Das Ludwig Boltzmann Institut Medien.Kunst.Forschung. lädt ein zum Salon: Vortrag von Werner Jauk (Karl-Franzens-Universität Graz)
Musik und Medienkunst Musik als modellbildendes Medium für eine Theorie der Medienkünste am Mittwoch, 14.05.2008 um 19.00 Uhr im ÖH Café Dokapi Kunstuniversität Linz, Kollegiumgasse 2 (Postgebäude), 2. Stock Thema: Medienkunst hat wie Wissenschaft epistemologisches Interesse motiviert in der Suche nach je adäquaten Lebensstrategien. Technische Entwicklungen führten zur Dynamisierung und zu code-basierter Generierung unserer Umwelt. Die Interaktion der Konstante Körperlichkeit mit diesen geänderten Bedingungen ist irritiert. Es werde nicht nur der Körper unnütz, sondern auch die aus unserer Körperlichkeit erfahrenen mechanistischen Denkprinzipien diese führe zur Transgression der mechanistischen Lebensform. Die Kunstsparten sind als Formalisierung entsprechender Wahrnehmungsformen zu betrachten. Es gibt theoretische und empirische Hinweise darauf, dass diesen geänderten Umweltbedingungen die phylogenetisch ältere auditive Wahrnehmung, aus deren Erfahrung eine auditory logic hervorgegangen ist, adäquat sei dieses auditory imagery als adäquate (Über-)Lebensstrategie in einer dynamisierten und virtualisierten Welt ist in Musik formalisiert. Musik ist eine dynamische und codierte Kunstform, die Interaktion mit ihr ist hedonisch. Dynamisierung führt zu einer körperlich nicht mehr fassbaren Erhöhung der Geschwindigkeit der Interaktion mit der Umwelt, schließlich zur Umkehrung der Interaktionssituation: wir nehmen Indikatoren von Bewegung bei eigenem körperlichen Stillstand wahr. Dies entspricht dem aus der Zeitwahrnehmung abgeleiteten Imagery des auditory space: dynamische Gestalten sowie Ereignisräume (net space) sind uns über die Erfahrung der auditiv kontrollierten Körper-Umwelt-Interaktion zugänglich. Aus der Flüchtigkeit der Zeitgestalt Klang resultiert seine Codierung. Damit ist die Generierung von Willkürlichkeit abseits natürlicher Ordnungen entstanden: das musikalische Werk. Die Notation ist eine Form der Codierung die trotz ikonischer Aspekte wie der digitale code die Potenzialität zu willentlicher Gestaltung abseits des Mechanistischen in sich trägt. Wie in Musik sind die Generierung von Wirklichkeiten aus Codes und die Interaktion mit ihnen notwendigerweise non-mechanistisch alternativ: hedonisch. Damit gilt musizierendes Verhalten als Paradigma des input-interfaces, die körperliche Rezeption der Klanglichkeit als Paradigma des output-interfaces. Hedonismus als Interaktionsform mit Virtualität bindet Medienkunst systematisch in pop-culture ein. Die Theorie der Medienkünste aus den Bildenden Künsten, der Formalisierung der visuellen Wahrnehmung als statische und abbildende, muss einen Paradigmenwechsel fordern, um adäquate körperliche Interaktionen mit einer dynamisierten und durch Codes geschaffenen Umwelt beschreiben/erklären zu können anstelle der Modifikation dieser Theorie ist eine Alternativtheorie anzunehmen, die diese Möglichkeiten systematisch bereits impliziert. Dieses wissenschaftstheoretische Postulat weist die Theorie der Medienkunst aus der Bildenden Kunst als Teil der Tradierung eines Betriebssystems Kunst aus. Referent: Werner Jauk (A), Univ.-Prof. Dr., Musikwissenschafter/Scientific Artist Etablierung des Bereichs Musik + Medien/Kunst an der KFUG, von grelle musik: science + electronic/digital arts, postgrad. studies IRCAM/Paris, Arbeiten f. (Prix) Ars Electronica/Linz, CYNET_art/Dresden etc. Prom. in Psychologie (Kybernetik/Informationsästhetik), Habil. in Musikwiss. Der musikalisierte Alltag der digital culture. Veranstalter: Das Ludwig Boltzmann Institut Medien.Kunst.Forschung. befasst sich mit der wissenschaftlichen Bearbeitung, Vermittlung, Archivierung und Publikation von Medienkunst und Medientheorie. Der Salon dient der öffentlichen Diskussion von Forschungsschwerpunkten des Instituts und weiteren Themen der Medienkunstforschung. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Dr. Katja Kwastek Key Researcher Ludwig Boltzmann Institute Media.Art.Research. Kollegiumgasse 2 A-4010 Linz phone: +43.650.7898.486 [EMAIL PROTECTED] http://media.lbg.ac.at -- rohrpost - deutschsprachige Liste zur Kultur digitaler Medien und Netze Archiv: http://www.nettime.org/rohrpost http://post.openoffice.de/pipermail/rohrpost/ Ent/Subskribieren: http://post.openoffice.de/cgi-bin/mailman/listinfo/rohrpost/
