE und dem 
Allitera Verlag. Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia. Schweizer 
Kulturstiftung und „Dussmann das KulturKaufhaus“. 

 

 

Di 6.11. 20:00 

Dichters dansen niet

Konzert mit Serge van Duijnhoven (Lyrik, Niederlande), DJ Fred dB 
(Musik/Mixage, Belgien), Uli Sobotta (Euphonium, Deutschland)

 

Serge van Duijnhovens „Klipdrift“ ist ein dichter, lebendiger, sehnsuchtsvoller 
poetischer Törn zu den Ufern des Lebens – und des Todes. Es ist Jazz, Pop, 
Techno, Ton-Collage, Klangexperiment, Poesiemusik. Serge van Duijnhoven hält 
nicht viel vom hohen Kammerton der Literatur. Er stürmt schon mal die Bühne, um 
gegen elitäre Arterienverkalkung in der niederländischen Poesie zu 
protestieren. Er schaut sich in den anderen Künsten um und verschmilzt seine 
Texte mit Musik. Und er gründete „Dichters dansen niet“, bringt  Poesie, Musik 
und Bild zusammen. Mit „Klipdrift“ (Nieuw Amsterdam 2007) erscheint das erste 
Album (konsequenterweise CD und Buch) von „Dichters dansen niet“ mit Texten von 
Serge van Duijnhoven und Musik von Fred de Backer. Gemeinsam mit dem 
Jazzgitarristen Uli Sobotta spielen sie in der Literaturwerkstatt Berlin. 
„Klipdrift“ bezeichnet in Südafrika die Gefahr, dass Segler abtreiben und an 
den Klippen zerschellen könnten. 

 

Mit freundlicher Unterstützung des Nederlands Literair Productie- en 
Vertalingenfonds und der Botschaft des Königreichs der Niederlande

 

 

Mi 14.11. 20:00 

Die Alten werden erlöst, die Bösen entsorgt

In Lesung und Gespräch Björn Kern (Konstanz), Thomas Weiss (Berlin)

Moderation: Tanja Dückers (Autorin und Journalistin, Berlin)

 

Zwei junge Autoren erledigen in ihren Geschichten Probleme kurz, schmerzvoll 
und kostengünstig: Die Alten werden erlöst. Die Bösen werden entsorgt. 
Arbeitsplatzvernichter und Pflegebeansprucher gehören zur Kategorie der 
Überflüssigen. Ein Methusalem-Komplott hat in der Folge ebenso wenig die Chance 
zur Entfaltung wie der Ost-Provinz-Frust. Konsequent und grotesk werden offene 
Fragen einer Lösung zuerzählt. In „Tod eines Trüffelschweins“ (2007 Steidl 
Verlag) fächert Thomas Weiss wie in einer vielstimmigen Reportage die 
Hintergründe um den Mord an einem Finanzinvestor auf. Björn Kern spielt in „Die 
Erlöser AG“ (Verlag C.H.Beck) den Gedanken durch, dass Paragraph 216 
abgeschafft wird und Tötung auf Verlangen nicht länger strafbar ist …

Björn Kern (*1978 Lörrach) arbeitete in einem Heim für psychisch Kranke und 
alte Menschen in Südfrankreich. Er studierte in Tübingen, Passau und 
Aix-en-Provence und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2006 erschien sein 
erster Roman „Einmal noch Marseille“, 2007 „Die Erlöser AG“. Ebenfalls 2007 
wurde er zum Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis eingeladen.

Thomas Weiss (*1964 Stuttgart) konzentriert sich seit 2001 ausschließlich auf 
seine schriftstellerische Arbeit. 2004 erschien sein Debütroman „Schmitz“, 2006 
„Folgendes“, 2007 „Tod eines Trüffelschweins“.

 

Mit freundlicher Unterstützung des Steidl Verlages und des Verlages C.H.Beck

 

 

Fr 16.11. 19:00 – 01:00

-AUSSER HAUS- 
Schicht! Lange Lesenacht

 

Mit Bernd Cailloux, Dietmar Dath, Peter Glaser, Barbara Kalender, Thomas 
Kapielski, Harriet Köhler, Andre Kubiczek, Jörg Schröder

 

Arbeit gab es nicht von Anfang an. Erst seit der Ausquartierung aus dem 
Paradies erwirbt der Mensch sein Brot im Schweiße seines Angesichts. Aus der 
ferneren Zukunft treffen nun Botschaften ein, in denen eine Kommission 
behauptet, von höchster Warte mit einer Begutachtung der Arbeitswelt betraut 
worden zu sein – als Grundlage für die Entscheidung, ob und wie es damit 
weitergehen soll. Sie bittet Schriftsteller, Expeditionen in die Arbeitswelten 
der Gegenwart zu unternehmen. Und diese geben Antwort: von Großkonzernen, 
Online-Sexportalen und Bestattungsinstituten, von Ziegenhirten, Superköchen und 
moderner Bettelei. 

Das Buch „Schicht! Arbeitsreportagen für die Endzeit“ entstand im Rahmen des 
Programms „Arbeit in Zukunft“ der Kulturstiftung des Bundes. Es erscheint Ende 
Oktober 2007. 

edition suhrkamp 2508. Etwa 300 Seiten.  12,- EUR

Autoren und Autorinnen dieses  Bandes lesen ihre Texte, erzählen von ihrer 
Reportagetätigkeit oder laden sich Gäste und Gesprächspartner ein.

 

Ort: Palais am Festungsgraben, Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin (Mitte), 
Eintritt: 6,- / ermäßigt 3,- EUR

 

Eine Veranstaltung der Kulturstiftung des Bundes und des Suhrkamp Verlags 
in Zusammenarbeit mit der Literaturwerkstatt Berlin.

 

 

Do 22.11. 20:00 

Quellenkunde

Mit Mara Genschel (Leipzig), Nadja Küchenmeister (Berlin), Norbert Lange 
(Leipzig), Christan Lehnert (Müglitztal), Marion Picker (Marseille), Marcus 
Roloff (Frankfurt a.M.), Nikola Richter (Berlin) und Norbert Hummelt (Berlin)

 

Norbert Hummelt hat junge Lyrikerinnen und Lyriker eingeladen, sich mit neuen 
Gedichten auf die Spuren alter Texte zu begeben. Jede Art der Quellenerkundung 
sollte möglich sein: Zitat, Fortschreibung, Gegenentwurf, Parodie, Übersetzung. 
Verbindlich war eine einzige Spielregel: Die als Vorlage verwandten 
„Quellentexte“ sollten von Dichtern stammen, die spätestens 1936 gestorben 
sind. So entstand eine Anthologie, wie es sie noch nicht gegeben hat. Bereits 
profilierte und bislang unbekannte Autoren der jungen Generation setzen sich 
mit Beispielen aus der Tradition auseinander, die von den Merseburger 
Zaubersprüchen bis zu Rilke reicht. Erstaunliche Wiederentdeckungen und ein 
Reichtum neuester deutschsprachiger Gedichte sind so zusammengekommen. Damit 
tritt dieses Buch den Beweis an, dass von Traditionsvergessenheit in der jungen 
Lyrik keine Rede sein kann. 

Erschienen sind die dichterischen Parallelwelten als Band 100 der Lyrikedition 
2000. Im Jahr 2000 fassten der Verleger Wolfram Göbel und der Herausgeber Heinz 
Ludwig Arnold den Entschluss, eine Reihe aufzulegen, die wichtige Gedichtbände 
des 20. Jh. wieder zugänglich macht und überdies für Entdeckungen sorgt. Seit 
2005 nun ist Norbert Hummelt als Herausgeber für das Aufspüren neuer und 
verschollener Stimmen zuständig. Der Band 100 und die einmalige Quellenkunde 
sind ein doppelter Grund zum Feiern. 

 

Eine Veranstaltung der Lyrikedition 2000 in Zusammenarbeit mit der 
Literaturwerkstatt Berlin

 

 

Mi 28.11. 19:00 

-AUSSER HAUS-

Lesung und Finissage. Elke Erb und Thomas Ravens

Ausstellung „Zentrale 17“ von Thomas Ravens (Berlin). In der Ausstellung liest 
Elke Erb (Berlin)  

Moderation: Thomas Wohlfahrt (Leiter der Literaturwerkstatt Berlin)

 

2007 erhielt Elke Erb (*1938) den Hans-Erich-Nossack-Preis für ihr Gesamtwerk. 
Er wird seit 1989 jährlich vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI 
verliehen. Erb ist eine der großen Stimmen der zeitgenössischen 
deutschsprachigen Poesie. Ihr neugieriger und vorurteilsloser Blick auf die 
Vorgänge ihrer Welt lässt sie in disziplinierter Reflexion Texte produzieren, 
die zwischen den Formen, Gattungen und Genres die Spuren wechseln. Zuletzt 
erschienen von ihr „Die Crux“ (2003) und „Gänsesommer“ (2005, beide bei Urs 
Engeler Editor).

Thomas Ravens (*1964 Moers) hat für das Kunstfenster des BDI mit „Zentrale 17“ 
zwei temporäre Wandbilder geschaffen. Seine Welt ist eine sehr andere als jene 
von Elke Erb. Er benutzt  den Guckkasten der perspektivischen Malerei, um 
erfundene „Gebäude“ in gefundene Landschaften zu montieren. Der Mensch als 
Massenfigur vermag diese kalten Weiten der symmetrischen Kunsträume nicht zu 
füllen. Der Betrachter verlinkt all dies mit der Architektur des Draußen, z. B. 
mit dem ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR. 

 

Ort: Haus der Deutschen Wirtschaft, Breite Straße 29, 10178 Berlin

Eintritt frei, Anmeldung erbeten unter:  Tel 030. 20 28 15 19 oder [EMAIL 
PROTECTED]

 

Eine Veranstaltung des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI 
in Zusammenarbeit mit der Literaturwerkstatt Berlin

 

 

Mo 3.12. 20:00 

Richard Swartz trifft Boris Pahor

Mit Boris Pahor (Autor, Italien/Slowenien)

Moderation: Richard Swartz (Journalist und Autor, Österreich/Slowenien)

 

Es ist endlich an der Zeit, einem großen europäischen Erzähler zuzuhören: Boris 
Pahor.

Pahor – erstmals in Berlin – ist einer der großen literarischen Zeugen des 20. 
Jahrhunderts, sein Werk und seine Erzählweise werden in einem Atemzug mit den 
Werken von Primo Levi, Jorge Semprún und Imre Kertész genannt. Geboren 1913 in 
Triest, gehörte er der slowenischen Minderheit an. Nach dem Anschluss seiner 
Heimatstadt an Italien unter Mussolini war ihm der Gebrauch der Muttersprache 
verboten. 1943 schloss er sich der Volksbefreiungsbewegung an; am 21.1.1944 
wurde er verhaftet und kurz darauf in das KZ Dachau gebracht.Bis Kriegsende 
durchlebte er vier deutsche Konzentrationslager; er verarbeitete in Novellen 
die KZ-Traumata, aus denen 1967 sein preisgekrönter Roman „Nekropolis“ entstand 
(Berliner Taschenbuch Verlag 2001). Von 1955 an veröffentlichte er sieben 
Romane und zudem literarische Essays. 2001 erhielt er den Preis der Bestenliste 
des SWR. 2004 begann der Kitab-Verlag mit der systematischen Herausgabe seines 
Werkes in deutscher Übersetzung. 

Richard Swartz, jahrzehntelang Korrespondent des „Svenska Dag-bladet“ ist 
Europäer mit scharfem Blick, Essayist, Autor (z.B. „Adressbuch. Geschichten aus 
dem finsteren Herzen Europas“, Carl Hanser Verlag 2005) und zuletzt Herausgeber 
von „Der andere nebenan. Eine Anthologie aus dem Südosten Europas“ (S. Fischer 
Verlag 2007). 

 

Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft der Republik Slowenien

 

 

Di 4.12. 20:00 

Verstransfer: Beirut – Berlin

Mit Abbas Beydoun, Bassam Hajjar, Sabbah Zwayn (Beirut), Brigitte Oleschinski 
und Michael Roes (Berlin), Franz Hodjak (Usingen)

Moderation: Andreas Pflitsch (Arabist, Berlin)

 

Die Literaturwerkstatt Berlin setzt die Reihe ihrer Übersetzungsworkshops mit 
Autoren aus Beirut und Berlin fort. Sobald die Poesie ihre Sprachwelt verlassen 
will, bedarf es einer komplizierten Reise: Der Übersetzung. Diesmal arbeiten 
libanesische und deutsche Autoren an gemeinschaftlichen Übertragungen, Hilfe 
leisten Wort-für-Wort-Übersetzungen und Dolmetscher: Abbas Beydoun, einer der 
bekanntesten Autoren seines Landes, ist eine der wichtigsten Stimmen im Dialog 
zwischen der westlichen und der arabischen Welt. Bassam Hajjar ist Lyriker, 
Verleger, Journalist, Übersetzer; seine Gedichte sind in viele Sprachen 
übersetzt. Sabah Zwayn hat acht Gedichtbände veröffentlicht. Sie zerbricht 
wagemutig sämtliche Regeln arabischer Syntax: „Ich habe die Form der Sprache 
verloren“. Franz Hodjak ist einer der wichtigsten deutsch-rumänischen Dichter, 
sein Ton der von „gelassener Verzweiflung“ (Georg Aescht). Michael Roes ist 
Dichter, Psychologie, Ethnologe, Filmemacher und hat oft im arabischen Raum 
gearbeitet. Brigitte Oleschinski ist Lyrikerin, Essayistin und hat in vielen 
Projekten ihre grenzüberschreitenden Interessen unter Beweis gestellt – sowohl 
die Genre- und Gattungsgrenzen der Künste, als auch die geografischen Grenzen 
betreffend. Im Anschluss an die Lesung in Berlin fahren alle Beteiligten nach 
Beirut, um dort ihre Texte und Übersetzungen zu präsentieren.

 

Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amtes, der Botschaft der 
Libanesischen Republik, des Orient-Instituts Beirut, des Goethe-Instituts 
Beirut, der Deutschen Botschaft Beirut, der American University of Beirut und 
des Centre Culturel Français du Liban Nord 

 




Mi 12.12. 20:00 

Geschichte und Geschichten: Historische Romane

Mit Julia Kröhn (Frankfurt a.M.), Carlo Feber (Berlin)  

Moderation: Knut Elstermann (Journalist, Berlin)

 

Pralle Geschichten aus Zeiten, die kein Leser selbst erlebt hat, bunte 
Einbände: Historische Romane sind beliebt und verbinden das Nützliche mit dem 
Angenehmen. 

An Genre-Literatur werden explizite Anforderungen gestellt, die es zu erfüllen 
gilt. Die Literaturkritik bewertet durchgehend zwei Momente: Spannung und 
historische Genauigkeit. Ist der historische Roman die glückliche Verbindung 
von Unterhaltung und Belehrung in der Literatur? 

Julia Kröhn (*1975 Linz) hat Geschichte, Philosophie, Theologie und 
Religionspädagogik studiert. Zu Zeit arbeitet sie als Fernsehjournalistin. Sie 
liest aus „Die Tochter des Ketzers“ (btb Verlag), ihrem vierten historischen 
Roman, der im November erscheint. „Die Tochter des Ketzers“ macht sich nach den 
Katharerkriegen auf den Weg, um eine wertvolle Reliquie zu retten. 

Carlo Feber (*1965) hat mit „Die leinenweiße Braut“ (Die Hanse 2006) einen 
historischen Kriminalroman veröffentlicht: Im Osnabrück des Jahres 1447 treiben 
Leinenfälscher ihr Unwesen, die auch vor Mord nicht zurückschrecken. Von Carlo 
Feber, der Politologie in Berlin und Paris studiert hat, erschienen bisher 
Kurzgeschichten und die Knudsen-Trilogie (1998 – 2000). Zudem hält er 
Krimi-schreib-seminare.

 

Mit freundlicher Unterstützung des btb Verlages 

 

 

Di 18.12. 20:00 

Verstransfer: Sofia – Berlin

Mit Ekaterina Yossifova (Sofia) und Uljana Wolf (Berlin), Georgi Gospodinov 
(Sofia) und Uwe Kolbe (Berlin)  

Moderation: Alexander Gumz (Autor, Berlin)

 

In Bulgarien hat die Literatur traditionell eine hohe Stellung. Man muss nicht 
bis zu Orpheus zurückgehen, der schließlich Thraker war, also fast Bulgare, und 
die Lyrik erfand. Aber mit der Etablierung des Bulgarischen als Schrift begann 
vor 1000 Jahren ein literarisches Leben, das eng mit der Geschichte des Landes 
verwoben ist. In der Zeit der osmanischen Herrschaft waren Sprache und 
Literatur der Hort des Nationalen, später begleiteten sie die erwachende 
Nation. Wie in jedem Land des Sozialismus hatte die Kunst, und besonders die 
Literatur, trotz des kommunistischen Kanons eine besondere Funktion jenseits 
des Ästhetischen: Sie wurde als Kassiber gehandelt, ihr wurden die Geheimnisse 
entlockt, die Kunst des Verstehens von Metaphern war ebenso entwickelt wie das 
Zwischen-den-Zeilen-Lesen. Nach der Wende – alles war plötzlich erlaubt und 
möglich  – war und ist die Szene äußerst lebendig. 400 Verlage soll es in dem 
Land geben, in dem 8 Mio. Einwohner leben. Nach und nach wird die bulgarische 
Literatur auch international bekannt. 

Auf diesem Weg ist der Übersetzungsworkshop mit vier Dichterinnen und Dichtern 
aus Bulgarien und Deutschland ein wichtiger Schritt. Ist doch nicht allein das 
Verfahren, als „Dichterpaar“ mit Hilfe eines Dolmetschers zu arbeiten, 
geschätzt und erfolgreich: Alle Dichter, ihre Texte und deren Übersetzungen 
sind in Kürze auf www.lyrikline.org weltweit verfügbar. 

 

Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amtes

 

News 
Gespräch des Monats In der Reihe „Die Jahrzehnte. Das deutsche Gedicht in der 
2. Hälfte des XX. Jahrhunderts“ präsentierten Autoren je ein frei gewähltes 
„fremdes“ und ein eigenes Gedicht aus einem Jahrzehnt. So entstanden Zeitbilder 
und eine poetologische Materialiensammlung zur Dichtung eines Jahrhunderts. Das 
Gespräch zwischen Stephan Hermlin, Adolf Endler und Karl Mickel fand 1992 in 
der Literaturwerkstatt Berlin statt und ist jetzt auf 
www.literaturwerkstatt.org zu hören.

 

Das ZEBRA in Rio Noch bis zum 2.12. sind Poesiefilme des ZEBRA Poetry Film 
Award in Rio zu sehen. Sie werden gezeigt in der Ausstellung zur Digitalen 
Poesie „POIESIS. poema/entre pixel e programa“ im OI FUTURO. Außerdem ist das 
ZEBRA vom 2.–4.11. zu Gast in Oslo auf dem Årets festival.

 

Poetischer Transfer Im Februar 2006 stellte die Literaturwerkstatt Berlin 
katalanische Dichter vor. Jetzt steht der Gegenbesuch an. Michael Lentz, Nora 
Gomringer, Ricardo Domeneck, Monika Rinck und Ann Cotten treffen auf ihre 
katalanischen Kollegen und treten vom 12.–14. Dezember gemeinsam bei Lesungen 
und Performances auf.

 

Die Literaturwerkstatt Berlin in Beirut 

Auch die Ergebnisse des deutsch-libanesischen Übersetzungsworkshops sind im 
Dezember nicht nur in Berlin zu hören. Vom 6.–9.12. ist die Literaturwerkstatt 
Berlin mit Brigitte Oleschinski, Michael Roes und Franz Hodjak auf den 
Deutschen Wochen des Goethe-Instituts in Beirut, die Autoren treten dort 
gemeinsam mit Abbas Beydoun, Bassam Hajjar und Sabbah Zwayn auf. Gezeigt wird 
außerdem auch eine Auswahl an Poesiefilmen des ZEBRA Poetry Film Award.

 

Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amtes, der Botschaft der 
Libanesischen Republik, des Orient-Instituts Beirut, des Goethe-Instituts 
Beirut, der Deutschen Botschaft Beirut, der American University of Beirut und 
des Centre Culturel Français du Liban Nord

 

open poems Im Rahmen des open mike startet am 7.11. wieder „open poems“, die 
Schreibwerkstatt für junge Dichter von 16 – 23 Jahren. Unter der Leitung des 
Berliner Autors Björn Kuhligk experimentieren die Nachwuchsdichter mit Sprache, 
Versen und verschiedenen poetischen Gattungen. open poems findet jeden zweiten 
Mittwoch von 17:00–18:30 statt, Termine: 7.11., 21.11., 5.12.,19.12.2007. 

Der Eintritt ist frei, Anmeldung unter: [EMAIL PROTECTED]

 

open poems ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Literaturwerkstatt Berlin 
und der 
Crespo Foundation im Rahmen des open mike. 

 




Kontakt: 

Literaturwerkstatt Berlin

Knaackstr. 97/Kulturbrauerei

10435 Berlin 

Tel. 030-485245-0

Fax 030-485245-30

[EMAIL PROTECTED]

 

Verkehrsverbindungen:

U2 bis Eberswalder Straße, Tram 12/M1/M10 bis Eberswalder Straße

 

Eintritt: wenn nicht anders angegeben 5 EUR/erm. 3 EUR – Karten an der 
Abendkasse

 




Wenn sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten möchten, schreiben sie eine 
email mit dem Betreff „Abbestellung newsletter Literaturwerkstatt Berlin“ an 
[EMAIL PROTECTED]




 

 
 
Boris Nitzsche
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
 
Literaturwerkstatt Berlin
Knaackstr. 97
10435 Berlin
Tel: [+49. 30] 48 52 45-24
Fax: [+49. 30] 48 52 45-30
e-mail: [EMAIL PROTECTED]
 
www.literaturwerkstatt.org <http://www.literaturwerkstatt.org/> 
www.lyrikline.org <http://www.lyrikline.org/> 
<http://www.poesiefestival.org/>  
 
 
 
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