zu Meldung von Monochrom "Streichelnazi":

Ich bin für Meinungsfreiheit. Aber ist es Meinungsfreiheit, wenn jemand andere auffordert, ein faschistisches System zu umarmen, wenn jemand dazu auffordert, sich an die "wirklichen" Gefühle zu erinnern und damit eindeutig die Unterstützung eines faschistischen Systems meint, d.h. wenn jemand andere zu Faschismus auffordert?

Gilt auch als Meinungsfreiheit, wenn jemand öffentlich dazu aufruft, andere Menschen zu diskriminieren, zu misshandeln, zu foltern und zu töten wegen ihrer Rasse, ihrer andersartigen politischen Meinung (welche nicht zu Menschenrechtsverletzungen aufruft, sondern tatsächlich nur eine andere Meinung ist, mit Politik umzugehen OHNE andere Menschen seelisch oder körperlich zu verletzen, zu töten)? Oder andere Menschen aus reiner Willkür und Machwillen zu unterdrücken, zu bedrohen, zu vergewaltigen, ihrer Existenz zu berauben, zu traumatisieren, zu foltern, zu töten?

Und ich möchte die anderen Empfänger der Liste fragen, was sie davon halten. Ich persönlich möchte einen solchen Aufruf inklusive der entsprechenden Polemik und Verniedlichung von Faschismus nicht unterstützen. Deshalb kündige ich an, die Liste zu verlassen, falls die Mitglieder bzw. die Verantwortlichen nicht beschliessen, in Zukunft solche gewalt- und höchtsgradig mißbrauchsverherrlichenden Aufrufe nicht mehr über die Liste zu versenden (denn das gibt Plattform und damit Unterstützung).

Würdet Ihr auch Texte veröffentlichen, die dazu aufrufen, Frauen und Kinder zu vergewaltigen? Behinderte zu töten? etc.. Denn das ist, was es ist. Das ist, was der Nazi-Faschismus war und noch viel mehr (ich zähle nicht mehr auf, da ich davon ausgehe, dass das in Deutschland alle wissen). Und dieses bezeichnet der Autor des Aufrufs als "feel-good days". Das u.a. zeigt, wie er diese furchtbaren Tatsachen verniedlicht und so versucht, es wie eine blosse Meinung aussehen zu lassen.

Wie weit muss es gehen, bis gerade hier in Deutschland, Grenzen gezogen werden? Nicht um (erneut) zu verdrängen, sondern um Stellung zu beziehen gegenüber solchen Aufrufe zu Gewalt, Willkür, kurz zu einem Unrechtsstaat. Denn die Toleranz (zur freien Meinungsäusserung), die hier angeblich eingefordert werden soll, schafft eben keine Transparenz und Offenheit sondern wäre die Förderung eines Unrechtssystems. Die Liste gibt dafür eine Plattform.

Meinungsfreiheit endet da, wo es keine Meinung mehr ist, sondern ein Aufruf zu Mißbrauch, Gewalt und Töten und/oder zur Unterstützung dessen.
Das ist meine Meinung.

MIt den besten Grüßen
Andrea
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