Status-Workshop der Schering Stiftung über Wissenschaft und Kunst: “Kooperation am Scheideweg?", Kunst-Werke, Berlin, 8. Und 9. Dezember 2008

Bericht von Astrid Mania auf

http://www.artnet.de/magazine/news/mania/mania12-11-08.asp

(...)

Das Schlusswort der Tagung sprach ganz nebenbei und mitten während des Workshops ein Künstler. Christoph Keller wehrte sich vehement gegen jeden Sonderweg, der eine “Wissenschaftskunst" etablieren könnte. Sonderausstellungsräume, Sonderpublikationen, Sonderzeitschriften für Art & Science? Des Teufels!, so Keller, der gerade kein Verächter der Wissenschaft ist, aber die Freiheit des eigenen Handlungsraums nutzen will. Es dürfe kein “Getto für eine spezielle Wissenschaftskunst" geben. Wer Kunst über Wissenschaft nur in der Einhegung eines Wissenschaftsumfeldes verstehe, müsse vor allem erkennen, dass er sich schlechter Kunst gegenübersehe. Freilich konnte auch Keller sich nicht dem Einwand entziehen, dass staatliche Stellen, Institutionen und Akademien längst an einer angewandten Wissenschaftskunst arbeiten. Das gefährde die Freiheit der Kunst, fand Keller. Die Antwort, wie die Kooperation möglich werden, die Kunst aber Herrin ihrer Mittel und Methoden bleiben könnte, wussten weder Keller noch die anwesenden Kuratoren und Wissenschaftler. Das war auch nicht notwendig. Selten hat eine Tagung so viel produktive Nachdenklichkeit ausgelöst. Wichtig wäre nun, dass die hier vertretenen Institutionen neue Formen der Zusammenarbeit erfinden würden. Vielleicht geht ja die veranstaltende Stiftung diesen Schritt voran. Die Kunst hätte der Wissenschaft noch ebenso viel zu sagen wie von ihr zu lernen.

--
rohrpost - deutschsprachige Liste zur Kultur digitaler Medien und Netze
Archiv: http://www.nettime.org/rohrpost 
http://post.openoffice.de/pipermail/rohrpost/
Ent/Subskribieren: http://post.openoffice.de/cgi-bin/mailman/listinfo/rohrpost/

Antwort per Email an