Montag, 2. Juni, 19.00 Massenmord als blinder Fleck der Wissensökonomie. Zur Geschichtsvermittlung durch Stefan Ruzowitzkys Film "Die Fälscher" Vortrag und Gespräch
Insbesondere seit seiner Oscar-Würdigung regiert rund um "Die Fälscher", Stefan Ruzowitzkys Spielfilm über die Geldfälscherwerkstatt im Konzentrationslager Sachsenhausen, eine Deutungshegemonie von Kulturpatriotismus, Österreichmarketing und Bildungskrisenbewältigung: Es geht um Förderung des heimischen Filmwirtschaftsstandorts und (etwa in der Aktion "Film macht Schule") um konsensträchtiges Outsourcing schulischer Geschichtsvermittlung. Im selben Maß wie diese Diskurse das Thema von Ruzowitzkys Film ausblenden, werden sie selbst als Perspektiven seines Geschichtsbildes lesbar: Das Bild zeigt die Fälscherwerkstatt im KZ als motivationspsychologisch kontrollierten Kreativwirtschaftsstandort und das Wissen der Wissensarbeiter um den Massenmord als Problem. In Ausführung dieser Punkte wird der Vortrag auf Beziehungen von Kino, Geschichtlichkeit und Postfordismus, sowie auf Ruzowitzkys frühere Regiearbeiten eingehen. Drehli Robnik, Filmwissenschaftler, Ludwig Boltzmann-Inst. Für Geschichte und Gesellschaft Ingo Zechner, Historiker und Philosoph Dienstag, 3. Juni, 19. 00 Uhr Kunst im Trend. Artists' Voices. Podiumsgespräch VertreterInnen aus Malerei, Philosophie, Theater und Wissenschaft untersuchen Charakteristika und Immanenzen künstlerischer Prozesse in der darstellenden und der bildenden Kunst. Wo bestehen die selben Ansprüche und Fragestellungen und wo erfordert ein künstlerisches Genre eigene, selbst bedingte Prozesse? Michael Aichhorn, Schauspieler, Regisseur, Maler Stefan Bläske, Theaterwissenschaftler Stylianos Schicho, Maler Moderation: Alexandra Reill, kanonmedia Eine Veranstaltung von kanonmedia Mittwoch, 4. Juni, 19.00 Der Wilde Westen und der Rechtsstaat Vortrag und Filmvorführung In der filmischen Darstellung präsentierte sich der mythische Westen, das wahre Amerika, als weitgehend staatsfreier Raum, rund um starke Männer organisiert. John Fords The Man Who Shot Liberty Valance zeigt den Moment des Übergangs dieser mythischen Welt in einen verwalteten Rechtsstaat, der in seinen Grundlagen aber nicht weniger patriarchal ist. Martin Weidinger, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien The Man Who Shot Liberty Valance (USA 1962), Regie: John Ford, 123 min, engl. OV Eine Veranstaltung von ART.Welten Verein für freie Kunstschaffende Donnerstag, 5. Juni, 19.00 elimir ilniks Kenedi-Trilogie kinokis mikrokino #152 (Teil 1) Kenedi heiratet dokumentiert die unermüdlichen Versuche des Rom Kenedi Hasani nach der Vertreibung aus der EU in Serbien Fuß zu fassen oder eine Hintertür zurück ins Euroland zu entdecken. ilnik beweist, dass Filmemachen eine Methode sein kann, mit Menschen gemeinsam Widerstand zu organisieren. In Kenedi goes back home fungiert Kenedi, selbst von der Abschiebung betroffen, als Mittelsmann zwischen Filmteam und anderen unfreiwillig Heimgekehrten, die von ihren Erfahrungen berichten. Kenedi lost and found: Kenedi ist es gelungen, physisch in die EU einzureisen, doch ohne Chance, den entscheidenderen Teil der eigenen Existenz, den papierenen, auch hier zu etablieren. 19.00: Kenedi heiratet Kenedi se zeni (Serbien 2007), R: . ilnik, 80 min Anschließend Diskussion mit elimir ilnik und den Mitwirkenden Kenedi Hasani, Philipp Eisenmann und Ethem Saygieder 21.30: Kenedi se vraca kuci Kenedi goes back home (Serbien/Montenegro 2003), Regie: elimir ilnik, 74 min, serbisch/dt. OmeU 22.45: Kenedi lost and found (2005), Regie: elimir ilnik, 26 min In Zusammenarbeit mit dem Ordinariat für postkonzeptuelle Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien Freitag, 6. Juni, 19.00 Jugoslawien: Wiederaneignung der Geschichte kinokis mikrokino #152 (Teil 2) Aufstand in Jazak ist ein Protestfilm gegen die Exploitation der PartizanInnengeschichte in den millionenschweren Hochglanzschinken à la Sutjeska Last of the Zilniks schildert die Geschichte der Widerstandskämpferin Milica Shuvakovic, alias Masha, und ihrem Mann Konrad ilnik, später als Volksheld gefeiert. Masha wird von den Deutschen festgenommen und bringt im Konzentrationslager ihren Sohn elimir zur Welt, bevor sie ermordet wird. Lager Nis ist einer der großen kommerziellen, jugoslawischen antifaschistischen Filme. Gefangene des Konzentrationslagers Nis planen einen Ausbruch, in einer Nebenhandlung bringt eine Gefangene ihr Kind zur Welt, das aus dem KZ gerettet wird. ilnik wurde nie zu einer Vorführung des Filmes eingeladen. 19.00: Aufstand in Jazak Ustanak u Jasku (Jugoslawien 1972), Regie: elimir ilnik,18 min Last of the Zilniks Zadnji ilnik (Slowenien 2007), Regie: D. Anakiev, 61 min Anschließend Diskussion mit elimir ilnik und Dimitar Anakiev. 21.00: Lager Nis (Jugoslawien 1987), Regie: Miomir Stamenkovic, 92 min In Zusammenarbeit mit PartizanInnenFilmForschungsBrigade Depot Breitegasse 3 A-1070 Wien Tel: +43 1 522 76 13 www.depot.or.at _______________________________________________ Depot-news mailing list [EMAIL PROTECTED] http://mailman.sil.at/mailman/listinfo/depot-news Sollten Sie den Newsletter nicht mehr erhalten wollen, genügt ein E-mail an [EMAIL PROTECTED] _______________________________________________ Safari - Die Mailingliste fuer Kunst und Wien http://listen.esel.at/mailman/listinfo/safari MAILS SENDEN: mailto:[email protected] Anmelden: mailto:[EMAIL PROTECTED] Abmelden: mailto:[EMAIL PROTECTED] Termin RECHTZEITIG für eSeL Mehl & kalender.esel.at eintragen: http://esel.at/fuettern >:e)
